Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

LMU-Wissenschaftler erhalten hoch dotierte EU-Förderung

26.10.2009
Zwei Nachwuchsforscher der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München erhalten je einen Starting Grant des European Research Council (ERC). Professor Jens Michaelis, Department Chemie und Biochemie, und Privatdozent Dr. David Vöhringer, Institut für Immunologie, erhalten die Auszeichnung in Höhe von 1,4 beziehungsweise 1,7 Millionen Euro über fünf Jahre.

Mit dem Starting Grant fördert der ERC zukunftsweisende Grundlagenforschung, indem er herausragende, besonders kreative Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützt.

Professor Jens Michaelis wird in seinem Projekt "ATP-dependent nucleosome remodelling - Single molecule studies and super-resolution microscopy" untersuchen, wie die Verpackung der DNA im Zellkern umgebaut wird. In höheren Zellen wickelt sich das fadenförmige Erbmolekül um sogenannte Histonproteine und bildet mit diesen größere Untereinheiten, die sogenannten Nukleosomen.

Derart dicht verpackt ist die DNA gut geschützt, sie muss in Abschnitten aber immer wieder zugänglich gemacht werden. Nur so ist etwa das Ablesen der genetischen Information und die Verdopplung des Erbmoleküls für die Zellteilung möglich. Der Nukleosomenumbau ist damit ein essenzieller zellulärer Prozess, der trotz ausgedehnter experimenteller Bemühungen noch immer nicht im mechanistischen Detail verstanden ist. Eben hier setzt das mit rund 1,4 Millionen Euro geförderte Projekt an: Michaelis möchte den dynamischen und Energie verbrauchenden Nukleosomenumbau auf molekularer Ebene sichtbar machen. Hochkomplexe mikroskopische Verfahren, die zum Teil im Labor des Physikers entstanden sind, sollen dabei helfen, diesen wichtigen Prozess letztlich in einem mechanistischen Modell abzubilden.

Jens Michaelis wurde 1971 in Mainz geboren. Nach dem Physik-Studium an der Universität Ulm wechselte er an die University of Oregon, USA. Promoviert wurde Jens Michaelis im Jahr 2000 an der Universität Konstanz mit einer Arbeit zum Thema "Microscopy with a single-molecule light source". Anschließend arbeitete er drei Jahre als Postdoc an der University of Berkeley, USA. 2003 kam er als Leiter einer Forschungsgruppe ans Institut für physikalische Chemie der LMU seine erfolgreichen Arbeiten führten 2006 zur Berufung als Juniorprofessor. Seit 2008 ist er Professor im Department für Chemie und Biochemie und arbeitet im Exzellenzcluster Center for Integrated Protein Science Munich (CIPSM).

Das Projekt "Persistence of allergic sensitization" von Privatdozent David Vöhringer wird mit der maximalen Fördersumme von mehr als 1,7 Millionen Euro gefördert. Der Immunologe möchte Immunfaktoren untersuchen, die essenziell für die Entstehung einer Allergie sind. Diese Fehlreaktion der Körperabwehr betrifft in den westlichen Industrienationen nach Schätzungen schon bis zu einem Viertel der Bevölkerung - Tendenz steigend. Eine allergische Reaktion wird durch die Aktivierung von Mastzellen und basophilen Granulozyten ausgelöst. Beide Typen von Immunzellen werden durch sogenannte IgE-Antikörper aktiviert, die an sich harmlose Substanzen - die jeweiligen Allergene - erkennen und so die unerwünschte Immunreaktion auslösen. Die IgE-Immunglobuline können an Mastzellen und basophile Granulozyten binden und über Jahre im Körper bleiben, was dann die Allergie persistieren lässt. Aus therapeutischer Sicht wäre es daher wünschenswert, gezielt IgE-produzierende B-Zellen eliminieren zu können. Vöhringer wird im Rahmen des EU-geförderten Projekts verschiedene Fragestellungen angehen, die sich mit der Bildung und der Lebensspanne von IgE-produzierenden B-Zellen beschäftigen.

David Vöhringer wurde 1970 in Stuttgart geboren. Er studierte Biologie an den Universitäten Tübingen und Freiburg. In Freiburg wurde er mit einer Arbeit zum Thema "T cell mediated autoimmune hepatitis and characterization of the Killer cell Lectin-like Receptor G1" promoviert. Anschließend war er von 2002 bis 2005 als Postdoc an der University of California San Francisco, USA, tätig. 2005 kam er als Leiter einer Emmy Noether Nachwuchsgruppe ans Institut für Immunologie der LMU. Im Jahr 2008 habilitierte er sich.

Zum ERC Starting Grant:
Grundlage für die Entscheidung des ERC ist die wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts. Dabei muss es sich um sehr innovative Forschung handeln: riskant, aber im Erfolgsfall mit einem zukunftsweisenden Erkenntnisgewinn verbunden. Das Projekt sollte Kooperationen beinhalten sowie ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Dieses EU-Programm zur Förderung von Grundlagenforschung wurde erst 2007 eingerichtet.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jens Michaelis
Department Chemie und Biochemie
Munich Center for Integrated Protein Science
Tel.: 089 / 2180 - 77561
www.cup.uni-muenchen.de/pc/michaelis
E-Mail: michaelis@lmu.de
PD Dr. David Vöhringer
Institut für Immunologie
Tel.: 089 / 2180 - 75646
E-Mail: david.voehringer@med.uni-muenchen.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung