Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Mikroben lernen: Optimale Nutzung der Sonnenenergie

26.05.2011
Auszeichnung für Bremer Mikrobiologen: Niederländische Mikrobiologen verleihen den Kiem-Preis an Mohammad Al-Najjar

Was für den Laien nur wie eine schmierige Schicht auf dem Meeresboden aussieht, ist für den jordanischen Wissenschaftler Mohammad Al-Najjar ein hochinteressantes Ökosystem. Jetzt bekam er für seine Forschung an Bakterienmatten den Kiem-Preis von der Niederländischen Vereinigung für Mikrobiologie (NVvM) im Rahmen des Jahrestreffens in Arnhem verliehen.

Der Mikrobiologe arbeitet seit mehreren Jahren in der Mikrosensorgruppe am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und beschäftigt sich mit einem besonderen Ökosystem, den mikrobiellen Matten, die besonders in Flachwasserbereichen anzutreffen sind. Sie nutzen die Energie der Sonne und sie sind Weltmeister darin.

In seiner Arbeit “Conversion and conservation of light energy in a photosynthetic microbial mat ecosystem“ befasst er sich eingehend mit der Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie. Diese Arbeit ist deshalb so besonders, weil hier zum ersten Mal eine genaue Energiebilanz berechnet wird. Nur 4,5 % der ankommenden Lichtenergie wird in diesen Matten als chemische Verbindung gespeichert, der Rest wird wieder als Wärmestrahlung abgegeben. Das ist fast 500 Mal besser als die 0,01 % der eingestrahlten Sonnenenergie, die die menschliche Zivilisation nutzt. Auch im Vergleich mit anderen Ökosystemen halten die Matten den Rekord, denn im Durchschnitt liegt die Effizienz der globalen Ökosysteme bei 0,1%.

In seiner Studie diskutiert Al-Najjar die Möglichkeiten für zukünftige technische Anwendungen. Hier liegt ein riesiges Potential brach: die Menge an solarer Energie ist zwar enorm, aber mehr als 99,9% davon werden nicht genutzt.

Mohammad Al-Najjar wurde in Kuwait geboren und lebt seit 2005 mit seiner Frau und seinen drei Kindern Bremen. Er kam als Student im Rahmen der Max Planck Research School Marmic, und nach seinem Abschluss als Master wurde ihm die nach seiner Doktorarbeit der Titel PhD verliehen. Nach der Preisverleihung sagte Mohammad Al-Najjar: „Die fossilen Brennstoffe sind nicht unbegrenzt. Deshalb studiere ich die Grundlagen von Ökosystemen, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Wir können hier von der Natur lernen, die mit der Evolution perfekt optimierte Organismen hervorgebracht hat.“

Manfred Schlösser

Originalartikel
Conversion and conservation of light energy in a photosynthetic microbial mat ecosystem. Mohammad AA Al-Najjar, Dirk de Beer, Bo Barker Jørgensen, Michael Kühl and Lubos Polerecky

The ISME Journal (2010) 4, 440–449

Beteiligte Institute:
Max-Planck Institute for Marine Microbiology, Celsiusstrasse, Bremen, Germany
and Marine Biological Laboratory, Department of Biology, University of Copenhagen, Strandpromenaden, Helsingør, Denmark
Rückfragen an
Dr. Mohammad Al-Najjar
MPI für Marine Mikrobiologie
Celsiusstr. 1
D-28359 Bremen
Telefon:0421 2028 - 836 malnajja@mpi-bremen.de
oder an den Pressesprecher Dr. Manfred Schlösser mschloes@mpi-bremen.de
Telefon: 0421 2028 - 704

Dr. Manfred Schloesser | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ein Feuerwerk der chemischen Forschung

24.08.2017 | Veranstaltungen

US-Spitzenforschung aus erster Hand: Karl Deisseroth spricht beim Neurologiekongress in Leipzig

24.08.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eisberge: Mathematisches Modell berechnet Abbruch von Schelfeis

24.08.2017 | Geowissenschaften

Besseres Monitoring der Korallenriffe mit dem HyperDiver

24.08.2017 | Geowissenschaften

Rauch von kanadischen Waldbränden bis nach Europa transportiert

24.08.2017 | Geowissenschaften