Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hans Hench-Preis zeichnet Erkenntnisse zum Fibromyalgiesyndrom aus

19.09.2014

Die Hans Hench-Stiftung zur Förderung der Rheumatologie e. V. in Freiburg und die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie verleihen für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der rheumatologischen Rehabilitation und Versorgungsforschung 2014 erstmals einen Nachwuchspreis in Höhe von 2.000 Euro. Der Preis geht an Diplom-Psychologin Antje Ullrich, Universitätsklinikum Freiburg, für ihre Untersuchungen bei Patientinnen mit Fibromyalgiesyndrom und wurde im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Düsseldorf verliehen.

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist unter anderem charakterisiert durch chronische, an vielen Stellen des Körpers auftretende Schmerzen und psychische Auffälligkeiten, für die sich in der Regel keine organische Ursache finden lässt. Diagnostik und Therapie dieses relativ häufigen, vorwiegend Frauen betreffenden Krankheitsbilds sind nach wie vor unbefriedigend.

Diplom-Psychologin Antje Ullrich wies in einer Arbeit nach, dass FMS-Patientinnen in der Ausübung ihrer verschiedenen sozialen Rollen stark beeinträchtigt sind. Am häufigsten nannten die Patientinnen Einschränkungen im sozialen Kontakt mit anderen Menschen, bei sozialen Aktivitäten bzw. im Freizeitleben sowie Schwierigkeiten bei der Ausübung von Berufs- und/oder Hausarbeit.

In einer weiteren Studie fand Ullrich bei der Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen Unterschiede zwischen Rehabilitationskliniken, die sich auf die Versorgung körperlicher Leiden spezialisiert haben, und psychosomatisch ausgerichteten Kliniken, zu denen die FMS-Patientinnen offenbar schwereren Zugang fanden. Patientinnen, die bereits psychotherapeutische Vorerfahrungen hatten, waren häufiger in einer psychosomatisch ausgerichteten Rehabilitationseinrichtung vertreten.

Darüber hinaus zeigte Ullrich in einer dritten Untersuchung, dass die FMS-Patientinnen einen offenen, patientenzentrierten Kommunikationsstil bevorzugen und vom Arzt eine effiziente Information über ihr Krankheitsbild und beispielsweise das Für und Wider verschiedener Therapieoptionen erwarten, was angesichts der bestehenden Unsicherheiten eine besondere Herausforderung für die Behandler darstellt.

Diplom-Psychologin Antje Ullrich hat Psychologie an der Humboldt Universität Berlin und an der Universität Bern studiert und sich nach ihrem Studium der Rehabilitations- und Versorgungsforschung zugewandt. Seit 2010 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (AQMS) des Universitätsklinikums Freiburg und beschäftigt sich mit Fragen der Patientenorientierung und Partizipation bei chronischen Erkrankungen (z. B. im Rahmen von Patienten- und Behandlerschulung) und insbesondere mit dem Fibromyalgiesyndrom.

Namensgeber des Preises ist Hans Hench, Diplom-Ingenieur und Unternehmer aus Inzlingen. Er gründete im Jahre 1988 die Hans-Hench-Stiftung. Sie dient der „Förderung fortbildungswilliger Doktoranden, Diplomanden, Ärzten und Therapeuten, die nicht in der Lage sind, die dafür erforderlichen Kosten selbst aufzubringen“.

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist mit mehr als 1.400 Mitgliedern die größte medizinische Fachgesellschaft in Deutschland im Bereich der Rheumatologie. Sie repräsentiert seit mehr als 80 Jahren die rheumatologische Wissenschaft und Forschung und deren Entwicklung in Deutschland. Als gemeinnütziger Verein arbeitet die DGRh unabhängig und ohne Verfolgung wirtschaftlicher Ziele zum Nutzen der Allgemeinheit.

Weitere Informationen:

http://www.dgrh.de
http://www.dgrh-kongress.de

Dr. Julia Rautenstrauch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau