Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öko-Institut und Utopia rufen Ideenwettbewerb zu ‚Lebenszykluskosten’ aus

14.07.2011
Das Öko-Institut und die Internetplattform Utopia suchen nach einem kreativen, neuen Namen für das Wort ‚Lebenszykluskosten’. Der Begriff bezeichnet die Summe aus dem Kaufpreis eines Produktes und seinen laufenden Betriebskosten.

Energieeffiziente Haushaltsgeräte verbrauchen in ihrer Nutzung deutlich weniger Strom, daher sind die Betriebskosten für den Betrieb deutlich niedriger als die eines konventionellen Geräts.

„Nur wenige Verbraucher wissen, dass nicht nur die Kosten für die Anschaffung sondern vor allem die Folgeausgaben für Strom, Wasser und Gas für die Bilanz im Portemonnaie wichtig sind“, erklärt Dr. Dietlinde Quack, Energieexpertin am Öko-Institut. „Schuld daran kann auch der sperrige Name ‚Lebenszykluskosten’ sein. Wir suchen deshalb gemeinsam mit Utopia nach frischen und verständlicheren Bezeichnungen.“

Wettbewerb: Die beste Idee gewinnt 500 Euro

Vorschläge für einen neuen Begriff können im Rahmen des Ideenwettbewerbs bis zum 31. August 2011 an die E-Mailadresse ideen@ecotopten.de eingereicht werden. Eine Jury aus Ilona Jerger (Jury-Vorsitzende, freie Autorin für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen und langjährige Chefredakteurin der Zeitschrift natur+kosmos), Rainer Grießhammer (Öko-Institut) und Meike Gebhard (Utopia) wählt die Gewinner aus.

Umfrage zur Kaufentscheidung: Verlosung von fünf Masterslave-Steckerleisten mit dem Blauen Engel

Mangelnde Informationen im Handel sind eine weitere Hürde für den Verbraucher, die Lebenszykluskosten seiner Geräte im Haushalt zu kennen. Einzelhändler in Elektronik- und Haushaltwarenläden zeichnen die Betriebkosten nicht aus. Kunden und Kundinnen können sich nur in speziellen Verbraucherportalen wie zum Beispiel auf http://www.ecotopten.de über die Gesamtkosten eines Produkts informieren.

Wesentlich einfacher wäre es, wenn sie diese Informationen direkt am Produkt oder über Auskünfte im Geschäft einsehen könnten. Für die Ausweisung dieser Angaben im Handel gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Öko-Institut und Utopia wollen in einer Umfrage wissen, welche Hinweise für Verbraucher interessant sind und wo sie diese finden möchten.

Unter allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Umfrage verlosen sie fünf mit dem Blauen Engel ausgezeichnete Masterslave-Steckerleisten. Mit Hilfe solcher Steckdosenleisten können Geräte vom Stromkreis getrennt werden und sind oftmals erst dann "wirklich aus". Technisch funktionieren diese Steckerleisten so, dass daran Hauptgerät (Master) und mehrere weitere Geräte (Slaves) angeschlossen werden. Beim Ausschalten des Master-Geräts werden die Slave-Geräte komplett vom Netz getrennt und somit deren Standby-Verbrauch auf Null reduziert.

Sie können sich bis zum 31. August 2011 auf dieser Internetseite an der Umfrage von Öko-Institut und Utopia beteiligen.

http://www.utopia.de/branchenbarometer/umfrage-zu-lebenszyklenkosten-von-produkten

Hintergrundinformationen zu Lebenszykluskosten von Produkten

Seit über zehn Jahren gibt es ein gutes Angebot von energiesparenden bzw. energieeffizienten Produkten im Handel. Die Nachfrage nach diesen Produkten ist allerdings nicht so groß. Hierfür gibt es mehrere Gründe: mangelnde Kenntnis der Energieeffizienz-Kennzeichung, die vermutete schlechtere Qualität der „Öko-Produkte“, aber natürlich auch die in der Regel höheren Verkaufspreise der energieeffizienten Produkte. Tatsächlich sind energieeffiziente Produkte häufig teurer als konventionelle bzw. nicht energieeffiziente Produkte. Bei Haushaltsgroßgeräten wie einem Kühlschrank kann das in der Größenordung von 200 Euro und mehr liegen, bei Energiesparlampen im Vergleich zu Glühbirnen bei einigen Euro.

Allerdings verbrauchen die energieeffizienten Produkte deutlich weniger Energie und haben damit geringere Betriebskosten, die die Differenz beim Kaufpreis aufwiegen. Die Gesamtkosten aus Kaufpreis und Betriebskosten (auch Lebenszykluskosten genannt) sind damit meist vergleichbar oder sogar günstiger als die der konventionellen Produkte. Die Betriebskosten in der Nutzungsphase können den Kaufpreis weit übersteigen – sie können doppelt- oder sogar dreimal so hoch sein.

Ein Beispiel: Lebenszykluskosten im Vergleich

Die Kühl-Gefrier-Kombination von Elektrolux ERB 36001W8 mit einem Volumen von 245 Liter (Kühlen) bzw. 92 Liter (Tieffrieren) der Energieeffizienzklasse A kostet 679 Euro. Sie ist damit 190 Euro billiger als die vergleichbar große Kühl-Gefrier-Kombination AEG-Elektrolux Öko-Santo 70361KG mit der Energieeffizienzklasse A++. Das A-Klasse-Gerät hat mit 350 Kilowattstunden (kWh) einen hohen Stromverbrauch. Über die durchschnittliche Lebensdauer von 14 Jahren entstehen dadurch etwa 1.140 Euro Stromkosten. Das sind etwa 440 Euro mehr im Vergleich zum energieeffizienten A++-Gerät mit einem Stromverbrauch von nur 214 kWh und Stromkosten von 695 Euro. Zieht man von dieser Ersparnis bei den Stromkosten den Differenzbetrag bei den Anschaffungskosten ab, spart man mit dem A++-Gerät über die gesamte Nutzungszeit von 14 Jahren rund 250 Euro im Vergleich zum A-Modell.

Hohe Betriebskosten und hohe Differenzen zwischen konventionellen und energieeffizienten Geräten gibt es auch bei Wäschetrocknern, Fernsehgeräten, Espressomaschinen, Energiespar- und LED-Lampen sowie bei Pkw, aber auch bei Heizungsanlagen, Heizungspumpen, Thermostatventilen oder (Warm-) Wassersparköpfen.

Das Projekt EcoTopTen

Die Umfrage und der Ideenwettbewerb finden im Rahmen des im EU-Programms Intelligent Energy Europe geförderten Projekts EuroTopTen Plus statt. EuroTopTen ist die EU-Dachkampagne, die in EcoTopTen ihre deutsche Vertreterin findet. EcoTopTen wurde vom Öko-Institut ins Leben gerufen und informiert Verbraucher zum nachhaltigen Konsum. Die Plattform bietet kompakte Übersichten zu empfehlenswerten Produkten, die nicht nur umweltfreundlich und energieeffizient sind, sondern auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine hohe Qualität haben.

Die EcoTopTen-Marktübersichten und zahlreiche weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.ecotopten.de

Zur Umfrage und zum Ideenwettbewerb „Lebenszykluskosten
http://www.utopia.de/magazin/was-kosten-produkte-wirklich-umfrage-ideenwettbewerb-lebenszykluskosten-betriebskosten-gewinnen

Ansprechpartnerinnen:

Öko-Institut e.V.
Dr. Dietlinde Quack
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Institutsbereichs Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Geschäftsstelle Freiburg
Telefon: +49-761/45295-0
E-Mail: d.quack(at)oeko.de
Utopia
Melanie Gräber
Telefon: +49 89 260 24 14 0
E-Mail: presse(at)utopia.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr
1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer
nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das
Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Neues vom Öko-Institut auf Twitter: http://twitter.com/oekoinstitut
Interesse, Mitglied zu werden? Mehr unter http://www.oeko.de/mitmachen
Die Utopia AG betreibt das führende Webportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil im deutschsprachigen Raum (www.utopia.de). Utopia gibt Verbrauchern Information und Orientierung und hilft ihnen, ihr Leben nachhaltiger zu gestalten. Darüber hinaus fördert Utopia den Dialogprozess zwischen Verbrauchern, Unternehmen und Politik über gesellschaftliche Wege zu mehr Nachhaltigkeit. Mit mehr als 70.000 registrierten Mitgliedern ist Utopia die mit Abstand größte Community in diesem Bereich. Als zweite Säule neben der Utopia AG steht die Utopia Stiftung, die den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit beschleunigen und die Macher des gesellschaftlichen Wandels unterstützen will. Die Utopia Stiftung wird von einem Kuratorium getragen, das sich aus Vordenkern der Wissenschaft, Öffentlichkeit und Unternehmen zusammensetzt. Drei Jahre nach dem Start ist Utopia die erste Anlaufstelle im Web und ein gefragter Partner bei Unternehmen, NGOs und Politik für alle Fragen zum Thema nachhaltiger Konsum.

Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.utopia.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Krankheitserreger beim Reis blockieren
10.08.2017 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie