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Felix Burda Award 2010

24.03.2010
Deutschlands Präventionspreis zeichnet wissenschaftliche Projekte zum Thema Darmkrebsvorsorge aus.

Die Nominierten für den Felix Burda Award 2010 in der Kategorie Medical Prevention stehen fest. Die Jury wählte in diesem Jahr wieder aus zahlreichen innovativen und in die Zukunft weisenden Projekten die besten Bewerbungen aus. Im Rahmen einer festlichen Gala übergibt Professor Wolff Schmiegel, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik Bochum, den begehrten Felix Burda Award an den Preisträger.

Der Gewinner der Kategorie Medical Prevention darf sich auf den 18. April freuen. Dann wird ihm die Felix Burda Award Trophäe überreicht. Seit 2003 zeichnet die Felix Burda Stiftung jedes Jahr im Darmkrebsmonat März die erfolgreichsten, innovativsten und herausragendsten Projekte und Leistungen auf dem Gebiet der Darmkrebsvorsorge aus. Das Preisgeld von 10.000 Euro wird von PENTAX Europe gesponsert.

Die in diesem Jahr nominierten Projekte zeigen, dass sich Experten verstärkt darum bemühen, die Vorsorge so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Ziel ist es, die Akzeptanz und Teilnahmerate an der Darmkrebsfrüherkennung und Vorsorge weiter zu steigern. Für die Auszeichnung sind vier Bewerber nominiert. Darunter eine Studie zu Bluttests zur Früherkennung von Karzinomen und deren Vorstufen sowie verbesserte Stuhltests und regionale Projekte zu einem persönlichen Einladungsverfahren.

"Die Verbreiterung des Angebots an effektiven Vorsorgemöglichkeiten für Darmkrebs und die damit einhergehende verbesserte Akzeptanz der Bevölkerung, das sind die Schwerpunkte der diesjährigen für den Felix Burda Award nominierten Bewerbungen in der Kategorie Medical Prevention", erklärt Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung. "Die besten und innovativsten Ansätze der Bewerber zielen in diese Richtung. Das zeigt, dass das Thema Akzeptanz inzwischen viele ernsthaft beschäftigt. Die Bevölkerung weiß heute gut über die Chancen der Darmkrebsvorsorge Bescheid. Was wir jetzt noch brauchen, sind Methoden, die die Darmkrebsvorsorge noch leichter machen und die gleichzeitig effektiv sind. Zusätzlich sollte möglichst bald ein Einladungsverfahren für die Darmkrebsvorsorge eingeführt werden, wie es das für Brustkrebs bereits gibt. Das heißt jeder über 50 erhält eine persönliche Einladung zur Vorsorgeuntersuchung. Die positive Wirkung des Verfahrens kann man im Saarland beobachten. Dort hat sich Teilnahme an der Vorsorgedarmspiegelung durch die persönliche Einladung nahezu verdreifacht."

Der Felix Burda Award 2010 wird präsentiert von BMW Berlin. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer festlichen Gala am 18. April im Hotel Adlon Kempinski in Berlin statt.

Die Nominierten.

1) Prof. Dr. Matthias Ebert, Marc Tänzer, II. Medizinische Klinik, Klinikum rechts der Isar: "Epigenetisches Screening für Kolorektale Adenome - Ergebnisse einer Studie zur Validierung von zwei Methylierungsmarkern."

Die Bewerbung befasst sich mit einer zukunftsweisenden Methodik für das Screening kolorektaler Läsionen. Im Mittelpunkt stehen epigenetische Veränderungen, die früh in der Pathogenese des kolorektalen Karzinoms auftreten und damit als diagnostische Marker für die Früherkennung von Karzinomen und ihren Vorläuferläsionen in Frage kommen. Die Studie des Klinikums rechts der Isar evaluiert die Wertigkeit zweier kombinierter Marker in unterschiedlichen Patientengruppen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines Bluttests, mit dem sich nicht nur Karzinome sondern auch ihre Vorstufen, die Adenome, frühzeitig erkennen lassen. Wenn es gelingt, einen Bluttest zu entwickeln, der Karzinome und Adenome mit ähnlicher Genauigkeit erkennt wie die Darmspiegelung, kann dies die Akzeptanz für das Darmkrebs Screening und die Teilnahmeraten an der Früherkennungsuntersuchung entscheidend verbessern.

Der Jury erscheint die Erforschung kombinierter epigenetischer Blutmarker, wie sie die Studie unternimmt, zukunftsweisend im Hinblick auf eine signifikante Steigerung der Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge. Sie sieht allerdings auch, dass bis zur Entwicklung verlässlicher Testkits wohl noch einige Jahre vergehen werden. Sie erkennt dem Projekt dennoch Modellcharakter zu und hat es für den Felix Burda Award nominiert.

2) Dr. Sabrina Hundt, Dr. Ulrike Haug, Prof. Dr. Hermann Brenner, Deutsches Krebsforschungszentrum: "Stuhltests zur Darmkrebs-früherkennung: Vergleichende Bewertung verschiedener Tests auf Blut im Stuhl und des Tests auf Tumor M2-PK in der Zielbevölkerung des Screenings."

Neben dem langjährig eingesetzten chemischen Stuhltest auf Basis der Guaiak-Farbreaktion existieren mittlerweile eine ganze Reihe immunologischer Stuhltests zum Nachweis auf okkultes Blut im Stuhl. Diese haben gegenüber dem chemischen Testverfahren bei gleicher Spezifität eine sehr viel höhere Sensitivität. In der vorliegenden Arbeit wurden erstmals die in Deutschland im Handel befindlichen immunologischen Stuhltests, deren Spezifität und Sensitivität zum Teil erheblich variieren, in einer großen Vergleichsstudie auf ihr Potenzial, Vorstufen von Darmkrebs (Adenome) zu erkennen, evaluiert. Geprüft wurde dies an der anspruchsberechtigten Zielgruppe, die zur Teilnahme an Darmkrebsfrüherkennung aufgerufen ist. Mit Hilfe der Ergebnisse konnte die
Leistung der Tests direkt miteinander verglichen werden. Die Jury bewertet die durchgeführte Arbeit als sehr hochwertig, die Studienergebnisse wurden dementsprechend hochrangig publiziert. Der Einsatz von immunologischen Stuhltests gilt als wichtige Verbesserung im Darmkrebs Screening, so dass die in diesem Jahr erscheinende Europäische Leitlinie zur Darmkrebsvorsorge den Einsatz solcher Testverfahren bei der Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl bereits heute vorsieht. Die Umsetzung im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsrichtlinie in Deutschland steht aus.

Mit der wissenschaftlich sorgfältigen, vergleichenden Überprüfung verschiedener Tests liefert die vorliegende Arbeit einen wesentlichen Beitrag, die Einführung der immunologischen Stuhltests im Screening der Bevölkerung vorzubereiten und voranzutreiben, weshalb die Jury das Projekt für den Felix Burda Award nominiert hat.

3) Prof. Dr. med. Hermann Brenner, Deutsches Krebsforschungszentrum; Christa Stegmaier, Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz Saarland: "Steigerung der Teilnahme an der Früherkennungs-Koloskopie durch persönliche Einladung - ein landesweites Projekt im Saarland."

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) führt das Saarland seit 2008 ein Pilotprojekt zum Einladungsverfahren für die gesetzliche Vorsorgedarmspiegelung durch. Berechtigte werden zu ihrem 55., 60. oder 65. Geburtstag mit einem persönlichen Anschreiben des Saarländischen Gesundheitsministers zur Teilnahme an einer Vorsorgedarmspiegelung eingeladen. Eine erste wissenschaftliche Auswertung ergab, dass sich die Teilnahme an der Vorsorgekoloskopie dadurch um das 2,6-fache gesteigert hat. Ein besonders hoher Steigerungseffekt ergab sich bei der Zielgruppe der Männer, die zuvor in besonders geringem Maße an der Vorsorgedarmspiegelung teilgenommen hatten.

Der saarländische Pilot zum Einladungsverfahren für das Darmkrebs Screening zeigt erstmals beispielhaft, wie sich die Teilnahme signifikant steigern lässt und wie auch vorsorgeferne Zielgruppen durch die persönliche Ansprache sensibilisiert werden können. Die Jury erkennt dem Projekt Modellcharakter für die anstehende bundesweite Einführung eines Einladungsverfahrens zum Darmkrebs Screening zu und nominiert es für den Felix Burda Award.

4) Karl Mach, Gernot Leeb, Burgenländischer Arbeitskreis für Sozial und Vorsorgemedizin Österreich: "B-PREDICT: Burgenland gegen Darmkrebs."

Im Rahmen des Projektes "Burgenland gegen Dickdarmkrebs" versenden die Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Sozial- und Vorsorgemedizin und den Burgenländischen Betriebskrankenkassen Tests auf okkultes Blut im Stuhl an ihre Bürger im Alter zwischen 40 und 80 Jahren. Ein Drittel der so eingeladenen Bürger nahmen bisher an der Testung teil. Die Ergebnisse des Projekts werden laufend wissenschaftlich ausgewertet, inklusive der im Anschluss an einen positiven Test erfolgenden koloskopischen Abklärung. Zurzeit werden jährlich etwa 145.000 Bürger in das Projekt einbezogen.

Die Jury bewertet das Projekt als ein Einladungsverfahren mit sehr guter Wirkung. Gleichzeitig erfolgt eine langjährige wissenschaftliche Begleitung der Aktion mit entsprechend solider Datenlage und guten Ergebnissen. Die Jury sieht das Burgenland in einer Vorreiterrolle für die Einführung des Einladungsverfahrens in ganz Österreich und hat das Projekt für den Felix Burda Award nominiert.

Verena Welker | idw
Weitere Informationen:
http://www.felix-burda-award.de

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