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Zur Ultraschallprüfung ins Wasserbad

14.11.2008
Gewinner des Innovationspreises 2008 und ihre Entwicklungen

Im Audimax der Fachhochschule Brandenburg (FHB) ist am Donnerstagabend der Innovationspreis 2008 "Innovative Lösung praxisnaher Probleme in Brandenburg" verliehen worden. Der Wettbewerb, der Studierende und junge Beschäftigte motivieren soll, im Zusammenwirken mit regionalen Unternehmen innovatives Denken und Handeln in der betrieblichen Praxis zu stärken und zu verankern, wird von zahlreichen Unternehmen aus der Region getragen und von der Technologie- und Innovationsberatungsstelle (TIBS) an der FH Brandenburg koordiniert. Das Projekt wird außerdem unterstützt vom Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus Brandenburg an der Havel sowie vom Unternehmerverband Brandenburg e.V.

Die drei Gewinner im Einzelnen:

1. Preis (3.000 Euro): "Konzipierung und Fertigung einer Ultraschall-Tauchtechnik-Prüfanlage"

Team der Zahnradwerk Pritzwalk GmbH (Pritzwalk): Thorsten Grünke (Konstrukteur), Rainer Vorwerk, Tino Gutsche, Holger Raasch, Björn Haack.

Die Zahnradwerk Pritzwalk GmbH ist mit rund 350 Mitarbeitern der größte Metall verarbeitende Betrieb in der Region Prignitz. Das Unternehmen hat über 40 Jahre Erfahrung in der Fertigung von stirnverzahnten Zahnrädern und Wellen sowie elastischen Bolzen-, Seiltrommel- und Zahnkupplungen. Die Leistungssteigerung moderner Getriebe ist verbunden mit der Auslegung der Verzahnungen an ihre Leistungsgrenze. Die hohen Qualitätsanforderungen erfordern eine Minimierung der Materialfehler, die durch eine zerstörungsfreie Werkstoffprüfung mit hoher Nachweisempfindlichkeit sichergestellt werden soll. Bisher wurden im Zahnradwerk solche Prüfungen mit einer zeitaufwändigen und ungenauen Ultraschallprüfung per Hand durchgeführt. Zwar gibt es Hersteller von Ultraschall-Tauchtechnik-Prüfanlagen, doch diese sahen die im Zahnradwerk notwendigen Bedingungen hinsichtlich Prüfempfindlichkeit, Abmessungen der Werkstücke und Prüfgeschwindigkeit als schwierig an. Der Aufgabe einer Sonderkonstruktion wollten sich die befragten Produzenten von Prüfanlagen nicht stellen. Deshalb übernahm ein internes Team diese Aufgabe und konstruierte aus Komponenten unterschiedlicher Hersteller eine Ultraschall-Prüfanlage für Werkstücke mit einem maximalen Durchmesser von einem Meter und einer maximalen Masse von 1.800 Kilogramm. Der Verzahnungsbereich kann bis 10 Millimeter (mm) unter dem Fußkreis (Sockel der "Zähne") geprüft werden, Fehler ab einer Größe von 0,4 mm können geortet werden. Durchgeführt werden die Prüfungen in einem Tauchbecken, gefüllt mit einem Koppelmedium (Mischung aus Wasser und einem Zusatzstoff) für die Ultraschallsignale. Insgesamt fünf Prüfköpfe, angeordnet auf drei Achsen, sorgen für eine schnelle Materialprüfung. Der Einsatz des Gerätes führt im Werk nicht nur zu einer Zeitersparnis, sondern auch zu einer Qualitätserhöhung, da bei der Handprüfung Prüfungslücken nicht ausgeschlossen werden konnten. Die Anlage arbeitet so gut, dass die Zahnradwerk Pritzwalk GmbH sie in verschiedenen Größen vermarkten und sich damit ein neues Geschäftsfeld erschließen will.

2. Preis (2.000 Euro): Beseitigung von Verstopfungen in Transport- und Absaugleitungen ohne den Einsatz von Wasser

Stefan Schmidt für die Induka Service GmbH (Pritzwalk) in Zusammenarbeit mit der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk.

Die Induka Service GmbH reinigt in der Regel Kanäle, Transport- und Absaugleitungen mit Wasser, das mit hohem Druck (bis zu 3000 bar) durch Drehdüsen gepresst wird. Allerdings hat das Reinigen mit Wasser einige Nachteile wie das Abschalten der Maschinen während der Reinigung, eine mögliche Beschädigung empfindlicher Sensoren in den Leitungen oder die fachgerechte Entsorgung des verunreinigten Wassers. Zwar setzt die Firma für die Reinigung von Luftkanälen bereits ein System mit Bürsten ein, dieses ist jedoch nicht für den Einsatz bei starker Verschmutzung in Industrieanlagen geeignet. Da es im konkreten Fall insbesondere um die Auflösung von Verstopfungen bei Holzfasern ging, musste zum einen eine Art Bohrer entwickelt werden. Dieser durfte allerdings nicht aus Metall bestehen, weil in den Transportleitungen Staub entsteht, der durch metallische Funken zur Explosion gebracht werden könnte. Deshalb entwickelte Stefan Schmidt einen Bohrkopf aus einem besonderen Polyamid-Kunststoff (Pertinax), der große, schräg angebrachte Schlitze aufweist, durch die das Material abtransportiert und die Verstopfung aufgelöst werden kann. Schüler der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk konnten bei der Entwicklung des neuen Produkts mitwirken und eigene Ideen einbringen. Des Weiteren ist die Bildungsgesellschaft zukünftig Lieferant für die innovativen Bohrköpfe, die von der Induka Service GmbH bereits erfolgreich eingesetzt werden. Geplant ist, den Bohrkopf zu vermarkten, vielleicht sogar die Aufnahme in das Bürstensortiment eines Herstellers von Luftkanalreinigungssystemen zu erreichen.

3. Preis (1.000 Euro): "Interaktive 3D-Realtime-Objektdarstellung"
Andy Tsui, Philipp Steup, Wolfgang Bruckner für shiftup intermedia design A. Tsui & W. Bruckner GbR.

Das junge Unternehmen shiftup intermedia design mit Sitz im Technologie- und Gründerzentrum Brandenburg an der Havel hat sich auf interaktive, dreidimensionale (3D) Darstellungen in Echtzeit spezialisiert. Insbesondere werden architektonische Entwürfe visualisiert, d.h. Dimensionen und Raumgefüge realistisch und verständlich wiedergegeben, der Nutzer kann sich frei im Raum bewegen. Dieses Prinzip wandten die jungen Unternehmer auf dreidimensionale Kunstobjekte an, im konkreten Fall einen Raum des russischen Künstlers El Lissitzky. Da solche Objekte in Museen nicht betreten werden dürfen, um ihre Abnutzung oder Zerstörung zu verhindern, haben die zwei Architekten und der Wirtschaftsinformatiker (Bruckner) das Werk mit Hilfe moderner Software originalgetreu nachgebildet und bieten Kunstinteressierten so die Möglichkeit, sich in diesem Raum zu bewegen, also ganz nah an einzelne Objekte und Bereiche des Kunstwerks heranzugehen und sogar die Schwerkraft außer Kraft zu setzen und ganz neue Perspektiven zu erschließen. Voraussetzung für die 3D-Visualisierung ist ein hochauflösendes Abfotografieren oder 3D-Scannen des entsprechenden Objekts. Tsui, Steup und Bruckner verstehen ihre Entwicklung als Möglichkeit für Museen, ihre Attraktivität weiter zu steigern. Dennoch wollen sie für ihre Dienstleistungen weiterhin auch andere potenzielle Kunden wie die Fertighaus-Industrie und andere Hersteller hochwertiger Produkte mit hohem Anspruch an Design, Detailtreue und zeitgemäßer Technik gewinnen.

Stefan Parsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-brandenburg.de

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