Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norddeutsche Chirurgen erhalten Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

05.04.2017

Prof. Dr. Schafmayer, Leitender Oberarzt an der Klinik für Allgemeine, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie (Direktor Prof. Dr. Thomas Becker) des Universitätsklinikums Schleswig Holstein, Campus Kiel, und Medizinische Fakultät der Universität Kiel und Prof. Dr. Schniewind, Chefarzt der Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Städtischen Krankenhaus Lüneburg, wurden auf dem 134. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in München mit dem Felicién-Steichen-Preis 2017 ausgezeichnet.

Das Auswahlkomitee der DGCH vergibt diese Auszeichnung an die beiden norddeutschen Mediziner, da sich die Professoren Schafmayer und Schniewind um die Weiterentwicklung der klinischen Chirurgie besonders verdient gemacht und einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Krankenbehandlung auf dem Gebiet der Chirurgie geleistet haben.


Freude über die Auszeichnung (v.l.): Prof. Dr. Tim Pohlemann (Präsident DGCH), Prof. Schniewind (Lüneburg), Prof. Schafmayer (UKSH Kiel), Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Meyer (Generalsekrekretär DGCH)

Foto: Peter Schmalfeldt

Die Arbeitsgruppe wurde wegen ihrer wegweisenden Entwicklungen und Publikationen zum Thema der endoskopischen Vakuumtherapie nach Oesophagusperforationen (Durchbruch der Speiseröhre) und Anastomoseninsuffizienzen nach Oesophagusresektionen (Undichtigkeit nach Speiseröhrenentfernung) geehrt.

Eine Nahtinsuffizienz der Anastomose oder andere Leckagen am oberen Gastrointestinaltrakt können schwerwiegende Folgen für die betroffenen Patienten haben. Verschiedene Parameter, wie die Größe, die Lokalisation, die Latenzzeit bis zur Diagnosestellung der Läsion, aber auch der Allgemeinzustand des Patienten haben einen erheblichen Einfluss auf den klinischen Verlauf der Behandlung.

Häufig geht diese Befundkonstellation mit einem septischen Krankheitsbild einher und in schweren Fällen kann eine erhöhte Sterberate die Folge sein. Aus diesem Grund stellt die Behandlung dieser klinischen Situation den behandelnden Arzt vor eine besondere Herausforderung.

Bisher waren bei Perforationen oder Nahtinsuffizenzen am oberen Gastrointestinaltrakt die Operation oder die Überbrückung mit einem endoskopischen gelegten Stent Mittel der Wahl. Bereits im Jahr 2006 haben Prof. Schafmayer und Prof. Schniewind den ersten Patienten mit einem neuartigen endoskopisch gelegten Vakuumverband in Form eines Polyurethanschwammes behandelt.

In zahlreichen Publikationen und Vorträgen auf chirurgischen Kongressen stellten die Mediziner ihre Daten und Erfolge der Methode national und international vor. Im Jahr 2013 konnten sie zeigen, dass die endoluminale Vakuumtherapie bei Anastomoseninsuffizienzen am oberen Gastrointestinaltrakt im Vergleich zur Stenttherapie und zur Revisionsoperation auch bei septisch stark belasteten Patienten die deutlich niedrigste Sterberate hat.

Seit 2006 haben die Mediziner mit der Entwicklungsabteilung der Firma BBraun die Weiterentwicklung eines neuartigen endoluminalen Vakuumschwamm-Verbandsystems (Eso-Sponge) vorangetrieben. Seit 2014 ist das Produkt auf dem Markt erhältlich und inzwischen über 15.000 Mal in Deutschland eingesetzt worden. Im selben Jahr wurde ein Antrag beim deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information auf Zulassung eines eigenen Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) gestellt.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem neuen Verfahren wurde ein neuer Kode für endoösophageale Anlage oder Wechsel eines Systems zur Vakuumtherapie (5-916.a6) als OPS im DRG-System aufgenommen. Auch auf internationalen Kongressen findet die endoluminalen Vakuumtherapie mit dem neuen System große Beachtung, wie neuste Publikationen aus den USA und Südkorea zeigen. Die Methode und das Produkt sind dieses Jahr erfolgreich in Österreich und der Schweiz eingeführt worden.

Prof. Schafmayer und Prof. Schniewind haben die Entwicklung der endoluminalen Vakuumtherapie am oberen Gastrointestinaltrakt seit mehr als zehn Jahren mitgestaltet. In der Fachliteratur ist die Methode durch eigene, aber auch durch Ergebnisse anderer Arbeitsgruppen weit verbreitet.

Durch die Beiträge von Prof. Schafmayer und Prof. Schniewind konnte das Komplikationsmanagement für Perforationen und Anastomoseninsuffizienzen am oberen Gastrointestinaltrakt über die vergangenen Jahre hin zur endoluminalen Vakuumtherapie mit wesentlich niedriger Mortalität als andere Therapieverfahren maßgeblich weiterentwickelt werden.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Klinik für Allgemeine, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie
Tel.: 0431 500-24460, E-Mail: Clemens.Schafmayer@uksh.de

Weitere Informationen:

http://www.uksh.de/170405_pi_steichenpreis_schafmayer.html

Maximilian Hermsen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte