Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Supercomputing-Konferenz ISC: Hans-Meuer-Preis für Forscher des Jülich Supercomputing Centre und IBM

09.07.2015

Jülicher Wissenschaftler und Experten von IBM erhalten den Hans-Meuer-Preis, den die nächste Woche stattfindende internationale Supercomputing-Konferenz ISC in diesem Jahr erstmals vergibt. Die Forscher erhalten die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Arbeit über so genannte Active Memory Cubes (AMC) für wissenschaftliche Berechnungen auf Höchstleistungsrechnern.

Dieses Konzept nutzt 3D-Speichertechnologien, um den Energieverbrauch des Systems zu senken und ist ein Ansatz für zukünftige Hochleistungsrechner, beispielsweise im Exascale-Bereich. Die mit präzisen Simulationen gewonnenen Ergebnisse zeigen das große Potential dieser Zukunftstechnologie.


Superrechner JUQUEEN, einer der schnellsten Rechner Europas, am Jülich Supercomputing Centre (JSC)

Copyright: Forschungszentrum Jülich

Die Forscher hatten für wissenschaftliche Simulationsprogramme aus dem Bereich der Strömungsmechanik und Elementarteilchenphysik untersucht, wie sich der Einsatz der von IBM Research entworfenen Active Memory Cubes auf Leistung und Energieeffizienz auswirkt. Bei diesem aktiven Speicher werden die Daten zum großen Teil direkt im Speicher verarbeitet. Dieser Ansatz erlaubt es, dass die Daten nicht zum Hauptprozessor (CPU) hin- und wieder zurück transferiert werden müssen. Das verbessert die Leistung und spart Energie.

"Für die Multiplikation zweier Zahlen benötigt das Hin- und Herschieben der Daten heute mehr Energie als die eigentliche Rechenoperation. Uns hat daher interessiert, wie effizient sich die In-Memory-Vektorprozessoren, die in den Active Memory Cubes verbaut sind, für wissenschaftliche Berechnungen einsetzen lassen", erklärt Prof. Dirk Pleiter vom Jülich Supercomputing Centre (JSC).

Neue Speicherkonzepte wie die Active Memory Cubes gelten als Schlüsseltechnologie für die Entwicklung neuer Rechnerarchitekturen, insbesondere zur Senkung des Energieverbrauchs der künftigen Exascale-Generation: eine kommende Klasse von Superrechnern, deren Leistungsfähigkeit die heutiger Computer um das hundert- bis tausendfache übersteigt.

"Die Verschmelzung von Recheneinheiten und Datenspeichern ist ein zentrales Element des datenzentrischen Ansatzes von IBM. AMC repräsentiert einen wichtigen Baustein der Forschungsstudien zu diesem Konzept", sagt Dr. Thilo Maurer vom Exascale Innovation Center im deutschen IBM R&D Zentrum in Böblingen bei Stuttgart. "Indem wir Prozessor- und Speicher-Technologie zusammenbringen, können wir die Rechenleistung direkt am Ort der Daten einsetzen. Das ist ein hocheffizienter Ansatz um Latenzzeiten und den Energieverbrauch zu reduzieren."

Da sich AMCs derzeit noch in der Konzeptphase befinden, überprüften die Wissenschaftler die Performance der Speicherwürfel mit Simulationen am Computer. Den Tests legten sie Strömungssimulationen nach dem Lattice-Boltzmann-Verfahren und Simulationen zur Quantenchromodynamik zugrunde. Beides sind verbreitete Methoden, die voraussichtlich auch in Zukunft auf vielen Höchstleistungsrechnern zum Einsatz kommen werden.

Um die Abarbeitung der anfallenden Rechenschritte zu simulieren, hatte das Team um Thorsten Hater, Paul F. Baumeister, Andrea Nobile und Dirk Pleiter vom Jülich Supercomputing Centre (JSC), Hans Böttiger und Thilo Maurer, IBM Deutschland Research & Development, sowie Jose R. Brunheroto vom IBM T.J. Watson Research Center den Programmcode in Maschineninstruktionen, das VLIW (Very Long Instruction Word) Format der AMCs, überführt und über ein zyklusgenaues Modell ausgewertet. Die damit prognostizierte Energieeffizienz (Floating-point Operationen / Watt) ist etwa zehnmal höher als die aktueller Plattformen.

Hans-Meuer-Preis

Die Auszeichnung ist nach dem 2014 verstorbenen Gründer der ISC, Hans Werner Meuer, benannt. Sie wird künftig jährlich auf der ISC für herausragende Forschungsarbeiten vergeben. Meuer, der auch an der Einführung der Top-500-Liste der leistungsstärksten Supercomputer beteiligt war, arbeitete von 1962 bis 1973 in Jülich, ehe er eine Professur an der Universität Mannheim übernahm.

Der in diesem Jahr ausgezeichnete Fachbeitrag erscheint in High Performance Computing, Springer’s Lecture Notes in Computer Science (LNCS), Volume 9137/2015

Weitere Informationen:

Neu erschienen: Exascale-Newsletter: www.exascale-news.de

Erfahren Sie mehr Nachrichten aus der Welt des Supercomputing durch den Newsletter des Forschungszentrums Jülich, der dreimal im Jahr anlässlich der Cebit sowie der beiden Supercomputing-Konferenzen ISC und SC erscheint.

Internationale Supercomputing-Konferenz ISC: http://www.isc-hpc.com/

Jülich Supercomputing Centre (JSC): http://www.fz-juelich.de/jsc

Exascale Innovation Centre (EIC): http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/eic
IBM Deutschland Research & Development: https://ibm.biz/BdXa3z
IBM: A Smarter Planet Blog zu Data Centric Computing:
https://ibm.biz/BdXnVe
https://ibm.biz/BdXnVb

Ansprechpartner:

Prof. Dirk Pleiter, Jülich Supercomputing Centre
Tel. +49 2461 61-9327
d.pleiter@fz-juelich.de

Uwe Fischer, IBM Deutschland Research & Development
Tel. +49 7031 16 3294
FISH@de.ibm.com

Pressekontakt:

Tobias Schlößer, Unternehmenskommunikation
Tel. +49 2461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de

Michael Kieß
IBM Forschung und Entwicklung
Tel. +49 171 49 21 178
kiess@de.ibm.com

Tobias Schlößer | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neuer Blue e+ Chiller von Rittal - Exakt regeln und effizient kühlen

25.04.2017 | HANNOVER MESSE

RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen

Pharmacoscopy: Mikroskopie der nächsten Generation

25.04.2017 | Medizintechnik