Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hiroyuki Osada erhält Inhoffen-Medaille

10.04.2015

HZI und TU ehren japanischen Naturstoff-Forscher

Bei der Suche nach neuen Antibiotika und anderen Medikamenten greifen Wissenschaftler immer wieder auf die Natur zurück. Arzneimittel aus Naturstoffen, wie beispielsweise Penicillin und Aspirin, prägen seit jeher die Medizin. Doch die vorhandenen Wirkstoffe reichen nicht aus und so wird die Suche nach neuen Substanzen immer wichtiger. Für seine Pionierleistung auf diesem Gebiet wird der Japaner Prof. Hiroyuki Osada mit dem Inhoffen-Preis geehrt.


Die Inhoffen-Medaille: Der angesehenste deutsche Preis auf dem Gebiet der Naturstoffchemie.

HZI

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis gilt als angesehenste deutsche Auszeichnung auf dem Gebiet der Naturstoffchemie. Er wird im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung, einer gemeinsamen Festveranstaltung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Technischen Universität (TU) Braunschweig, durch den Förderverein des HZI verliehen. Die Ehrung findet am Donnerstag, 23. April um 15 Uhr im Forum des HZI statt.

Naturstoffe sind eine der wichtigsten Quellen auf der Suche nach neuen Wirkstoffen. Um aber tatsächlich neue Medikamente aus Naturstoffen zu gewinnen, muss man diese nicht nur entdecken. In der Regel müssen sie auch optimiert werden, sowohl in ihrer Effektivität, als auch was die Menge der isolierbaren Wirkstoffe angeht. Das gelingt nur, wenn man die Naturstoff-Forschung als Ganzes betrachtet und über die Fähigkeit verfügt, die Disziplinen Pharmazie, Biologie und Chemie zu vereinen.

„Hiroyuki Osada und seinem Team am Riken-Institut gelingt dieser Spagat zwischen den Disziplinen seit Jahren sehr erfolgreich und er hat durch seine Arbeit viel für die Naturstoff-Forschung geleistet. Deshalb ist es mir eine besondere Freude, dass das HZI sich entschieden hat, ihn mit der Inhoffen-Medaille für seine herausragende Arbeit zu ehren“, sagt der Geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung (HIPS) Saarland Prof. Rolf Müller, der die Laudatio auf den Preisträger halten wird.

Osada arbeitet seit 1983 im „Antibiotics Laboratory“ des Riken-Instituts, einer Institution, die mit den großen deutschen Forschungseinrichtungen zu vergleichen ist. Seit 1992 ist Osada Leiter seines Instituts und war in seiner Zeit am Riken maßgeblich an der Isolierung und der Aufklärung der Biosynthese einer Vielzahl von Wirkstoffen beteiligt.

Darüber hinaus war er einer der ersten, dem es gelang, mit Hilfe modernster Technologien die Stoffe nicht nur zu isolieren, sondern auch die Wirkweise der Moleküle zu entschlüsseln. Eine von ihm am Riken aufgebaute Naturstoff-Bibliothek ermöglicht außerdem, Substanzen in großem Maßstab auf neuartige Bioaktivitäten hin zu untersuchen. Mit seiner Forschung legt Osada so die Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente aus Naturstoffen, die potentiell gegen Krebs oder als Antibiotika zum Einsatz kommen können.

„Mit ihrem Schwerpunkt auf Naturstoff-Forschung trifft die Inhoffen-Medaille mehr denn je den Zeitgeist. Vor allem die steigende Zahl an Bakterien, die Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, sorgt dafür, dass die Suche nach neuen Medikamenten aus der Natur zuletzt stark an Bedeutung gewonnen hat“, sagt Prof. Hansjörg Hauser, Vorsitzender des Fördervereins des HZI.

Im Rahmen der Inhoffen-Vorlesung würdigt der Förderverein des HZI auch herausragende lebenswissenschaftliche Dissertationen. Träger der mit je 1000 Euro dotierten Förderpreise sind in diesem Jahr Dr. Michaela Annemann und Dr. Michael Storz.

Foto- und Interview-Termin
Im Vorfeld der Veranstaltung besteht um 14:30 Uhr für Medienvertreter die Möglichkeit, die Preisträger zu treffen und zu fotografieren. Nähere Auskünfte erhalten Sie unter der Telefonnummer 0531 6181 1401.

Hans Herloff Inhoffen und die gleichnamige Medaille
Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Prof. Hans Herloff Inhoffen veranstalten die TU Braunschweig und das HZI (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 regelmäßig die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der Technischen Universität Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das „Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik“ (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. Am seinem Standort in Braunschweig-Stöckheim blickt das Zentrum auf eine jahrzehntelange Historie zurück. Bereits 1965 begannen hier die ersten Arbeiten; 2015 feiert das HZI 50-jähriges Jubiläum.
Weitere Informationen: http://www.helmholtz-hzi.de

Weitere Informationen:

http://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/ansicht/article/complete/hiroyuki_... - Diese Pressemitteilung auf der Webseite des HZI

Rebecca Winkels | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie