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Rastlose Beine – ruhelose Nächte: Förderpreis für Schmerzforschung an Göttinger Forscher

07.10.2010
Kribbeln, Ziehen oder Reißen und ein Bewegungsdrang in den Beinen kostet die Betroffenen des Restless-Legs-Syndroms den Schlaf.

Denn vor allem abends und nachts quält sie die Ruhelosigkeit. Mit einfachen Tests konnten Göttinger Forscher um Dr. Cornelius Bachmann in einer Kooperation mit Dr. Roman Rolke von der Universität Mainz jetzt feststellen, welche sensorischen Profile Patienten mit einem sog. primären und sekundären Restless-Legs-Syndrom aufweisen und welche Therapie am ehesten für den jeweiligen Patienten geeignet ist (Brain 2010; 133:762-770).

Für ihre Arbeit werden sie beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim mit dem mit 3.500 Euro dotierten zweiten Preis der Kategorie Klinische Forschung des Förderpreises für Schmerzforschung 2010 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vergeben von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. Stifterin ist die Grünenthal GmbH (Aachen).

Welche Medikamente helfen

Die Ursachen für die unangenehmen Empfindungen in den Beinen können unterschiedlich sein. Entsprechend helfen unterschiedliche Medikamente. Patienten, die ein sekundäres Restless-Legs-Syndrom assoziiert mit einer Erkrankung feiner Nervenfasern haben, helfen eher Medikamente gegen Nervenschmerzen.

Patienten mit einem primären Restless-Legs-Syndrom profitieren eher von Wirkstoffen, die wie der Nervenbotenstoff Dopamin wirken und die man auch bei der Parkinson-Krankheit einsetzt. Um die verschiedenen Formen des Restless-Legs-Syndroms zu unterscheiden, wandten die Forscher die Quantitative Sensorische Testung (QST) an. Mit einer Reihe einfacher Tests – z.B. der Wärmeempfindung und der Empfindlichkeit für spitze oder stumpfe Reize und Druck – ermittelten sie im Rahmen des von der Deutschen Restless Legs-Vereinigung (RLS e.V.) geförderten Projektes ein Profil des jeweiligen Patienten.

Einfacher, unblutiger Test

Ihr Ergebnis: Zwar waren alle Patienten besonders empfindlich für stumpfen Druck und spitze Reize, aber Pateinten mit Nervenerkrankung hatten erhöhte Kalt-Warm-Wahrnehmungsschwellen im Vergleich zu anderen Patienten und gesunden Kontrollpersonen. Patienten mit Restless-Legs-Syndrom und ohne Erkrankung der feinen Nervenfasern nahmen Vibrationen und Druck auf die Muskulatur stärker wahr. „Wir können so einfach und unblutig ermitteln, welche Therapie für einen Patienten am ehesten geeignet ist“, erklärt Dr. Bachmann. „Zum anderen geben die Studienergebnisse uns Hinweise auf den beim Restless-Legs-Syndrom bestehenden Mechanismus einer sog. zentralen Sensibilisierung als Hinweis auf eine erhöhte Erregbarkeit des zentralen Nervensystems.“

Titelaufnahme

Cornelius G. Bachmann, Roman Rolke, Uta Scheidt, Christine Stadelmann, Martin Sommer, Goran Pavlakovic, Svenja Happe, Rolf-Detlef Treede and Walter Paulus: Thermal hypoaesthesia differentiates secondary restless legs syndrome associated with small fibre neuropathy from primary restless legs syndrome. In: Brain (2010) 133(3): 762-770 first published online February 28, 2010 doi:10.1093/brain/awq026

Ansprechpartner

Dr. Cornelius G. Bachmann, Bereich Humanmedizin – Universität Göttingen, Abt. Klinische Neurophysiologie, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen, Tel. 0551/39-6652, E-Mail: cbachma@gwdg.de

Meike Drießen | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de

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