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MHH-Frauenklinik erhält 240.000 Euro für Krebsforschung

29.07.2010
Förderung der Jöster Stiftung ermöglicht deutschlandweite Verbundstudie

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhält von der Bruno und Helene Jöster Stiftung mit Sitz in Köln insgesamt 241.400 Euro für die Krebsforschung. Mit der Förderung soll eine bundesweite Verbundstudie unter der Federführung der MHH finanziert werden. Gegenstand der Studie sind die genetischen Ursachen des Gebärmutterhalskrebses.

Der Gebärmutterhalskrebs ist in Deutschland trotz Impfung und verbesserter Früherkennung bei jungen Frauen immer noch die zweithäufigste gynäkologische Krebserkrankung nach dem Brustkrebs. Jedes Jahr kommt es zu etwa 5.400 Neuerkrankungen, 1.500 Frauen jährlich sterben daran. Auslöser der Krankheit ist eine Infektion mit einem bösartigen Stamm des humanen Papillomavirus, das durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. In den meisten Fällen bleibt die Infektion latent oder bildet sich zurück. Nur eine Minderheit der Frauen entwickelt ein Karzinom. Deshalb ist seit langem bekannt, dass weitere Ursachen eine Rolle spielen müssen. Die Wahrscheinlichkeit für ein Karzinom steigt, wenn erstgradig verwandte Familienmitglieder, beispielsweise die Mutter oder die Schwester, schon an Gebärmutterhalskrebs erkrankt sind. Die biologischen Gründe dafür sind unbekannt, Experten gehen jedoch von genetischen Faktoren als wahrscheinlichste Ursache aus.

„Mit der Förderung durch die Jöster Stiftung ist es nun endlich möglich, die Rolle der genetischen Faktoren an einer großen Anzahl betroffener Patientinnen zu testen und die bisher unbekannten Risikogene zu identifizieren“, freut sich Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. An der Verbundstudie nehmen zwölf große Frauenkliniken teil. Das Forschungsprojekt wurde unter anderem von der Deutschen Krebshilfe begutachtet. In der Studie sollen mindestens 1.500 Frauen untersucht werden, die von einer Dysplasie (Zellveränderung) oder einem Karzinom des Gebärmutterhalses betroffen sind. Mit ersten Ergebnissen ist in etwa zwei Jahren zu rechen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Peter Hillemanns, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Telefon (0511) 532-6043, hillemanns.peter@mh-hannover.de , bei Dr. Thilo Dörk-Bousset, Forschungslabor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Telefon (0511) 532-6075, doerk.thilo@mh-hannover.de oder bei Hans-Peter Krämer, Bruno und Helene Jöster Stiftung, Telefon (0221) 227-2520.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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