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Preis für den Herrn der schwimmenden Städte

16.12.2008
Bernard Meyer, der Chef der Meyer Werft in Papenburg, erhält den Werner-von-Siemens-Ring, die höchste deutsche Technik-Auszeichnung

Tausende von Menschen säumen jedes Mal die Ems und verfolgen mit Spannung, wenn ein funkelnagelneuer Ozeanriese Zentimeter für Zentimeter der freien Nordsee entgegen navigiert wird. Jedes der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft in Papenburg ist ein Unikat und ein technisches Meisterwerk.

Das gilt nicht allein für die gigantischen Mengen an Material, die hier perfekt zeitlich koordiniert und mit handwerklicher Kunstfertigkeit zusammengebaut werden. Sondern das gilt vor allem für die technischen Innovationen, die stets im Spiel sind. Sie sind ein ganz wesentlicher Grund, warum sich die Meyer Werft als einziges mittelständisches Privatunternehmen in diesem Markt behaupten kann. Ihr geschäftsführender Gesellschafter Dipl.-Ing. Bernard Meyer versteht es wie kein anderer, auf der Höhe der Zeit zu bleiben und technisch-wissenschaftliche Erkenntnisse beim Bau seiner Schiffe zügig umzusetzen.

Wegen dieser Fähigkeit, neben seinem beispielhaften Engagement als sozialer Unternehmer, erhält der Schiffbauingenieur den Werner-von Siemens-Ring. Die höchste deutsche Auszeichnung für Personen, die durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert haben, wird in der Regel alle drei Jahre von der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring vergeben.

Er führt bereits in der sechsten Generation das Familienunternehmen Meyer Werft. Diese Tatsache war für Bernard Meyer, wie er in Interviews gerne betont, stets ein besonderer Ansporn, seine Sache gut zu machen. So kam natürlich nur ein Studium der Schiffbautechnik in Frage. Und natürlich behält er bis heute alle entscheidenden Fäden selber in der Hand - in der enorm umfangreichen Logistik, in der sozialen Gestaltung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und in Fragen der technischen Entwicklung. Vor allem Letzteres ist in den wenigen vergleichbaren Werften weltweit, die sämtlich in den Händen von großen Konzernen sind, nicht der Fall. So konnte die Meyer Werft das bedeutendste Unternehmen nicht nur im Emsland, sondern auch im deutschen Schiffsbau insgesamt werden. Und trotz steigender Konkurrenz aus Asien und trotz der drohenden Wirtschaftskrise steht das Familienunternehmen recht gut da, mit kontinuierlichem Wachstum in den letzten Jahren. Jährlich werden vier bis sechs Schiffe gebaut, darunter nicht nur Kreuzfahrtschiffe mit Dimensionen schwimmender Städte, sondern auch Spezialschiffe wie Gastanker und Flusskreuzfahrtschiffe. Wie wichtig dafür gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter sind, hat Bernard Meyer schon lange erkannt und darum ein aufwendiges Aus- und Fortbildungsprogramm im eigenen Hause initiiert.

"Wir ehren Bernard Meyer, weil er eine Ausnahmeerscheinung unter den deutschen Ingenieuren darstellt, wegweisende technische Entwicklungen hervorgebracht und in seinen modernen Werften in Papenburg und Rostock unternehmerisch umgesetzt hat", erläutert Prof. Dr. Ernst O. Göbel, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring und Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die Entscheidung, den Werner-von-Siemens-Ring an Bernard Meyer zu vergeben. Er wird damit in eine klangvolle Reihe von Ringträgern aufsteigen, zu denen Carl Bosch, Konrad Zuse und Wernher von Braun gehören (siehe Anhang: Träger des Werner-von-Siemens-Ringes). Die Übergabe des Ringes wird am 13. Dezember 2009, dem 193. Jahrestag des Geburtstags von Werner von Siemens, im Rahmen einer Festveranstaltung erfolgen.

Stiftung Werner-von-Siemens-Ring
Anlässlich des 100. Geburtstages von Werner von Siemens am 13. Dezember 1916 wurde in Berlin die "Siemens-Ring-Stiftung" mit der Hauptaufgabe gegründet, "lebende Personen ohne Ansehen des Amtes, der Stellung oder des Ranges auszuzeichnen, wenn sie durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert oder als Vertreter der Wissenschaft durch ihre Forschung der Technik neue Wege erschlossen haben". Später wurde sie in "Stiftung Werner-von-Siemens-Ring" umbenannt. Der "Werner-von-Siemens-Ring - Ehrenring für Verdienste um Naturwissenschaft und Technik" gilt als eine der höchsten deutschen Auszeichnungen auf diesem Gebiet und wird an hochverdiente Naturforscher und Gestalter der Technik verliehen. Vergeben wird der Ring durch einen Stiftungsrat, dem neben den noch lebenden Ringträgern die Vorsitzenden oder Vertreter technisch-wissenschaftlicher Verbände sowie der Wirtschaft, die Vorsitzenden der großen Wissenschaftsorganisationen, zwei Professoren der Natur- oder Ingenieurwissenschaften sowie ein Mitglied der Familie von Siemens angehören. Den Vorsitz nimmt satzungsgemäß der Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wahr. Schirmherr der Stiftung ist der Bundespräsident.

Weitere Informationen: Stiftung Werner-von-Siemens-Ring, c/o DV, WissenschaftsForum, Markgrafenstr. 37, 10117 Berlin, Tel: 030 / 93 62 78 -71, Fax: 030 / 93 62 78 -69, wvsr@dvt-net.de, http://www.siemens-ring.de

Anhang: Träger des Werner-von-Siemens-Ringes
2008: Bernard Meyer
2005: Berthold Leibinger
2002: Jörg Schlaich
1999: Dieter Oesterhelt
1996: Carl Adam Petri
1993: Eveline Gottzein
1990: Artur Fischer
1987: Rudolf Schulten
1984: Fritz Peter Schäfer
1981: Hans Scherenberg
1978: Rudolf Hell
1975: Wernher von Braun, Walter Bruch
1972: Ludwig Bölkow, Karl Winnacker
1968: Karl Küpfmüller, Joachim Siegfried Meurer
1964: Fritz Leonhardt, Walter Schottky, Konrad Zuse
1960: Otto Bayer, Walter Reppe, Karl Ziegler
1956: Jonathan Zenneck
1952: Hermann Röchling
1941: Walther Bauersfeld
1937: Fritz Todt
1933: Wolfgang Gaede
1930: Hugo Junkers
1927: Oskar von Miller
1924: Carl Bosch
1920: Carl Auer von Welsbach
1916: Carl von Linde

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.siemens-ring.de
http://www.ptb.de/

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