Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heidelberger Anita- und Cuno-Wieland-Preis 2010 an Professor Dr. Hartmut Döhner verliehen

08.02.2010
Verdienste des Ulmer Onkologen für Umsetzung von Grundlagenforschung in die Klinik gewürdigt

Professor Hartmut Döhner hat am 6. Februar 2010 für seine Verdienste um die translationale Krebsforschung in Heidelberg den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis erhalten.

Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm und Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU). Die Verleihung fand im Anschluss an das Frühjahrssymposium des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg NCT statt, das intensiv die translationale Krebsforschung vorantreibt. Deren Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung zum Wohle der Patienten schnell in die klinische Praxis einfließen zu lassen.

Professor Döhner arbeitet seit 1990 eng mit der Abteilung "Molekulare Genetik" am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg unter der Leitung von Professor Peter Lichter zusammen und forscht seither intensiv an der genetischen Charakterisierung von chronisch lymphatischen Leukämien.

"Professor Döhner ist 'seit seinen universitären Kindesbeinen' an ein herausragender Krebsforscher mit translationalem Ansatz und zwar schon zu einem Zeitpunkt, als dieser Begriff noch nicht in aller Munde war", sagte sein langjähriger Co-Autor und Freund Professor Peter Lichter, der die Laudatio hielt.

Innovative Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien

Professor Döhner verfasste eine Vielzahl innovativer Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien. Er war maßgeblich an der Entwicklung neuer Leitlinien beteiligt, die mittlerweile routinemäßig international bei der Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischen Leukämien eingesetzt werden. Diese berücksichtigen genetische und molekulargenetische Risikofaktoren, von denen bekannt ist, dass sie z.B. mit einem Fortschreiten der Erkrankung oder mit dem Auftreten von Komplikationen zusammenhängen. So kann für einen Patienten und seine Erkrankung ein individuelles Risikoprofil errechnet werden, mit dem der Verlauf der Erkrankung und der Erfolg der vorgeschlagen Therapie wesentlich genauer abschätzbar sind.

Seit 1993 richtete Professor Döhner seinen Forscherblick zudem auf die akute myeloische Leukämie (AML). Mit einer Vielzahl hochrangiger Wissenschaftler aus Labor und klinischer Forschung versucht er puzzlesteinartig, die Ursachen der AML besser zu verstehen, um Überlebens- und Heilungschancen dieser Leukämieform zu verbessern. Als Leiter der Deutsch-Österreichischen Studiengruppe für AML setzt er sich in einer der größten Studiengruppen weltweit für innovative Konzepte zur Behandlung der AML ein. Im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Ulm strebt er nun an, die translationale Forschung auch bei anderen Krebsarten zu fördern.

Klinische Ausbildung und Beginn der wissenschaftlichen Karriere in Heidelberg

"Es ist mir ein Ehre, an diesem Ort diese Auszeichnung zu bekommen, an dem meine klinische und wissenschaftliche Karriere begonnen hat", bedankte sich Professor Döhner nach der Preisverleihung.

Der gebürtige 52-jährige Bad Kreuznacher studierte in Regensburg, Freiburg und Montpellier Medizin. 1985 begann er in Heidelberg seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin sowie zum Hämatologen und internistischen Onkologen. Professor Dr. Werner Hunstein, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, war sein prägender klinischer Lehrer und ermöglichte ihm den Start seiner translationalen wissenschaftlichen Karriere. 1988 bis 1990 erforschte er als Stipendiat der Deutschen Krebshilfe an der Universität von Minnesota/USA die Genetik bösartiger hämatologischer Erkrankungen. Der Aufenthalt war Grundlage seiner weiteren translational orientierten forscherischen Tätigkeit.

Die Heidelberger Alois Hirdt-Erben und Wieland-Stiftung wurde aus dem Nachlass eines ehemaligen Oberarztes der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie gegründet. Sie vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis für herausragende klinisch-onkologische Forschung sowie eine Förderung über 5.000 Euro für soziale Projekte im Bereich der Onkologie.

Weitere Informationen im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Nationales-Centrum-fuer-Tumorerkrankungen-Heidelberg-NCT-.106677.0.html

www.uniklinik-ulm.de/struktur/zentren/zentrum-fuer-innere-medizin.html

Bei Rückfragen von Journalisten:
Alenka Tschischka
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit NCT
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 / 42 22 54
Fax: +49 6221 / 42 29 68
E-Mail: alenka.tschischka(at)nct-heidelberg.de
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672, 69120 Heidelberg
Tel.: +49 6221 / 56 45 36
Fax: +49 6221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de
Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
Tel: +49 6221 / 42 28 54
Fax: +49 6221 / 42 29 68
E-Mail: S.Seltmann(at)dkfz.de
www.dkfz.de
www.klinikum.uni-heidelberg.de
www.ccc-ulm.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Antibiotikaresistenz zeigt sich durch Leuchten

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie