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Innovationspreis Region Aachen 2010: Feierliche Auszeichnung regionaler Unternehmen

29.11.2010
Am 26. November wurden im Rahmen eines Festabends im Krönungssaal des Aachener Rathauses drei Unternehmen mit dem mit jeweils 5 000 Euro dotierten Innovationspreis Region Aachen 2010 ausgezeichnet. In den drei Kategorien „Gründung“, „Wachstum“ und „Handwerk“ hatten sich insgesamt 31 Unternehmen beworben.

In der Kategorie Gründung überreichte Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, den Preis an das Unternehmen ANM Adaptive Neuromodulation GmbH aus Jülich für die Entwicklung der Coordinated Reset (CR) Technologie, die Krankheits-Symptome bei Tinnitus-Patienten reduziert.

Etwa 1,2 Millionen Menschen in Deutschland hören einen ständigen Ton, und das oft über mehrere Jahrzehnte. Der chronische Tinnitus macht vielen ein normales Leben nahezu unmöglich. Dabei werden die Geräusche, die vom Ohr aufgenommen werden, bei der Übertragung zum Gehirn unterbrochen und die entsprechenden Nervenzellen produzieren aufgrund der fehlenden Sinneseindrücke selber Töne. Durch die Überaktivität der Zellen werden diese immer stärker vernetzt, wodurch die krankhafte Aktivität immer besser funktioniert, und das Gehirn das Phantom eines Geräusches erlernt hat.

ANM hat mit der akustischen CR-Neuromodulation eine völlig neue, hocheffektive Therapiemethode entwickelt, die mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms ein akustisches Tinnitus-Profil erstellt. Das Gehörte bringt die hochsynchron arbeitenden Zellen aus dem Takt, wodurch sich die entstandenen Vernetzungen lockern und das Gehirn den krankhaften Tinnituston verlernt. Inzwischen hat das ANM-Team mit der gleichen CR-Technologie einen Hirnschrittmacher entwickelt, der demnächst Parkinson-Patienten heilen soll.

In der Kategorie Wachstum erhielt die DASGIP AG aus Jülich den Preis aus den Händen von AGIT-Geschäftsführer Ulrich Schirowski für die Entwicklung der DASGIP iApp, der weltweit ersten Applikation zur mobilen Überwachung und Steuerung paralleler biotechnischer Kultivierungs-prozesse mit mobilen Endgeräten.

DASGIP entwickelt und produziert parallele Bioreaktorsysteme, in denen Zellen oder Bakterien kultiviert werden. Da nicht planbar ist, wann und wie die Kulturen auf kleinste Veränderung der verschiedenen Parameter reagieren, mussten Wissenschaftler bisher ununterbrochen dem Prozess beiwohnen, um so das Fehlschlagen kostspieliger und zeitaufwendiger Versuchsreihen zu verhindern. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen fand DASGIP die Lösung: Ein mobiles Überwachungssystem der Reaktoren mit der Möglichkeit der Fernsteuerung.

Mit der speziellen Applikation können die Anwender nun alle relevanten Prozessinformationen in bis zu 16 parallel laufenden Reaktoren von jedem beliebigen Standort mit mobilen Endgeräten wie dem iPhone oder dem iPod Touch online überwachen und ggf. sofort intervenieren. Die DASGIP iAPP dokumentiert die weltweite Innovations- und Technologieführerschaft der Firma und trägt zum Wachstum des Unternehmens bei, das derzeit in den Standort investiert.

In der Kategorie Handwerk konnte die ELTEBA GmbH & Co. KG aus Heinsberg-Oberbruch den Preis durch Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen und diesjähiger Vorsitzender des Innovationspreis-Kuratoriums, in Empfang nehmen.

ELTEBA plant, baut und programmiert komplexe Schaltanlagen, die dafür sorgen, dass Maschinen präzise ihre Aufgaben verrichten oder bei Produktionsstraßen genau zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle das Gewünschte passiert. Um solche komplexen Anlagen zu bauen, beschäftigen sich verschiedene Fachleute mit der Planung der unterschiedlichen Details, die später aufeinander abgestimmt werden müssen. Um die zeitintensiven Prozesse zu optimieren, hat das Unternehmen ein auf gängige Software basierendes, flexibles Baukastensystem entwickelt: Jeder bisher entwickelte Wissensbaustein landet in einem Pool und die Komponenten werden sofort an ihren entsprechenden Platz verwiesen.

Erfolgt ein Auftrag, wird der Computer mit den erforderlichen Anforderungen gespeist, und das Baukastensystem sucht nach den erforderlichen Informationskomponenten, setzt sie zusammen und erstellt die Pläne zum Bau der Schaltanlage. Durch die Innovation werden die Arbeitsabläufe verkürzt bei einer Erhöhung der Qualität. Seit Einführung des Systems im vergangenen Jahr hat ELTEBA gegen den allgemeinen Trend die Produktion und damit seinen Umsatz und die Mitarbeiterzahl deutlich steigern können.

Anerkennungsurkunden gab es für die anderen nominierten Unternehmen EURECERT® Deutschland aus Linnich und IA Tech GmbH aus Jülich in der Kategorie Gründung, für Dr.-Ing. Jürgen Berbuer Prototypen- und Prüfanlagenbau, Aachen, und Sihl GmbH in Düren in der Kategorie Wachstum sowie in der Kategorie Handwerk für Orthopädie- & Berufsschuhtechnik Giesa aus Aachen und Jürgen Hohnen GmbH Wärme-Wasser-Umwelt aus Heinsberg.

Zur Preisverleihung
Im Rahmen des von der AGIT organisierten Festabends wurden die Innovationen aller neun nominierten Unternehmen vor rund 500 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien filmisch präsentiert, und der jeweilige Preisträger bekannt gegeben.

Die Festrede hielt Dr. Joseph Pankert, General Manager Laser Ventures und Vizepräsident bei Philips Lighting, über „Das Mooresche Gesetz und die Aachener Region“.

Die musikalische Begleitung übernahm der bekannte Musiker Manfred Leuchter zusammen mit dem Klarinettisten Johannes Flamm.

Als Hauptsponsoren unterstützten den diesjährigen Innovationspreis die Sparkassen der Region Aachen. Weitere Sponsoren waren S-UBG AG und Prospekt Fernsehproduktion GmbH sowie FEG Textiltechnik Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, GIF Gesellschaft für Industrieforschung mbH, Stellwerk BV, QUIP AG und Hamacher Maschinenbau GmbH.

Gaby Mahr-Urfels | AGIT mbH
Weitere Informationen:
http://www.innovationspreis-region-aachen.de

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