Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thieme-Preis der Leopoldina geht an Bodo Grimbacher

28.09.2009
Mit dem Thieme-Preis der Leopoldina für Medizin wird in diesem Jahr Prof. Bodo Grimbacher geehrt. Er erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet angeborener Immundefekte des Menschen.

Den Preis vergibt die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit der Thieme Verlagsgruppe, Stuttgart. Der Preis wird Prof. Grimbacher im Rahmen der Feierlichen Eröffnung der Leopoldina-Jahresversammlung am 2. Oktober 2009 in Halle (Saale) überreicht.

Prof. Bodo Grimbacher erhält den Thieme-Preis der Leopoldina für seine bahnbrechenden Arbeiten im Bereich der klinischen Immundefizienz. Er hat über zehn Gendefekte des Menschen erstmals beschrieben oder an ihrer Entdeckung mitgewirkt. Seine Arbeiten haben fundamental neue Erkenntnisse zu verschiedenen Krankheitsbildern erbracht - unter anderem dem Hyper-IgE-Syndrom, mehreren Antikörpermangelsyndromen, der chronischen Mucocandidose und dem schweren Verlauf der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung im Kindesalter.

Bodo Grimbacher wurde 1967 geboren. Er studierte Medizin in Aachen Freiburg und Hamburg. Seine Doktorarbeit über die rheumatoide Arthritis bei Prof. H.H. Peter schloss er 1995 in Freiburg mit "magna cum laude" ab. Als Postdoc an den US-amerikanischen National Institutes of Health erlernte er bei Prof. Jennifer Puck erstmals die molekular-genetische Kopplungsanalysetechnik, mit der er später seine Gendefekte entdeckte. Grimbachers 1997 begonnene Forschungsarbeit zum Hyper-IgE-Syndrom endete schließlich 2007 mit der Entschlüsselung des Gendefekts.

Nach seiner Rückkehr nach Freiburg im Jahr 2000 erhielt Bodo Grimbacher ein Emmy-Nöther-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das ihm seine weitere Forschung ermöglichte. Zudem baute er in Zusammenarbeit mit der European Immundeficiency Society (ESID) ein Europäisches Immundefektregister auf, in dem aktuell 10.000 Patienten geführt werden. 2006 folgte er dem Ruf als Leiter einer EU-geförderten Marie Curie Exzellenz Forschergruppe am Royal Free Hospital & University College in London. 2008 erhielt er dort eine volle Professur und arbeitet aktuell an der Umsetzung seiner Entdeckungen in neue Therapieformen.

Der von der Thieme Verlagsgruppe mit 15.000 Euro geförderte Thieme-Preis der Leopoldina für Medizin wird seit 2007 alle zwei Jahre an junge Wissenschaftler vergeben, die wesentliche neue Erkenntnisse für die Ätiologie, Pathogenese, Therapie und Prävention menschlicher Erkrankungen erarbeitet haben. Er wurde auf Anregung von Dr. Albrecht Hauff, Verleger und persönlich haftender Gesellschafter von Thieme, gestiftet.

Caroline Wichmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.leopoldina-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing
22.08.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht UDE / UK: Verbundprojekt zur Bekämpfung Ras-abhängiger Tumore
22.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie