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Preis des Deutschen Krebsforschungszentrums für Ulmer Leukämieforscher

03.06.2009
Für seine Forschung zur häufigsten Leukämieform bei Erwachsenen (Chronische Lymphatische Leukämie) erhält Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum Ulm den Richtzenhain-Preis des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Der Ulmer Arzt und Wissenschaftler trägt durch seine Untersuchungen am Erbgut der Krebszellen wesentlich dazu bei, für Leukämiepatienten gezielt die wirkungsvollsten Therapien auswählen zu können.

Der Richtzenhain-Preis, der am Sonntag, den 07. Juni 2009 (17.45 Uhr), in Heidelberg verliehen wird, geht an zwei Wissenschaftler, die sich das Preisgeld von 10.000 Euro teilen.

Jede Erkrankung erfordert den Einsatz des wirkungsvollsten Medikaments. Welches Medikament am besten wirkt, kann sich aber von Patient zu Patient unterscheiden. Professor Stilgenbauer hat mit seiner Arbeitsgruppe die Möglichkeiten verbessert, bei Leukämiepatienten vor Beginn einer Behandlung herauszufinden, welche Therapie am erfolgversprechendsten ist.

"Mit unseren Analysen können wir zum Beispiel feststellen, ob im Erbgut der Krebszellen der Mechanismus gestört ist, der das Absterben der Zelle hervorruft, wenn sie zum Beispiel durch eine Chemotherapie geschädigt wird. Ist dieser Selbstzerstörungsmechanismus gestört, wissen wir, dass bestimmte Chemotherapien wenig gegen diese Krebszellen ausrichten können", erklärt Professor Stilgenbauer, Leitender Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin III (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Hartmut Döhner).

Durch eine umfangreiche Analyse des Erbguts können die Ärzte Patienten in Risikogruppen einteilen und dann die passende Therapie wählen. "Das kann zum Beispiel eine andere Form von Chemotherapie sein, wir setzen aber auch neuere biologische Behandlungsformen ein, bei denen z. B. Antikörper zur Bekämpfung der Krebszellen verwendet werden. Auch die Kombination beider Therapien ist oft erfolgversprechend. Wir erhalten durch die Untersuchungen des Erbguts auch Hinweise darauf, wann eine Stammzelltransplantation, also der Aufbau eines ganz neuen Immunsystems, sinnvoll sein kann", erläutert der Ulmer Preisträger.

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler werden bereits für Leukämiepatienten genutzt. Genau das ist einer der Gründe für die Jury, den Preis nach Ulm zu vergeben, denn der Richtzenhain-Preis zeichnet exzellente Wissenschaftler aus, deren Arbeit auf vorbildliche Weise Ergebnisse aus der Krebsgrundlagenforschung in die Klinik überträgt. "Für uns ist der Preis eine Anerkennung unserer Arbeit, mit der wir Therapien für Leukämiepatienten verbessern wollen", sagt Stilgenbauer. Die Klinik für Innere Medizin III gehört im Bereich der Erforschung von Risikogruppen bei Leukämien zu den national und international führenden Einrichtungen.

Der Richtzenhain-Preis wird seit 1975 durch die Stiftung des Neurologen Walther Richtzenhain und seiner Frau Christine vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg verliehen. Weiterer Preisträger ist in diesem Jahr Prof. Dr. Christopher Heeschen vom Spanish National Cancer Research Centre Madrid, der die Mechanismen der Metastasenbildung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht.

Auf Wunsch können wir Ihnen am Montag, den 08. Juni, in Zusammenarbeit mit dem dkfz ein Bild von der Preisverleihung zur Verfügung stellen.

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
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