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Humboldt-Forschungspreis für Tim Mehigan

18.12.2014

Dr. Timothy J. Mehigan, Professor für deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Queensland (Australien), erhält einen Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Zusammen mit Prof. Dr. Christian Moser von der Universität Bonn erforscht er die Werke des Literatur-Nobelpreisträgers J.M. Coetzee und Heinrich von Kleists. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Prof. Dr. Timothy J. Mehigan lehrt Deutsch und Vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Queensland (Australien). Sein Forschungsinteresse verbindet ihn mit Dr. Christian Moser, Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Bonn und Gastgeber des Humboldt-Forschungspreisträgers. Beide Literaturwissenschaftler erforschen die Werke Heinrich von Kleists (1777-1811) und des Literatur-Nobelpreisträgers J.M. Coetzee.

Der Humboldt-Forschungspreis erlaubt es Prof. Mehigan, zusammen mit Prof. Moser eine wissenschaftliche Tagung zu J.M. Coetzee vorzubereiten, die im Frühjahr 2015 unter Beteiligung des berühmten Autors in Brisbane stattfindet. Zu den Werken des südafrikanisch-australischen Schriftstellers hält das Forschergespann an der Bonner Universität derzeit ein Seminar ab, das etwa der postkolonialen Diskussion oder der Ethik in Coetzees Werk gewidmet ist. Ein für Anfang 2016 geplantes Projekt soll sich darüber hinaus mit dem politischen Diskurs bei Heinrich von Kleist beschäftigen und eine Reihe anderer namhafter Kleistforscher einbeziehen.

Hervorragende Bedingungen an der Universität Bonn

„Herrn Moser kenne ich seit Ende der 90er Jahre als einen überragenden Wissenschaftler, der einen internationalen Namen sowohl in der Komparatistik als auch in der germanistischen Literaturwissenschaft erworben hat“, sagt Prof. Mehigan. Er freue sich über die Zusammenarbeit. Die Universität Bonn biete in der Komparatistik und Germanistik hervorragende Bedingungen, beinahe lückenlose Bestände und ein engagiertes Mitarbeiterteam. Der australische Forscher wird bis Ende Februar 2015 an der Universität Bonn arbeiten, etwa ein Jahr später ist ein weiterer Forschungsaufenthalt geplant.

Die Zusammenarbeit im Rahmen des Humboldt-Forschungspreises sieht Prof. Moser als Anschub für eine künftig zu vertiefende institutionelle Kooperation zwischen der School of Languages and Comparative Cultural Studies der Universität Queensland und der Bonner Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft. „Diese Kooperation soll insbesondere der Herstellung von Kontakten und dem Austausch auf der Ebene von Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern dienen“, sagt Prof. Moser.

Mehigan studierte in Australien Deutsch, Indonesienwissenschaften und Politik. Er absolvierte mehrere Aufenthalte in Deutschland, darunter in Trier, Freiburg und Schwäbisch-Hall. 1988 promovierte er über Heinrich von Kleist an der Universität Sydney. Er unterrichtete zunächst als Lecturer an der Universität Melbourne und übernahm dann mehrere Professuren in Australien und Neuseeland. Prof. Mehigan erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen.

Humboldt-Forschungspreis ermöglicht Kooperation

Mit dem Humboldt-Forschungspreis werden Wissenschaftler ausgezeichnet, deren grundlegende Erkenntnisse das Fachgebiet nachhaltig geprägt haben und von denen auch in Zukunft Spitzenleistungen erwartet werden. Nominiert werden Kandidaten aus dem Ausland durch Wissenschaftler in Deutschland. Die Preisträger sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben mit Fachkollegen in Deutschland für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen.

Kontakt für die Medien:

Prof. Dr. Christian Moser
Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft
Abteilung für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Universität Bonn
Tel. 0228/737767
E-Mail: c.moser@uni-bonn.de

Johannes Seiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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