Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startup der RWTH Aachen gewinnt den weltweit größten und höchstdotierten Business Plan Wettbewerb

17.04.2014

Die Medical Adhesive Revolution GmbH erhält in Houston über 500.000 US-Dollar für einen biologisch abbaubaren medizinischen Gewebekleber.

Wissenschaftler der RWTH Aachen belegten beim weltweit größten Business Plan Wettbewerb in den USA mit den höchsten Preisgeldern den ersten Platz. In der Vorauswahl des "Rice Business Plan Competition" musste sich das Team Medical Adhesive Revolution (MAR) der RWTH gegen rund 1.200 Mitbewerber durchsetzen.


Der Managing Director Rice Alliance Brad Burke (Mitte) mit Marius Rosenberg (links) und Alexander Schüller von der RWTH bei der Preisübergabe in Houston.

Rice University

Gemeinsam mit 41 weiteren Teams wurden die Aachener zur Endrunde an die Rice University in Houston, Texas, eingeladen. Sie präsentierten ihre Geschäftsidee vor Investoren und Unternehmern, anschließend stellten sie sich den kritischen Fragen des Publikums.

In diesem Finale überzeugten die Doktoranden Marius Rosenberg und Alexander Schüller am Lehrstuhl Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler (WIN) der RWTH, geleitet von Prof. Dr. Malte Brettel. Rosenberg ist zugleich Geschäftsführer der siegreichen Firma, Schüller leitet das RWTH-Gründerzentrum.

Ihre Geschäftsidee erläuterten sie der Jury und 800 Gästen: Das Produkt der Firma ist ein biologisch abbaubarer Klebstoff für medizinische Anwendungen. Besonders überzeugte die Jury das bereits weit fortgeschrittene Entwicklungsstadium, welches Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Region ist.

„Für uns ist dieser erste Platz ein großer Erfolg. Wir sind begeistert von dem großen Interesse an unserem Produkt,“ so Geschäftsführer Marius Rosenberg. „Der Wettbewerb war für uns eine einmalige Möglichkeit, Kontakte zur amerikanischen Investorenszene zu bekommen."

„Der Sieg in Houston ist eine große Leistung für so ein junges Unternehmen“, betont Prof. Dr. Malte Brettel, Prorektor der RWTH für Wirtschaft und Industrie. „Für mich ist es ein tolles Beispiel, wie aus industrieller und universitärer Forschung ein kommerziell interessantes Produkt entsteht."

Der MAR-Wundkleber kann auf der Haut zum Schließen von Schnitt- und Platzwunden eingesetzt werden, aber auch als biologisch abbaubareres Produkt im Körper zum Stoppen von starken Blutungen an Organen oder dem luftdichten Verschluss von Wunden, beispielsweise bei einer Lungenperforation. Der Kleber verschließt die Wunden in Sekunden, ist elastisch und präzise anwendbar. Mögliche Einsatzgebiete sind die plastische Chirurgie, Notfallmedizin und viele klassische Operationen.

„Das Produkt ist wirklich revolutionär, da es die idealen technischen Eigenschaften besitzt. Gleichzeitig ist es einfach in der Anwendung und relativ günstig in der Herstellung“, fasst Marius Rosenberg die Vorteile zusammen.

Über den Rice Business Plan Competition:
Der Rice Business Plan Competition ist der höchstdotierte und größte universitäre Wettbewerb für Startups weltweit. Er wird jedes Jahr von der Rice Alliance for Technology and Entrepreneurship and der Jesse H. Jones Graduate School of Business der Universität in Houston, Texas, ausgerichtet. Der erste Wettbewerb fand 2001 mit neun Teams und 10.000 US-Dollar Preisgeld statt. Seitdem ist der Wettbewerb auf 42 Teams in der Endrunde und auf mehr als 1,3 Millionen US-Dollar Preisgeld angewachsen. Mehr als 250 Jurymitglieder wählen in drei Runden aus den 42 Teilnehmern den Gewinner. Über 130 Startups aus dem Wettbewerb haben bisher erfolgreich ihr Unternehmen gegründet und insgesamt mehr als 600 Millionen US-Dollar Finanzierungsmittel erhalten

Über Medical Adhesive Revolution GmbH
Die Firma Medical Adhesive Revolution GmbH – kurz MAR genannt – wurde 2013 von den vier Gesellschaftern Prof. Dr. Malte Brettel, Prof. Dr. René Tolba, Dr. Heike Heckroth und Marius Rosenberg in Aachen gegründet. Vorher wurde der Klebstoff über einige Jahre von einem Chemieunternehmen entwickelt und vom Mediziner Tolba getestet. Im März 2014 konnte das Unternehmen dann eine erste Finanzierungsrunde mit dem Seed Fonds II Aachen, mit der Förderbank KfW und einigen Privatinvestoren abschließen.

Thomas von Salzen | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

Weitere Berichte zu: Competition Geschäftsidee Klebstoff Preisgeld Produkt RWTH Startups Wettbewerb Wirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie