Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leipziger Systembiologen erhalten Förderung für Krebsforschung

27.05.2013
Für ein Projekt zur Erforschung des Non-Hodgkin-Lymphoms erhalten das Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE) und das Interdisziplinäre Zentrum für Bioinformatik (IZBI) der Universität Leipzig eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Höhe von 700.000 Euro.

Untersucht werden Tumoren im Lymphgewebe, die durch die Mutation eines speziellen Zellwachstums-Gens hervorgerufen werden. Ziel der Leipziger Wissenschaftler ist es, die molekularen Mechanismen dieser Krebserkrankung mit Hilfe von computergestützten Modellen und Analysen aufzuklären.

Non-Hodgkin-Lymphome gehören zu den selteneren Krebserkrankungen, deren Auftreten in den vergangenen 30 Jahren jedoch stark zugenommen hat. Sowohl die Therapie der Erkrankung als auch die Heilungschancen sind abhängig davon, um welchen der vielen verschiedenen Lymphom-Typen es sich handelt.

Im Fokus der Leipziger Forschergruppe stehen die B-Zell-Lymphome, die etwa 80 Prozent der Non-Hodgkin-Lymphome ausmachen. Diese Lymphome können, wie einige andere Tumorarten auch, durch eine Mutation des so genannten MYC-Gens hervorgerufen werden. Das MYC-Gen gehört zu den Protoonkogenen.

Dabei handelt es sich um Gene, die in jeder gesunden Zelle vorkommen und Wachstum, Teilung und Differenzierung der Zelle beeinflussen. Mutiert ein Protoonkogen, kann es im Zusammenspiel mit weiteren Mutationen den Übergang vom normalen Wachstumsverhalten der Zelle zu ungebremstem Tumorwachstum auslösen. Erst kürzlich konnte unter Mitwirkung des IMISE und des IZBI eine solche weitere Mutation aufgeklärt werden (Richter et al, Nature Genetics 2012).

Unter Federführung von Prof. Dr. Markus Löffler, dem Leiter des Instituts für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie werden Wissenschaftler aus Berlin, Kiel, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Regensburg und Münster dazu beitragen, den Entstehungsprozess des B-Zell-Lymphoms besser zu verstehen und die Bedeutung der MYC-Mutation für die Entwicklung der Krankheit aufzudecken.

Dazu werden bei den Partnern umfangreiche molekular-genetische und klinische Daten erhoben und ausgewertet. Auf deren Grundlage werden Computermodelle entwickelt, die die Entstehung und das Wachstum des Tumors simulieren und vorhersagen. Die so gewonnenen Erkenntnisse wollen die Forscher dafür nutzen, neue diagnostische Klassifikatoren zu entwickeln und damit die Diagnose der Erkrankung zu verbessern.

Zudem können die Vorhersagen aus dem Modell die Grundlage für die Planung neuer klinischer Studien und optimierte Therapieschemata für eine zielgerichtete Behandlungsstrategie sein. Grundlage der Analysen bilden die Daten von mehr als 2000 Patienten aus drei Forschungs-Konsortien zu Non-Hodgkin-Lymphomen, an denen das IMISE seit vielen Jahren beteiligt ist.

Der Forschungsverbund zum B-Zell-Lymphom hat am 1. März 2013 die Arbeit aufgenommen und erhält insgesamt 2,3 Millionen Euro für 3 Jahre.

Hintergrundinformationen
Das IMISE ist eine Einrichtung der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig mit den Forschungsschwerpunkten klinische und epidemiologische Studien, systembiologische Modellierung, Bioinformatik, und Medizininformatik. Zusammen mit seinen klinischen Partnern ist das IMISE in zahlreichen nationalen Forschungskonsortien im Bereich der Krebserkrankungen, Herzerkrankungen, Intensiv¬medizin u. a. m. aktiv, die u.a. vom BMBF, der Deutschen Forschungsge¬meinschaft (DFG) und der Deutschen Krebshilfe finanziert werden.

Das Interdisziplinäre Zentrum für Bioinformatik (IZBI) der Universität Leipzig unterstützt als übergreifende Institution die enge Zusammenarbeit zwischen biologischen und medizinischen Disziplinen und der Informatik innerhalb der Universität sowie mit weiteren Forschungseinrichtungen und Industriepartnern.

Weitere Informationen:

PD Dr. Hans Binder
Interdisziplinäres Zentrum für Bioinformatik (IZBI)
Telefon: +49 341 97-16671
E-Mail: binder@izbi.uni-leipzig.de

Markus Kreuz
Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie (IMISE)
Telefon: +49 341 97-16276
E-Mail: markus.kreuz@imise.uni-leipzig.de

Anne-Katrin Hartinger | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

nachricht MOLLICool - Mobile thermoelektrische Kühlbandage ausgezeichnet
19.07.2017 | NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie