Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochdotierte Auszeichnung für Antje Boetius

02.11.2011
Biologin erhält Fördergelder des Europäischen Forschungsrates, um die Bakterien im arktischen Meeresboden zu untersuchen

Prof. Dr. Antje Boetius, Leiterin der Tiefsee-Forschungsgruppe am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen hat vom Europäischen Forschungsrat die Zusage über Fördergelder in Höhe von rund 3,4 Millionen Euro erhalten. Mit diesem Geld will die renommierte Bremer Biologin in den kommenden fünf Jahren den Meeresboden in der arktischen Tiefsee untersuchen und den Geheimnissen seiner rätselhaften Bakterienwelt auf die Spur kommen.

„Wir wissen seit langem, dass in jedem Gramm Schlamm aus der Tiefsee über eine Milliarde Bakterienzellen leben. Seit kurzem aber erst wissen wir, dass die selbe Menge Schlamm bis zu 10.000 Arten Mikroorganismen enthält, von denen die meisten unbekannt sind. Viele von ihnen sind wahre Hungerkünstler und können aus jedem noch so kleinen Algenrest, der in die Tiefe rieselt, Energie gewinnen und Biomasse aufbauen. Wie sie das allerdings machen, ist noch immer ein Rätsel und von großer Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf, die geologischen Ablagerungsprozesse und die Vielfalt des Lebens am Meeresboden“, sagt Antje Boetius über ihr Forschungsfeld.

Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut untersuchen seit Jahren am institutseigenen Tiefsee-Observatorium HAUSGARTEN in der Framstraße die Lebensgemeinschaften am arktischen Meeresgrund. Mit dem „Advanced Grant“ würdigt der Europäische Forschungsrat ihre Arbeit und gibt ihr die Chance, die winzigen Abfallverwerter im Meeres-Sediment noch detaillierter zu erforschen – vor allem mit neuen, innovativen Methoden: „Ich freue mich sehr über diese Förderung. Durch sie können wir zum Beispiel am HAUSGARTEN moderne Unter-Eis-Roboter in der Tiefsee einsetzen. Außerdem wollen wir mithilfe neuer molekularer Techniken nach unbekannten Bakterienarten suchen und verstehen was sie tun“, sagt die Wissenschaftlerin.

Ihr Forschungsprojekt, das vom Forschungsrat mit der Höchstsumme von rund 3,4 Millionen Euro gefördert wird, heißt „ABYSS – Assessment of bacterial life and matter cycling in deep-sea surface sediments“ und setzt auf die Kooperation verschiedener Forschungseinrichtungen. Antje Boetius: „Diese Auszeichnung erlaubt mir, mit einem Netzwerk fantastischer Wissenschaftler zusammenzuarbeiten.“ Zu ihnen zählen sowohl Forscher vom MARUM (Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen) als auch Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, von den Universitäten in Oldenburg, Wien, Kopenhagen sowie vom US-amerikanischen Meeresforschungsinstitut Woods Hole.

Der Start des wegweisenden Tiefseeforschungsprojektes ist für das kommende Jahr geplant. Ein Großteil der Untersuchungen wird Antje Boetius auf See und am Tiefsee-Observatorium des Alfred-Wegener-Instituts vornehmen. „Wir Forscher müssen immer noch zu den Bakterien hinabtauchen, denn die meisten lassen sich nicht im Labor kultivieren“, so die Wissenschaftlerin.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 17 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Ralf Röchert | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi.de
http://www.awi.de/de/forschung/tiefsee/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie