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SCOR-Preis 2008 an Ulmer Wissenschaftler vergeben

11.11.2008
Große Anerkennung für zwei Absolventen der Universität Ulm. SCOR Deutschland, eine Tochtergesellschaft des französischen Rückversicherungskonzerns SCOR, hat dieser Tage in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm wie schon in den Vorjahren drei Preise zur Förderung des aktuarwissenschaftlichen Nachwuchses aus dem deutschsprachigen Raum mit einer Gesamtdotation von 12.000 Euro vergeben.

Bei der diesjährigen Preisverleihung in Köln wurde der Ulmer Wissenschaftler Dr. Daniel Bauer mit dem ersten Preis für seine Dissertation ausgezeichnet. Die wissenschaftliche Arbeit seines Kommilitonen Dr. Martin Riesner aus dem gleichen Studiengang Wirtschaftsmathematik wurde mit dem zweiten Preis prämiert. Rainer Kastenmeier erhielt den dritten Preis für seine Diplomarbeit an der Technischen Universität München.

Die feierliche Preisverleihung zum diesjährigen SCOR-Preis in Verbindung mit der Universität Ulm fand am 06. November 2008 im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums in Köln statt. Der SCOR-Preis gilt als bedeutendster Preis für junge Wissenschaftler auf dem Gebiet der versicherungsmathematischen Forschung.

Zum 11. Mal wurden hervorragende Arbeiten prämiert, die sich mit relevanten Themen zur Produkt- und Tarifentwicklung in der Personen- und Sachversicherung beschäftigen. Die Einreichungszahlen erzielten in diesem Jahr einen neuen Spitzenwert: Die Jury konnte sich über insgesamt 22 Arbeiten freuen, davon sieben eingereichte Dissertationen und 15 Diplomarbeiten aus Deutschland und Österreich, "die sich allesamt auf einem sehr hohen mathematischen Niveau bewegen", so der Vorstandsvorsitzende der SCOR Deutschland, Professor Dr. Dietmar Zietsch.

Wenn dann gleich zwei Arbeiten von der Universität Ulm bei der Preisverleihung auf das Podest gehoben werden, kann sich Professor Dr. Karl Joachim Ebeling, Präsident der Universität Ulm und Schirmherr des Preises, sehr über den wiederholten Erfolg Ulmer Nachwuchswissenschaftler freuen. Ebeling bedankte sich bei SCOR Deutschland für die langjährige gute Zusammenarbeit und Unterstützung für diesen Forschungsschwerpunkt und betonte, dass "die Aktuarwissenschaften in Ulm einen besonders guten Ruf haben, in gewisser Weise inzwischen eine Vorbildfunktion für andere Universitäten". Auch wenn nur drei Spitzenplätze ermittelt wurden, bedeutet dies lediglich für Professor Zietsch, "dass dabei im Sinne der Ausschreibung nach der Meinung der Jury in besonderem Maße aktuarielle Themen der angewandten Produkt- und Tarifentwicklung getroffen wurden".

So hat die Jury Dr. Daniel Bauer den mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis für seine Forschungsarbeit zuerkannt, die sich mit dem Management von Sterblichkeitsrisiken und deren Entwicklung in der Lebensversicherung beschäftigt. In der Branche ein Thema mit ausgesprochen hoher aktueller Relevanz. Systematisches Sterblichkeitsrisiko, also ein Risiko, dass zukünftige Sterblichkeitstrends von heutigen Erwartungen abweichen, stellt eine erhebliche Gefahrenquelle für Versicherungsgesellschaften und andere Einrichtungen der Altersvorsorge dar. Um das Änderungsrisiko bei der Kalkulation von Lebensversicherungsverpflichtungen zu berücksichtigen, bedarf es nicht nur neuartiger Ansätze in Form von stochastischen Sterblichkeitsmodellen, sondern auch weiterentwickelter aktuarieller Ansätze, die das Risiko effizient managen können. Für die wissenschaftlichen Ergebnisse der Dissertation erhielt Daniel Bauer im Sommer bereits den Promotionspreis der Universität Ulm. Bei dem Festakt in Köln wurde die Arbeit als eine "höchst bemerkenswerte wissenschaftliche Leistung" vorgestellt, so der Vorsitzende von SCOR Deutschland, die Daniel Baur damit "als einen der international führenden Experten auf dem Gebiet stochastischer Sterblichkeitsmodelle ausweist". Der große Zuspruch und die enorme wissenschaftliche Reputation von Daniel Bauer haben sich dann auch gleich unverkennbar deutlich gemacht.

Seine Promotionsurkunde hatte Daniel Bauer noch nicht, als er bereits einen Ruf von der Universität in Atlanta erhielt. Dort lehrt er seit kurzen Aktuarwissenschaften als Assistent Professor für Risikomanagement und Versicherungen im Robinson College of Business an der Georgia State University. Daniel Bauer konnte deswegen seinen Preis in Köln nicht persönlich entgegen nehmen. Dessen ungeachtet konnten sich trotzdem die Gäste auf der Preisverleihung via Webcam und Life-Schaltung nach Atlanta von den wissenschaftlichen Leistungen des Aktuar-Experten Bauer überzeugen.

Ebenso einstimmiger Meinung war die Jury bei der Auszeichnung des zweiten Ulmer Preisträgers. Die Forschungsarbeit von Dr. Martin Riesner hat Zietsch zufolge "einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Forschung an der Schnittstelle zwischen Finanz- und Versicherungsmathematik geliefert." Riesner bringt in seiner Dissertation die Risikofaktoren Kapitalmarkt und Versicherungstechnik bei fondgebundenen Lebensversicherungen zusammen. Die Verwendung eines sehr flexiblen Ansatzes zur Beschreibung eines Versicherungsrisikos ermöglicht dabei eine Anpassung an verschiedenste Formen der Lebensversicherung. Was die mathematisch sehr anspruchsvolle Arbeit besonders auszeichnet ist, dass Riesner einerseits wichtige mathematische Beiträge und Weiterentwicklungen auf dem theoretischen Gebiet risikominimierender Hedgingstrategien geleistet hat, gleichzeitig auch die Anwendung dieser Strategien für die Praxis klar formulierte. Martin Riesner ging nach ebenso erfolgreichem Abschluss seiner Promotion in Ulm im Frühjahr 2007 zu McKinsey und arbeitet heute dort als Senior Associate auf verschiedenen Banken- und Versicherungsprojekten im In- und Ausland. Der dritte Preis ging an Rainer Kastenmeier für seine Diplomarbeit an der Technischen Universität München, die sich mit dem Problem der statistischen Modellierung der Anzahl der Schadenfälle und der Durchschnittsschadenhöhe in einem Kfz-Portfolio beschäftigt. Kastenmeier ist "im besonderen Maße gelungen, einen umfassenden statistischen Rahmen zur Modellierung der Gesamtschäden für ein Kfz-Portfolio zu entwickeln und deren Nützlichkeit in einer Datenanalyse mit komplexen Strukturen zu demonstrieren" bemerkte Zietsch zum dritten SCOR-Preisträger.

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

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