Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Günter Petzow Preis 2015 geht an Dr. Andrew G. Mark

13.05.2015

Andrew G. Mark erhält in diesem Jahr den Günter Petzow Preis des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Er wird geehrt für seinen maßgeblichen Beitrag bei der Entwicklung einer neuartigen Methode zur präzisen und sehr effizienten Herstellung von hybriden, multifunktionalen, dreidimensionalen Nanostrukturen.

Bislang war es sehr schwierig, nicht-symmetrische Strukturen kleiner als 100 Nanometer herzustellen. Mit diesem neuen Ansatz lassen sich mittels Dampfabscheidung dreidimensionale Nanostrukturen aus verschiedenen Materialien nach Maß fertigen. Den Forschern ist es nun möglich, hybride Nanopartikel herzustellen, unter Verarbeitung von Materialien mit sehr unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften – Metalle, Halbleiter, magnetische Materialien und Isolatoren.


Dr. Andrew G. Mark, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart

Copyright Carmen M. Müller

Der Herstellungsprozess beruht auf einer Dampfabscheidung unter Hochvakuum-Bedingung, wobei das Trägermaterial während der Wachstumsphase manipuliert wird. Im Gegensatz zur herkömmlichen Dampfabscheidung verwenden die Forscher den Schattenwurf von benachbarten Objekten um die gewünschte Form als Nanostruktur herzustellen.

Diese Technik wurde in der Vergangenheit bereits benutzt, um Dünn-schichten mit Strukturierungen im Mikrometer Bereich herzustellen. Jedoch konnte die Technik bisher nicht dazu verwendet werden, um kolloidale Nanostrukturen aus Metallen wachsen zu lassen, da die Oberflächendiffusion und die stochastische Keimbildung die Entwicklung von gleichförmigen Strukturen auf der Nanoskala behindern. Andrew trug maßgeblich dazu bei, dass die Technik dahingehend weiterentwickelt werden konnte, dass nun die gewünschten Nanostrukturen in großer Stückzahl hergestellt werden können.

Als ein Beispiel für mögliche Anwendungen produzieren die Forscher Helices aus Gold, die sich als Nanoantennen für Licht eignen. Welche Lichtfarbe die Antennen absorbieren, lässt sich über deren Größe und Materialzusammensetzung steuern. Über die asymmetrische Form der Partikel kann bestimmt werden, ob eine Wechselwirkung mit polarisiertem Licht stattfindet. Andere Anwendungen, die mithilfe der neuen Herstel-lungstechnik erforscht werden, umfassen spezifisch geformte Nanomagnete, chemische Nano-Motoren und Dünnschichten, die mit polarisierten Elektronen wechselwirken.

Andrew G. Mark studierte Physik an der Queen`s University in Canada und legte dort 2009 seine Promotion ab. Nach 3 jährigem Forschungsaufenthalt bei Prof. Rasmita Raval an der University of Liverpool, begann er im Jahr 2012 als Postdoctoral Research Assistant in der Forschungsgruppe “Micro, Nano, and Molecular Systems“ am Stuttgarter Standort des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme, unter der Leitung von Professor Peer Fischer.

Seit 2006 verleiht das Institut im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums den Günter Petzow Preis, der von der Robert Bosch GmbH gesponsert wird. Geehrt wird damit ein/-e Nachwuchswissenschaftler/-in des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme für eine herausragende Arbeit im Bereich der Materialwissenschaften. Na-mensgeber des Preises ist Professor Günter Petzow, der von 1973 bis 1994 Direktor am Max-Planck-Institut für Metallforschung war, dem Vorgängerinstitut des jetzigen Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme.

Das Günter Petzow Kolloquium, in dessen Rahmen der Preis verliehen wird, findet in diesem Jahr am Freitag, den 24. Juli, statt. Um 13 Uhr beginnen die überwiegend auf Deutsch gehaltenen, populärwissenschaftlichen Vorträge. Weitere Informationen ent-nehmen Sie bitte der Institutshomepage unter www.is.mpg.de/gpk2015

Weitere Informationen:

http://www.is.mpg.de/gpk2015
http://www.is.mpg.de/de/fischer

Annette Stumpf | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DRIVE-E 2017: Angetrieben von der Zukunft
13.10.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht „Brücken bauen“ mit ionischen Flüssigkeiten
11.10.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Im Focus: Additive Fertigung revolutioniert die Produktionstechnik

Additive Verfahren sind das große Zukunftsthema der Produktionstechnik. Die Anwendungen reichen von der Herstellung von Maschinenteilen aus Metall bis hin zum 3D-Druck von Beton. Zwei internationale Fachkonferenzen, die derzeit an der Technischen Universität München (TUM) stattfinden, verdeutlichen die Bandbreite der Additiven Hightech-Fertigung und vermitteln Einblicke in die vielfältigen an der TUM vorhandenen Expertisen.

Komplexe Metallteile, die nicht von einer spezialisierten Maschine gefräst, sondern mit einem Laser sukzessive in Windeseile aus Metallpulver aufgebaut werden;...

Im Focus: Mit dem Laser durchs Gestein: Verfahren für Bohrungen in großer Tiefe senkt Kosten der Geothermie

Der Einsatz regenerativer Energien umfasst nicht nur die Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft oder Biomasse, sondern auch von Geothermie zur Gewinnung von Wärme, Kälte oder Strom durch Kraft-Wärme-Kopplung. Besonders ertragreich sind Geothermiebohrungen in tieferen Schichten der Erdkruste. Doch mit zunehmender Tiefe steigen die Kosten der Bohrungen durch den Verschleiß der Bohrwerkzeuge und niedrige Vortriebsraten überproportional – und damit auch das wirtschaftliche Risiko.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelt gemeinsam mit Partnern im BMWi-geförderten Forschungsprojekt »LaserJetDrilling«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

Windenergieanlagen - der Baugrund als Fundament und Basis!

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IVAM-Produktmarkt präsentiert intelligente Medizintechnik der Zukunft auf der COMPAMED

13.10.2017 | Messenachrichten

DRIVE-E 2017: Angetrieben von der Zukunft

13.10.2017 | Förderungen Preise

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten