Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Nano-Netzwerke

13.09.2011
Europäischer Forschungsrat fördert erneut Wissenschaftler der TU Berlin mit einem „ERC-Starting Grant“ und 1,5 Millionen Euro

Erneut hat der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) einen der begehrten ERC-Starting Grants an einen Wissenschaftler der TU Berlin vergeben. Der Chemiker Prof. Dr. Arne Thomas erhielt die mit 1,5 Millionen Euro dotierte Förderung, auf die nur die besten internationalen Nachwuchswissenschaftler eine Chance haben.

Er will damit seine Forschungen zur Entwicklung von Funktionsmaterialien vorantreiben. Die Funktion und Struktur solcher Materialien wird im Nanometerbereich „maßgeschneidert“, um so ihre Anwendung in vielen Bereichen, wie zum Beispiel in der Katalyse, zu ermöglichen.

„Ich bin sehr glücklich über diese Auszeichnung. Mit dem bewilligten Projekt ‚Organic Zeolites-OrgZeo‘ wird unseren Arbeiten im Bereich der porösen Funktionsmaterialien eine große Schubkraft verliehen“, erklärt Arne Thomas. In dem Projekt, für das Arne Thomas mit der ERC-Förderung seine Arbeitsgruppe erweitern will, sollen hochporöse, organische Netzwerke entwickelt werden, die strukturell den anorganischen Zeolithen entsprechen.

Zeolithe sind hochporöse Silikate, die zum Beispiel als Ionenaustauscher in Waschmitteln oder als Katalysatoren in der Erdölaufbereitung weite Verbreitung finden. Für ihre Anwendung sind nur wenige Nanometer kleine Hohlräume und Kanäle von großer Bedeutung. Diese gewährleisten eine hohe spezifische Oberfläche und einen guten Zugang zu den aktiven Zentren des Materials.

Genau diese Vorteile sollen auch die neuartigen hochporösen, organischen Netzwerke aufweisen, die im Projekt ‚OrgZeo‘ hergestellt werden sollen. Dass die Netzwerkstruktur bei diesen Materialien rein organischer Natur ist, soll dabei die Ausstattung der Porenwände mit vielen funktionellen Gruppen erlauben, so dass zum Beispiel basische oder saure, polare oder unpolare, metallkoordinierende oder asymmetrische organische Netzwerke hergestellt und für die jeweilige Anwendung „maßgeschneidert“ werden können.

„Solche ‚organischen Zeolithe‘ könnten ihre anorganischen Gegenstücke in vielen Anwendungen ergänzen, vor allem dort, wo sehr leichtes oder elastisches Material benötigt wird“, sagt Professor Arne Thomas. „Zum Beispiel könnten diese porösen, organischen Netzwerke als Gasspeicher, Katalysatoren oder in der Optoelektronik als organische Leuchtdioden sowie Solarzellen dienen.“ Die Funktionalitäten und Struktur solcher Materialien können dabei für jede spezielle Anwendung angepasst beziehungsweise eingestellt werden.

Fünfter ERC-Starting Grant für die TU Berlin

Mit den Starting Grants unterstützt der Europäische Forschungsrat interna-tional herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beim Auf- oder Ausbau einer unabhängigen Forschungsgruppe im Bereich der Grundlagenforschung.

Für die TU Berlin ist es bereits der fünfte „ERC-Starting Grant“ seit Beginn des europäischen Förderprogramms 2009. Außerdem erhielten 2009 und 2010 drei TU-Wissenschaftler den „ERC-Advanced Grant“, der bereits etablierte Forscherinnen und Forscher auszeichnet. Der European Research Council (ERC) gab damit bisher insgesamt rund 13 Millionen Euro für die Förderung von international herausragenden Forscherpersönlichkeiten an die TU Berlin.

Zur Person

Arne Thomas, Jahrgang 1975 studierte Chemie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, der Philipps-Universität in Marburg und an der Heriot-Watt University in Edinburgh. Er promovierte bei Professor Markus Antonietti am Max-Planck-Institut (MPI) für Kolloid- und Grenzflächenforschung. Anschließend arbeitete er mit einem Alexander von Humboldt-Stipendium als Postdoktorand an der University of California, Santa Barbara/USA im Arbeitskreis von Professor Galen D. Stucky. Mitte 2005 kehrte er an das MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung zurück, wo er als Gruppenleiter und wissenschaftlicher Koordinator des Projekthauses „Enerchem" tätig war, einem Zusammenschluss aus fünf Max-Planck-Instituten, die gemeinsam „Nanochemische Konzepte einer nachhaltigen Energieversorgung" entwickeln. Mitte 2009 nahm er den Ruf an die Technische Universität Berlin für eine Professur für Anorganischen Chemie (Funktionsmaterialien) an. Die Arbeitsgruppe von Arne Thomas beschäftigt sich dabei sowohl mit porösen anorganischen und organischen Materialien, als auch mit anorganisch-organischen Hybridmaterialien.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Arne Thomas, Technische Universität Berlin, Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften, Institut für Chemie, Fachgebiet Funktionsmaterialien, Tel.: 030 / 314-25118,

E-Mail: Arne.Thomas@tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/?id=96098
http://www.funktionsmaterialien.tu-berlin.de/menue/funktionsmaterialien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 ausgeschrieben
23.01.2017 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

nachricht Personal-Trainer zum Anziehen: Intelligente Trainingskleidung gewinnt Fashion Fusion Award
23.01.2017 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie