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Soziologin Magdalena Nowicka erhält ERC Starting Grant

01.10.2012
Kann internationale Migration - und wenn ja, wie - Toleranz und Respekt gegenüber anderen Kulturen und ethnischen Gruppen in den Herkunftsländern der Migrantinnen und Migranten fördern?
Dr. Magdalena Nowicka vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen erhält 1.35 Millionen Euro für ein Projekt zur Erforschung des transnationalen Transfers von multikulturellem Habitus.

Wie erwerben Migrantinnen und Migranten die Kompetenz, sich in einer neuen Gesellschaft und Kultur erfolgreich zu etablieren und können sie diese neu erworbenen interkulturellen Fähigkeiten und Werte durch ihre sozialen Netzwerke an die Orte ihrer Herkunft transferieren? Welche Bedingungen beeinflussen den Prozess des interkulturellen Lernens? Das sind die Fragen, denen sich ab 2013 ein Team von sechs Wissenschaftlern um Magdalena Nowicka widmen wird.

Das Projekt „TRANSFORmIG. Transnational Transfer of Multicultural Habitus“ untersucht die neueste Auswanderungswelle aus Polen nach Deutschland und Großbritannien. Der „polnische“ Fall ist auf Grund der diametral entgegengesetzten soziokulturellen Kontexte, zwischen denen sich die Migrantinnen und Migranten bewegen, hoch interessant: Großbritannien und Deutschland zeichnet kulturelle Vielfalt aus, die den Immigranten aus Polen, einem der ethnisch homogensten Länder der Welt, unbekannt ist. Das TRANSFORmIG Projekt stellt die Hypothese auf, dass die Begegnung mit der Vielfalt zu einer Veränderung der Wertevorstellungen der Migranten führt und das diese sich über ihre sozialen Netzwerke zurück nach Polen zu den Herkunftsorten der Migranten verbreiten, wo eine neue gesellschaftliche Vision einer multikulturellen Gesellschaft entsteht. TRANSFORmIG vereint Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die aus der Perspektive unterschiedlicher Theorien und mit Hilfe mehrerer Methoden, u.a. einer qualitativen Panelerhebung, den Erwerb interkultureller Kompetenzen in einem transnationalen Raum erfassen.

Dr. Magdalena Nowicka ist die erste deutsche Soziologin, die einen ERC Starting Grant erhält. Sie forscht seit Januar 2010 am Max-Planck-Institut in Göttingen. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo sie 2005 promovierte. Sie ist Mitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Der Europäische Forschungsrat fördert Pionierforschung von höchster Qualität. Ziel der Förderrichtlinie „ERC Starting Grant“ ist die Förderung von jungen, kreativen und vielversprechenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das europaweite, hoch kompetitive Programm ist themenoffen und hat seinen Schwerpunkt in der Grundlagen- und Pionierforschung. ERC ermöglicht den Nachwuchswissenschaftlern, ein unabhängiges exzellentes Forschungsteam aufzubauen. Einziges Kriterium ist wissenschaftliche Exzellenz. Die Bewilligungsquote lag in diesem Förderjahr bei 11,3 Prozent der eingereichten Anträge.

Ansprechpartner:
Dr. Magdalena Nowicka
Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen
E-Mail: nowicka@mmg.mpg.de

Dr. Norbert Winnige
Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen
Tel.: +49-551-4956246
E-mail: winnige@mmg.mpg.de

Barbara Abrell | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/6359840/starting_grants_2012

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