Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Therapieverbesserungen für herzoperierte Kinder auf der Spur

18.10.2010
Zwei Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler
mit der Gerd Killian-Projektförderung ausgezeichnet

Jährlich kommen rund 7 000 Kinder mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Insbesondere wegen verbesserter Frühdiagnostik und Fortschritten in der kongenitalen Herzchirurgie ist die Mortalität bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern drastisch gesunken.

So erreichen etwa 90 Prozent dieser Kinder das Erwachsenenalter. Mit dem Gerd Killian-Fonds fördert die Deutsche Herzstiftung (DHS) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der angeborenen Herzfehler. Zwei Projekte auf diesem Gebiet wurden im Rahmen der Jahrestagung der DGPK Anfang Oktober in Weimar mit der Gerd Killian-Projektförderung ausgezeichnet, die mit insgesamt 60 000 Euro dotiert ist.

In seinem Vorhaben untersucht der Kinderkardiologe PD Dr. med. Joachim Eichhorn vom Universitätsklinikum Heidelberg das operative Verfahren zur Schaffung einer sog. „Fontan-Zirkulation“ bei Kindern mit einem univentrikulären Herzen, bei denen nur eine Herzkammer funktioniert. Ziel der Untersuchungen ist es, Informationen für die Verbesserung der Therapie dieser Patienten zu gewinnen. Dr. med. Oliver Miera vom Deutschen Herzzentrum Berlin untersucht, inwiefern sich die Verträglichkeit von Blutkonserven für Säuglinge und Kinder nach einer Herzoperation durch spezielle Reinigungsverfahren verbessern lässt und infolgedessen Komplikationen zu verringern sind.

„Beide geförderten Projekte zeichnen sich durch einen sehr patientennahen Bezug aus, indem sie sich der Optimierung von Behandlungsansätzen oder der Vermeidung von Nebenwirkungen einer Transfusion für herzoperierte Neugeborene und Kinder widmen“, betont Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorsitzender des Vorstands der DHS. „Von den Ergebnissen der Projekte erhoffen wir uns einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität der Patienten“, sagt Prof. Dr. med. Felix Berger, Präsident der DGPK.

Suche nach neuen Therapieansätzen für Kinder mit Einkammerherz
Bei Neugeborenen mit einem univentrikulären Herzen, bei denen die eine funktionierende Herzkammer beide Kreisläufe, Lungen- und Körperkreislauf, betreibt, muss mit Hilfe der sog. „Fontan-Operation“ der Kreislauf des sauerstoffarmen (venösen) Blutes von dem des sauerstoffreichen (arteriellen) Blutes getrennt werden. Dabei wird das venöse Blut über

chirurgisch geschaffene Verbindungen beider Hohlvenen direkt in die Lungenarterien geleitet. In der Regel sind zur Schaffung einer solchen Fontan-Zirkulation genannten Kreislaufsituation drei Operationen notwendig.

Ziel des Forschungsvorhabens von PD Dr. Eichhorn (Titel: „Untersuchung von abhängigen Parametern der Lungendurchblutung mittels Magnetresonanztomographie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Fontan-Zirkulation“) ist es, den Blutfluss bei dieser speziellen Kreislaufsituation mit Hilfe des bildgebenden Verfahrens der Magnetresonanztomografie (MRT) genau zu untersuchen und neue Informationen zur Entwicklung neuer Therapieansätze zu gewinnen. „Diese neuen Therapieansätze können von einem modifizierten chirurgischen Ansatz bis hin zu neuen medikamentösen Therapien reichen“, sagt PD Dr. Eichhorn.

Verringern gewaschene Blutkonserven Transfusionsnebenwirkungen nach Herz-OP?
Wie sich die Gabe von Konzentraten roter Blutkörperchen (Erythrozyten) auf die Immunantwort im Körper eines Säuglings oder eines Kindes bei einem herzchirurgischen Eingriff auswirkt, soll das Projekt von Dr. Miera klären. Sein Vorhaben trägt den Titel „Vergleich zwischen ungewaschenen und gewaschenen Erythrozytenkonzentraten: Eine pädiatrische prospektive Studie“. Für die Verträglichkeit des Konzentrates ist der Qualitätszustand wichtig. Belegt ist, dass die Lagerungszeit von Erythrozytenkonzentraten für Säuglinge und Kinder einen unabhängigen Risikofaktor für Komplikationen nach einer Operation darstellt.

Der Berliner Kinderkardiologe untersucht, inwiefern sich durch Reinigen der Konzentrate eine bessere Verträglichkeit von Blutkonserven nach herzchirurgischen Eingriffen bei Kindern erzielen lässt. „Wir erhoffen uns durch das Reinigungsverfahren, mögliche Transfusionsnebenwirkungen zu vermeiden und Krankenhausliegezeiten zu verkürzen“, sagt Dr. Miera.

Die Deutsche Herzstiftung hat zu Ehren von Gerd Killian den „Gerd Killian-Fonds“ eingerichtet. Nach dem Willen der Erblasserin Doris Killian soll die Projektförderung aus diesem Fonds insbesondere Forschungsaktivitäten für Kinder mit angeborenem Herzfehler stärken. Der Gerd Killian-Fonds für angeborene Herzfehler nahm seine Arbeit 2009 auf.

30/2010

Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle:
Michael Wichert /Pierre König
Tel. 069/95 51 28-114/-140
Fax: 069/95 51 28-345
E-Mail: wichert@herzstiftung.de/

Pierre König | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzstiftung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise