Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oskar Medizinpreis 2013 an zwei Wissenschaftler verliehen

29.01.2014
Der mit 50.000 € dotierte Oskar Medizinpreis der Berliner Stiftung Oskar-Helene-Heim ist einer der höchstdotierten Medizinpreise in Deutschland. Die Auszeichnung 2013 wurde an zwei Lungenforscher der Justus-Liebig-Universität Gießen verliehen.
Der Oskar Medizin-Preis 2013 wird geteilt und an zwei Wissenschaftler verliehen. Preisträger sind Prof. Dr. med. Andreas Günther und Prof. Dr. med. Philipp Markart. Beide forschen und lehren im Schwerpunkt Pneumologie in der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Gießen, die Teil des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (Direktor Prof. Dr. Werner Seeger) ist. Die beiden hochrangigen Wissenschaftler werden für ihre wegweisenden Forschungen zum Thema der interstitiellen Lungenkrankheiten ausgezeichnet.

Interstitielle Lungenkrankheiten (Interstitial Lung Diseases - ILDs) haben eine große klinische Bedeutung. Heute werden mehr als 100 verschiedene Formen dieser heterogenen Krankheitsgruppe beschrieben. Kennzeichnend ist vor allem die Entzündung und Fibrosierung der dünnen Gewebewand zwischen den Lungenbläschen (dem Lungeninterstitium). Dieser Umbau des Lungengerüstes führt im Verlauf zu einer Störung des Gasaustausches. Daher ist das Hauptsymptom eine zunehmende Atemnot, die im frühen Krankheitsstadium bei körperlicher Belastung und bei fortgeschrittener Krankheit auch in Ruhe auftritt.

Die Behandlung stellt nach wie vor eine besondere Herausforderung dar, da die Ursachen bei etwa zwei Drittel aller Fälle noch unbekannt sind. Bei einem Drittel der Erkrankungen sind äußere Faktoren als Krankheitsauslöser bekannt. Vorrangig sind es die Inhalationen organischer oder anorganischer Stoffe, Reaktionen auf Arzneimittel und Infektionen.

Neben einer Expositionsprophylaxe werden einige Erkrankungen symptomatisch mit Kortikosteroiden oder anderen entzündungshemmenden sowie neuerdings auch mit antifibrotischen Medikamenten behandelt. Viele Patienten benötigen besonders im späteren Stadium der Erkrankung eine Sauerstofflangzeittherapie. Für wenige Patienten mit schwerer ILD kommt eine Lungentransplantation in Frage. Es bleibt das Problem, dass für die meisten Erkrankungen eine gegen die Krankheitsursache gerichtete und damit eine Heilung bewirkende Behandlung nicht verfügbar ist.

Dies hat die Stiftung Oskar-Helene-Heim zum Anlass genommen, den Oskar Medizinpreis 2013 für herausragende wissenschaftliche Leistungen zu diesem Thema zu verleihen. Die Behandlungen dieser Lungenkrankheiten stellen eine ständig wiederkehrende Herausforderung dar.

Mit der Verleihung an diese beiden Mediziner würdigt die Stiftung die wissenschaftliche Qualität der hochrangig publizierten, zum Teil gemeinsam durchgeführten Forschungsarbeiten zu den Pathomechanismen interstitieller fibrosierender Lungenkrankheiten, deren Ziel die Entwicklung innovativer Therapiekonzepte ist. Prof. Günther hat als Leiter der Arbeitsgruppe „Interstitielle Lungenerkrankungen“ nationales und internationales Renommee. Für Prof. Markart sprechen seine nahezu ebenbürtigen wissenschaftlichen Leistungen und sein Potential als Nachwuchsforscher. Mit dem Preisgeld soll ein Anschub für weitere Forschungen ermöglicht werden.

Die vorgelegten Arbeiten stellen, so Prof. Dr. Tobias Welte, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und Jurymitglied, wichtige Beiträge zur Grundlagenwissenschaft bzw. präklinischen Forschung besonders auf dem Gebiet der idiopathischen Lungenfibrose dar.

Mitglieder der Jury für den Oskar Medizinpreis 2013:
Prof. Dr. Otto Chris Burghuber (Otto Wagner Spital Wien)
Prof. Dr. Konrad Bloch (Universität Zürich)
Prof. Dr. Felix Herth (Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg)
Prof. Dr. Michael Pfeifer (Universität Regensburg)
Prof. Dr. Tobias Welte (Medizinische Hochschule Hannover)

Die Verleihung des Oskar Medizinpreises 2013 erfolgte im Rahmen des 3. Kongresses der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für die Therapie von Lungenkrankheiten (WATL) am 24. Januar 2014 in Berlin.

Die Stiftung Oskar-Helene-Heim in Berlin fördert Wissenschaft und Forschung in der Medizin, insbesondere der Orthopädie, der Lungenheilkunde, der Gastroenterologie und Viszeralchirurgie sowie der Orthopädietechnik. Zu diesem Zweck unterstützt die Stiftung Forschungsprojekte oder sonstige gemeinnützige gesundheitsfördernde Vorhaben, verleiht Stipendien und vergibt jährlich den Oskar Medizinpreis und die Helene-Medaille. Die Stiftung ist darüber hinaus Teilhaber am HELIOS Klinikum Emil von Behring im Berliner Südwesten. Seit 2004 besteht mit der HELIOS Kliniken GmbH durch die Eingliederung der damaligen Zentralklinik Emil von Behring eine strategische Partnerschaft.
Gegründet wurde die Stiftung 1966. Bis zum Jahr 2000 war sie Träger des renommierten orthopädischen Krankenhauses Oskar- Helene-Heim, von 2001 bis 2004 der Zentralklinik Emil von Behring. Die Wurzeln der Stiftung reichen zurück ins Jahr 1905, als der Industrielle Oskar Pintsch gemeinsam mit seiner Ehefrau Helene und dem Mediziner Dr. Konrad Biesalski einen Verein gründete, dessen Ziel die Heilung, Ausbildung und Überwachung junger Menschen mit gesundheitlichem Handicap war.

Pressekontakte:
Stiftung Oskar-Helene Heim
Werner Ukas
Geschäftsführer
Telefon: 030 8102-11 00
Mobil: 0171 5538325
info@stiftung-ooh.de

Werner Ukas | Stiftung Oskar-Helene-Heim
Weitere Informationen:
http://www.stiftung-ohh.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie