Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochdotierte Forschungsförderung der EU geht an Michael Brecht

15.10.2008
Michael Brecht, Wissenschaftler am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und der Humboldt-Universität zu Berlin wurde mit dem "ERC Advanced Investigators Grant" des European Research Council ausgezeichnet.

Mit einem Fördervolumen von 2,5 Millionen Euro ist das Advanced Investigator Grant eine der höchstdotierten Fördermaßnahmen in den Lebenswissenschaften und wurde in diesem Jahr in Deutschland an zehn innovativ arbeitende Wissenschaftler verliehen. Ziel der Fördermaßnahme ist es riskante, unkonventionelle und wegweisende Forschungsvorhaben zu fördern, die gute Chancen haben, in Zukunft die Wissenschaft über die Grenzen der verschiedenen Disziplinen hinaus zu prägen.

Jeder Gedanke, jedes Verhalten und jede Sinneswahrnehmung wird im Gehirn durch die elektrische Aktivität der Nervenzellen widergespiegelt. Wie aber verarbeitet das Gehirn Informationen, in welcher Form sind sie in der Aktivität der Zellen verschlüsselt? Mit hochentwickelten neuen Technologien will Michael Brecht diese grundlegenden Fragen der Hirnfunktion in seinem geförderten Projekt lösen. Sein Forschungsvorhaben gliedert sich in drei Teilprojekte:

Etwa zwei Millionen Neurone (Nervenzellen) enthält die somatosensorische Hirnrinde der Ratte - die Region des Gehirns, die taktile Wahrnehmungen verarbeitet. Wie bisherige Ergebnisse von Michael Brecht bereits zeigten, kann trotz dieser enormen Vielzahl die Aktivität eines einzigen Neurons eine Sinnesempfindung erzeugen oder die Bewegung der Tasthaare steuern. An diesem Beispiel lässt sich die Sprache der Neurone - der Zusammenhang zwischen neuronaler Aktivität und Empfindung oder Bewegung - genauer untersuchen.

In Zellen hineinhorchen während sich ein Tier frei im Gehege bewegt, ist ein weiteres Forschungsziel Brechts. In bisherigen Experimenten wurde die Aktivität der Nervenzellen während des natürlichen Verhaltens von Tieren nur sehr indirekt gemessen. Mit einer miniaturisierten, hochkomplexen Messapparatur, steigert Brecht die Messgenauigkeit solcher Experimente. In derzeit laufenden Experimenten untersucht er mit dieser neuen Technologie das räumliche Gedächtnis. Bei neurodegenerativen Erkrankungen wie zum Beispiel bei der Alzheimer'schen Krankheit ist der Orientierungssinn oft beeinträchtigt, wenn das räumliche Gedächtnis nicht mehr ausreichend funktioniert.

Am Beispiel des kleinsten Säugetiers der Welt, der Etruskischen Spitzmaus, strebt Brecht ein ganzheitliches Verständnis des Gehirns an. Wegen seiner winzigen Größe eignet sich das Tier für moderne Mikroskopieverfahren, mit denen die Aktivität jeder einzelnen Nervenzelle im lebenden Tier beobachtet werden kann. Brechts Forschungsvorhaben ist es dabei, das Zusammenspiel der Aktivität aller Neurone im Gehirn dieses etwa 2 Gramm schweren Tieres zu messen.

Weitere Informationen:

Homepage Michael Brecht
http://www.activetouch.de/
European Research Council
http://erc.europa.eu/
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Berlin
http://www.bccn-berlin.de/
Nationales Netzwerk Computational neuroscience
http://www.nncn.de/

Dr. Katrin Weigmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.bernstein-netzwerk.de
http://www.nncn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten