Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preis für weltweit einzigartiges Konzept zur Barrierefreiheit für gehörlose Menschen

10.07.2015

Zum sechsten Mal ist am 9. Juli der Preis des Hochschulrats der Hochschule
Mainz verliehen worden, mit dem herausragende Studienleistungen ausgezeichnet werden.
Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr geteilt und an drei Absolventen vergeben. 1000 Euro erhielt Jan Lorenz, Absolvent des Studiengangs Kommunikationsdesign, für seine Masterarbeit „Der Gebärdensprachbutton“. Je 500 Euro gingen an Benedikt Roland Zillgen und Sven Brucker, deren Bachelorarbeiten im Studiengang Bauingenieurwesen gleichfalls mit der Note 1,0 bewertet worden waren.

Mit seinem – weltweit einzigartigen – Konzept eines neuen Kommunikationstools für gebärdensprachlich orientierte Nutzer hat Jan Lorenz „eine bis ins Detail durchdachte Strategie entwickelt, wie durch Vereinfachung und Vereinheitlichung der gesetzlich vorgeschriebene Weg der Barrierefreiheit auch für Gehörlose und Gehörbeeinträchtigte realistisch geebnet werden kann“, so Prof. Philipp Pape, der die Masterarbeit an der Hochschule Mainz betreut hat.

„Durch einen einheitlichen Button, unter dem unterschiedliche Übersetzungen für die Betroffenen angeboten werden können, werden nach diesem Konzept Angebote erstmals auffindbar, vergleichbar und verknüpfbar. Ein solcher Ansatz wird dazu führen, sowohl den Bedarf an diesen Angeboten deutlich zu machen, als auch einen Wettbewerb in Gang zu setzen, die Umsetzung der Inklusion im öffentlichen und privaten Sektor voran zu treiben.

Der Gebärdensprachbutton erreicht dies durch die simple, aber aussagekräftige Gestaltung von Icons, die den ganzen Umfang der möglichen Übersetzungen für Gehörlose abdecken: Gebärdensprach-Videos, Gebärdensprach-Dolmetscher, Gebärdensprach-Avatare oder einen Gebärdensprach-Direktkontakt. Somit wird die Vielfalt der Angebote erstmals darstellbar und auffindbar und gleichzeitig auch beworben.“

Mit dem Gebärdensprachbutton hat Jan Lorenz, der als hörender Sohn zweier gehörloser Eltern persönlich für das Thema sensibilisiert ist, eine standardisierte visuelle Orientierung für gebärdensprachliche Angebote im Internet geschaffen und damit, wie er sich selbst wünscht, „einen Beitrag zur soziopolitischen Partizipation Gehörloser“ geleistet.

Neben dem Button sind auch eine Informationswebseite und eine Eingabemaske für Anbieter weitere wesentliche Bestandteile der Arbeit. „Während die Informationswebseite das gesellschaftliche Bewusstsein für die Lebensbedingungen und Belange Gehörloser stärkt“, erläutert Jan Lorenz, „ist die Eingabemaske für Anbieter des Buttons eine einfache und wirtschaftlich attraktive Möglichkeit, ihre an gehörlose Menschen gerichteten Informationen und Kommunikationsangebote über den Gebärdensprachbutton einzupflegen und auf ihren eigenen Internetauftritten damit barrierefrei im Internet zu präsentieren. Dieses Konzept ist gegenwärtig weltweit noch nicht vorhanden und in seinem Umfang einzigartig.“

Über seine herausragende fachliche Leistung hinaus hat sich Jan Lorenz auch immer wieder gesellschaftlich engagiert. Zwischen 2011 und 2013 war er Mitglied der Jury eines deutsch-landweiten Plakatwettbewerbs des Deutschen Studentenwerks und gestaltete dazu auch deren Informationsmaterial. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts entwarf er eine Applikation für zukünftige Ausstellungen im Gutenberg-Museum Mainz, die eine Partizipation an den Themen der Ausstellung auch außerhalb des Museumsraumes ermöglichen soll.

Weitere Informationen:

http://www.janlorenz.com

Bettina Augustin | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Center Smart Materials CeSMa erhält SilverStar Förderpreis 2017 für innovativen Druckmessstrumpf
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Ausgezeichnet: Hallesche Pharmazeuten erhalten „Best Paper Award“ für Studie zu Nanopartikeln
30.05.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie