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Hohe Auszeichnung für Garchinger Attosekunden-Forscher: Reinhard Kienberger erhält ICO-Preis 2010

12.11.2010
Mit dem ICO-Preis 2010 würdigt die International Commission for Optics die herausragenden Beiträge von TUM-Professor Reinhard Kienberger zur Entwicklung der Attosekunden-Forschung. Dieses sich gerade neu entwickelnde Gebiet der Physik wurde entscheidend von den Arbeiten Kienbergers und seines Doktorvaters Ferenc Krausz geprägt.

Reinhard Kienberger, Professor für Experimentalphysik an der Technischen Universität München (TUM) und Mitglied des Exzellenzclusters Munich-Centre for Advanced Photonics gehört zu den Begründern der Attosekunden-Physik. Eines ihrer wichtigsten Ziele ist es, Momentaufnahmen vom Innenleben der Atome zu erhalten. Die Wissenschaft erhofft sich hieraus wichtige Erkenntnisse über den tatsächlichen Ablauf chemischer Reaktionen, das Verhalten von Elektronen in Festkörpern oder für die Wechselwirkungen zwischen Licht und Materie.

„Eine Attosekunde ist ein Milliardstel einer milliardstel Sekunde, ein unvorstellbar kleiner Zeitraum,“ sagt Reinhard Kienberger. „Dies sind die Zeiträume, in denen sich die Bewegung der Elektronen der Atome abspielt. Mit extrem kurzen Laserblitzen können wir diese Bewegung sichtbar machen und untersuchen.“ Anwendung finden die neuen Erkenntnisse in der Chemie, der Molekularbiologie, der Nanoelektronik und auch in der Tumorbehandlung.

Im Labor von Ferenc Krausz, damals noch an der Technischen Universität Wien, erzeugte Reinhard Kienberger als erster Laserpulse kürzer als eine Femtosekunde (ein Millionstel einer milliardstel Sekunde) und stieß damit die Tür zur Attosekunden-Physik auf. Bei einem Forschungsaufenthalt an der Stanford Universität gelang es ihm als erstem und bisher einzigem Wissenschaftler der Welt, die normalerweise mit Lasern erzeugte Messtechnik auch auf mit Linearbeschleunigern erzeugte Röntgenstrahlung anzuwenden. Inzwischen können die Forscher im Garchinger Labor für Attosekunden-Physik Zeiträume bis hinunter zu 20 Attosekunden vermessen und halten damit den Weltrekord.

„Seine exzellente Forschungsarbeit hat Reinhard Kienberger unzweifelhaft zu einem führenden Wissenschaftler in diesem vielversprechenden, jungen Feld der Physik gemacht,“ sagt Professor Ferenc Krausz, Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching und Leiter des Labors für Attosekunden-Physik, mit dem Reinhard Kienberger nach wie vor eng zusammen arbeitet.

Der ICO-Preis wird von der International Commission for Optics jährlich an einen Wissenschaftler verliehen, der jünger als 40 Jahre ist und herausragende Forschungsergebnisse auf einem Gebiet der Optik erzielt hat. Der renommierte Preis ist mit der Verleihung der Ernst Abbé-Medaille der Carl Zeiss Stiftung verbunden, die dem Preisträger bei einem obligatorischen Vortrag im Rahmen eines ICO-Kongresses verliehen wird.

Kontakt:

Prof. Reinhard Kienberger
Technische Universität München
Fakultät für Physik, E11
Max-Planck-Institut für Quantenoptik
Hans-Kopfermann-Str. 1
85748 Garching, Germany
Tel: +49 89 32905-731
Fax: +49 89 32905-361
E-Mail: reinhard.kienberger@ph.tum.de

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.attoworld.de/kienberger-group
http://www.ico-optics.org/awards.html

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