Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Riesige Datenmengen im Griff

26.02.2015

Universität Gießen erhält vom Bundesministerium für Bildung und Forschung 1,9 Millionen Euro für die Bioinformatik – Teil eines bundesweiten Netzwerks

Für ein Leistungszentrum auf dem Gebiet der Mikrobiellen Bioinformatik erhält die Professur für Systembiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ab März 1,9 Millionen Euro. Das Projekt ist Teil eines neuen Programms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Bioinformatik.

Das BMBF finanziert das „Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur“ (de.NBI) bis 2020 mit insgesamt 22 Millionen Euro. In dem Netzwerk arbeiten acht deutsche Zentren zusammen, die für die Bearbeitung bioinformatischer Daten auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften ausgewiesen sind. Als Gemeinschaftseinrichtung bieten sie künftig bioinformatische Dienstleistungen für Forschungsprojekte aus Biotechnologie und Biomedizin an. Außerdem bildet das Netzwerk Forscherinnen und Forscher in der Nutzung von Bioinformatik-Software aus.

Die Lebenswissenschaften Biologie und Medizin arbeiten heute mit Technologien, bei denen riesige Datenmengen produziert werden. Solche „Big Data“ entstehen zum Beispiel bei der systematischen Analyse von Zellfunktionen mit aktuellen Methoden der Genomforschung.

Diese Datenmengen lassen sich nur mit geeigneten Hochleistungsrechnern und Software-Paketen auswerten. Das Netzwerk soll ermöglichen, dass bundesweit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den neuen Technologien profitieren können. So sollen Forscherinnen und Forscher mit einem der Netzwerkzentren kooperieren, um dort eine Auswertung ihrer Forschungsdaten durchzuführen.

Hauptziel des Netzwerks ist es, die Bioinformatik in Deutschland als zentrale Grundlage für eine zukunftsfähige Biotechnologie und Biomedizin weiterzuentwickeln. In der Biomedizin sollen Krankheiten besser verstanden und Therapien effektiver gestaltet werden. Die Biotechnologie erhofft sich Beiträge zu einer gesünderen Ernährung und weitreichende Innovationen für biotechnologische Produktionsprozesse.

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Analyse des Erbguts von medizinisch und biotechnologisch relevanten Mikroorganismen. „Der rasante Fortschritt in der Sequenziertechnologie in den vergangenen zehn Jahren hat zu völlig neuen Möglichkeiten in der Hochdurchsatzanalyse von mikrobiellen Genomen geführt, gleichzeitig aber auch viele neue Herausforderungen hervorgebracht“, erklärt Prof. Dr. Alexander Goesmann von der JLU, Inhaber der Professur für Systembiologie und Leiter des Projekts auf dem Gebiet der Mikrobiellen Bioinformatik.

Das Zentrum für Mikrobielle Bioinformatik übernimmt in Kooperation mit Forscherinnen und Forschern der Universität Bielefeld die bioinformatische Bearbeitung von Genomdaten, vorzugsweise von Mikroorganismen. So können Genomdaten einzelner Organismen, aber auch Metagenomdaten analysiert werden.

Bei Metagenomen handelt es sich um das gemischte Erbgut von Mikroben-Gemeinschaften. „Für die bioinformatische Bearbeitung können wir auf eine neu etablierte IT-Infrastruktur zurückgreifen, die seit der Einrichtung der Professur im August 2013 aufgebaut wurde“, sagt Goesmann. Im Rahmen des Projekts werden die Speicher- und Rechenkapazitäten nun deutlich ausgebaut, um mit den schnell steigenden Anforderungen Schritt halten zu können.

Die weiteren Zentren sind über ganz Deutschland verteilt. Sie sind an den Universitäten Bochum, Bremen, Heidelberg, Freiburg und Tübingen sowie am Forschungsinstitut Gatersleben angesiedelt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller acht Zentren kommen künftig in gemeinsamen Koordinierungstreffen, Symposien, Workshops und Sommerschulen zusammen.

Darüber hinaus organisieren die Leistungszentren Trainingskurse und bearbeiten Anfragen von Nutzerinnen und Nutzern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung lässt das Netzwerk im Jahr 2018 zwischenbegutachten.

Kontakt:

Prof. Dr. Alexander Goesmann, Professur für Systembiologie
Heinrich-Buff-Ring 58, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-35800
E-Mail: alexander.goesmann@computational.bio.uni-giessen.de

Weitere Informationen:

http://www.computational.bio

Lisa Dittrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive