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Postdoktoranden-Preis der Robert-Koch-Stiftung für Dr. Koji Tokoyoda

12.11.2010
Professor Koji Tokoyoda von der Universität Chiba in Japan erhielt als einer von drei Nachwuchswissenschaftlern den diesjährigen Postdoktorandenpreis der Robert-Koch-Stiftung, der mit jeweils 5.000 Euro dotiert ist.

Koji Tokoyoda wurde für seine Arbeiten zur Organisation des immunologischen Gedächtnisses ausgezeichnet, die er als Gastwissenschaftler und Stipendiat der Alexander-von-Humboldt Stiftung am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, einem Leibniz-Institut, angefertigt hat. Die Preisverleihung fand am 12. November 2010 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt.

Das Immunsystem kann sich an Krankheiterreger erinnern, die einmal eine Infektion ausgelöst haben. Diese Immunität, die auch durch eine Impfung ausgelöst werden kann, beruht auf einem Immunologischen Gedächtnis. Bis heute ist aber nur schlecht verstanden, wie dieses Gedächtnis funktioniert.

Als Gastwissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Professor Andreas Radbruch am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum hat Koji Tokoyoda in eleganten Experimenten erstmals gezeigt, dass die wichtigen T Helfer Lymphozyten, die Immunreaktionen kontrollieren, nach einer Immunreaktion aus den Lymphknoten in das Knochenmark einwandern, und sich dort zu „schlafenden“ Gedächtniszellen entwickeln. Sie docken dabei an spezielle Stromazellen an, die sie am Leben erhalten. Infiziert der Krankheitserreger den Körper ein zweites Mal, wachen die Gedächtniszellen sofort auf und beginnen, eine neue Immunreaktion einzuleiten.

Nachdem die Forschungsgruppe bereits früher gezeigt hatte, dass auch Antikörper-produzierende Gedächtnis-Plasmazellen im Knochenmark ruhen und überleben, zeichnet sich jetzt ab, dass das Knochenmark eine ganz besondere Rolle als „Haus“ des Immunologischen Gedächtnisses spielt. Die Stromazellen des Knochenmarks bilden Überlebensnischen, in denen die Gedächtniszellen ruhen und entweder dauernd schützende Antikörper bilden, im Fall der Gedächtnis-Plasmazellen, oder warten, bis der Krankheitserreger ein zweites Mal kommt, im Fall der Gedächtnis-T Lymphozyten.

Die bahnbrechenden Ergebnisse von Dr. Koji Tokoyoda führen zu einem ganz neuen Bild des Immunologischen Gedächtnisses. Sie sind von fundamentaler Bedeutung für die Entwicklung von Impfstoffen, aber auch für die Behandlung von Krankheiten, die durch das Immunsystem verursacht werden, wie Allergien, Entzündungen und Rheuma.

Literatur:
1. Tokoyoda K., Hauser E.A., Nakayama T., Radbruch A.: Organization of immunological memory by stroma. Nat. Rev. Immunol. 2010; 10:193
2. Tokoyoda K., Zehentmeier S., Radbruch A.: Organisation and maintenance of immunological memory by stroma niches. Eur. J. Immunol. 2009; 39: 2095

3. Tokoyoda K., Zehentmeier S., Hegazy A.N., Albrecht I., Grün J.R., Löhning M., Radbruch A.: Professional memory CD4+ T lymphocytes preferentially reside and rest in the bone marrow. Immunity 2009; 30:721

Kontakt:
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin
Prof. Andreas Radbruch
E-mail: radbruch@drfz.de
Telefon: +49 30 28460 601

Jacqueline Hirscher | idw
Weitere Informationen:
http://www.drfz.de

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