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Simon White erhält European Latsis Prize

27.11.2008
Simon White, Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA), erhält den Latsis Prize der European Science Foundation für seine herausragenden Beiträge im Bereich der Astrophysik.

Der Preis ist mit 100.000 Schweizer Franken (65.000 Euro) dotiert und wird von der Latsis Foundation in Genf finanziert. Er wird von der European Science Foundation jährlich an ein Individuum oder eine Gruppe verliehen, die den wichtigsten Beitrag zu einem bestimmten Gebiet der europäischen Forschung geleistet haben.

In diesem Jahr wurde der Preis für das Gebiet der Astrophysik ausgeschrieben. Der Kosmologe Simon White, geboren am 30. September 1951, studierte Mathematik am Jesus College der University of Cambridge und Astronomie an der University of Toronto. 1977 promovierte er in Astronomie bei Donald Lynden-Bell an der University of Cambridge. Nach einigen Jahren an der University of California, Berkeley, dem Steward Observatory der University of Arizona und der University of Cambridge wurde er 1994 zum Wissenschaftlichen Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor am MPA in Garching ernannt.

Daneben ist White Professor an der University of Arizona, Gastprofessor an der University of Durham und Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an den Sternwarten in Shanghai und Peking. Simon White ist Fellow der Royal Society, Foreign Associate der National Academy of Sciences und Fellow der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. In den 1990er Jahren, und insbesondere seit das MPA sich zu einem europaweit und international führenden Zentrum der theoretischen Astrophysik entwickelt hat, spielte White eine wichtige Rolle in der Forschung über Galaxienbildung und –entwicklung.

Gemeinsam mit seinen Kollegen nutzte er eine Kombination aus immer ausgefeilteren Simulationen der Entwicklung dunkler Materie und verschiedenen Ansätzen der komplexen Baryonenphysik und erlangte so enormen weltweiten Einfluss auf das Paradigma der so genannten hierarchischen Strukturbildung in der Galaxienentwicklung.

Am MPA baute er eine eigene Kosmologie- Gruppe auf und war an der Entwicklung der Millennium-Simulation beteiligt, mit der die Frage geklärt werden soll, wie sich aus dem anfangs strukturlosen Universum die Galaxien und Sterne gebildet haben. White brachte das MPA international an die Spitze und verbesserte in entscheidendem Maße den Ruf der europäischen Forschung auf dem Gebiet der Astrophysik.

Im Bereich der Simulationen von großräumigen Strukturen von Materie und ihrer Entwicklung im Universum sowie des hierarchischen Paradigmas der kalten dunklen Materie (Cold Dark Matter, CDM), das ein wichtiger Teil des derzeitigen Standardmodells der kosmischen Geschichte geworden ist, hat White entscheidende Pionierarbeit geleistet.

Seine Forschung hat gezeigt, dass CDM-dominierten Kosmologien für die Erklärung der großräumigen Struktur von Galaxien der Vorzug zu geben ist. Zugleich konnten durch seine Forschungsarbeiten Modelle mit warmer dunkler Materie endgültig ausgeschlossen werden. Diese Arbeiten haben seit den frühen 1980er Jahren große Aufmerksamkeit erhalten. Heute ist Simon White einerseits nach wie vor im Bereich der großräumigen Strukturbildung und der beobachtenden Kosmologie tätig.

Darüber hinaus interessiert er sich für die Erforschung des kosmischen Mikrowellenhintergrunds und bereitet gemeinsam mit seinen Mitarbeitern die Software für die ESA-Mission Planck vor, die ab 2009 die kosmische Hintergrundstrahlung erforschen wird. Schließlich ist White auch an der Auswertung der Daten des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) beteiligt, der mit Spektren von über einer Million Galaxien und Quasaren deren Entfernungen und Eigenschaften bestimmen wird.

Kontakt:
Dr. Mona Clerico Pressesprecherin Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA)
und Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE)
Tel. +49 89 30000-3980
clerico@mpe.mpg.de
Prof. Dr. Simon White
Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA)
Tel. +49 89 30000-2211 swhite@mpa-garching.mpg.de

Dr. Mona Clerico | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpe.mpg.de

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