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HERMES AWARD 2009: Jury nominiert fünf Unternehmen für internationalen Technologiepreis

31.03.2009
Eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), hat unter insgesamt über 70 Bewerbungen fünf Unternehmen für den HERMES AWARD 2009 nominiert.

Dieser Preis ist der weltweit höchstdotierte internationale Technologiepreis und wird alljährlich im Rahmen der Eröffnungsfeier der HANNOVER MESSE übergeben.

"In diesem Jahr wurden deutlich mehr Bewerbungen als im vergangenen Jahr eingereicht. Das zeigt, dass die Finanzkrise keine Innovationskrise ist, im Gegenteil. Erfolgreiche Unternehmen erkennen, dass jetzt innovative Produkte höchste Priorität haben müssen. Die thematische Vielfalt der Einreichungen spiegelt auch in diesem Jahr das breite Branchenspektrum der HANNOVER MESSE wider. Bei der hohen Qualität vieler Einreichungen fiel es der Jury nicht leicht, sich auf fünf Nominierungen festzulegen. Das Erreichen dieser Endrunde setzt eine internationale Spitzenleistung voraus", sagte Professor Wahlster nach der Jurysitzung.

Für den mit 100 000 Euro dotierten Preis der HANNOVER MESSE wurden folgende Unternehmen nominiert (Auflistung hier in alphabetischer

Reihenfolge):

Bosch Rexroth AG, Elchingen: Bei dem hydrostatischen regenerativen Bremssystem "HRB parallel" handelt es sich um einen Bremsenergiespeicher. Die vorhandene kinetische Energie des Fahrzeugs wird beim Bremsvorgang verwendet, um einen Druckspeicher zu füllen, und steht anschließend dem Fahrzeug zum Beschleunigen wieder zur Verfügung. Der Einsatz dieses Bremssystems führt zu einer Kraftstoffeinsparung von bis zu 25 Prozent sowie zu einer entsprechenden Reduktion des CO2-Ausstoßes. Das größte Einsparpotenzial ergibt sich bei schweren Fahrzeugen wie LKWs, Omnibusse und Baustellenfahrzeuge, die häufig und intensiv bremsen.

Compair Drucklufttechnik, Simmern/Hun: Das eingereichte Projekt Quantima ist ein neuer absolut ölfreier Turbokompressor mit variabler Drehzahl für Industrieanwendungen. Quantima zeichnet sich durch eine ölfreie, getriebe- und wälzlagerlose Bauweise aus, wodurch sich die Anzahl der Bauteile und der Verschleiß gegenüber herkömmlichen Schraubenkompressoren verringern. Das Antriebs- und Verdichtungssystem besteht aus nur einem beweglichen Teil. Die direkt angetriebene Rotorwelle ist durch adaptive Magnetlager völlig berührungslos und verschleißfrei geführt. Der Energiebedarf ist unter Last und im Leerlauf deutlich niedriger als bei bisherigen Lösungen und ermöglicht Einsparungen von rund 25 Prozent.

Harting Electric, Espelkamp: Das auf dem Ethernet-Standard basierende Netzwerk Fast Track Switch ermöglicht eine garantierte Nachrichtenübertragungszeit für Automatisierungsnachrichten, ohne dass spezielle Hardware für die Netzwerkkomponenten verwendet werden muss. Über den Switch können sowohl Automatisierungsgeräte als auch alle anderen Anwendungen, wie zum Beispiel der Bürobereich, miteinander vernetzt werden. Damit können erstmals mit einem Netzwerk alle Applikationen eines Unternehmens abgebildet werden, da die Echtzeit speziell für die Nachrichten aus der Automatisierungswelt gilt und diese damit andere Datenpakete "überholen" können. Die traditionelle Feldbusverkabelung kann vollständig durch Ethernet ersetzt werden.

Thomas GmbH, Bremervörde: Radius Pultrusion ist ein kontinuierliches Verfahren zur Endlosherstellung von gekrümmten faserverstärkten Profilen, bisher war das nur für gerade Profile möglich. Die wesentliche technologische Neuerung besteht in der Umkehr des bekannten Pultrusionsprozesses: Es wird nicht mehr das Profil durch die Form gezogen, sondern die Form schrittweise über das Profil geführt. Durch dieses Verfahren wird das mögliche Einsatzfeld von Faserverbundwerkstoffen deutlich erweitert. Bisher haben vor allem die hohen Kosten den Einsatz von Faserverbundstoffen im Massenmarkt limitiert. Nun ergibt sich ein großes Marktpotenzial für das Verfahren, vor allem in der Luftfahrt-, Automobil- und Bauindustrie sowie dem Maschinenbau.

Voith Turbo Wind, Crailsheim: Das mechatronische WinDrive-Antriebssystem zur hochdynamischen Drehzahlregelung wurde für den Einsatz in Windenergieanlagen entwickelt. Basierend auf einem Drehmomentwandler in Kombination mit einem als Überlagerungsgetriebe ausgelegten Planetengetriebe wandelt das System die variable Eingangsdrehzahl des Windturbinenrotors in eine konstante Ausgangsdrehzahl für den Generator um. Dieser kann direkt an das Netz gekoppelt werden, so dass auf den Frequenzumrichter verzichtet werden kann, wodurch viel Gewicht gespart wird. Das System ist sehr zuverlässig mit geringer Ausfallwahrscheinlichkeit und großer Netzeinspeisequalität durch hohe Frequenzstabilität und Blindleistungsbereitstellung.

Brigitte Mahnken | Deutsche Messe
Weitere Informationen:
http://www.hannovermesse.de/presseservice

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