Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäischer Forschungsrat fördert Wissenschaftlerin der Saar-Universität mit 1,2 Millionen Euro

30.10.2012
Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat wieder Spitzenforscher aus ganz Europa ausgezeichnet, darunter Dr. Gentiana Wenzel vom Uniklinikum in Homburg.

Die Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde erhält 1,2 Millionen Euro, um eine neue Generation von Hörgeräten zu entwickeln, die auf Lichtenergie basieren. Die neue Technik soll schwerhörigen Menschen helfen, besser zu hören sowie komplexe Klänge wie Sprache und Musik zu unterscheiden und zu verstehen.

Aktuelle Hörgeräte verbessern das Hörvermögen schwerhöriger Patienten, indem sie die Schallwellen verstärken und über einen Lautsprecher in den Gehörgang leiten. Bei weiter fortgeschrittener Hörminderung helfen Cochlea-Implantate, die das Hörsystem mittels elektrischer Pulse stimulieren. Trotz aller Weiterentwicklungen von konventionellen und implantierbaren Hörprothesen ist die Versorgung von Schwerhörigen vor allem bei Störgeräuschen und komplexen akustischen Signalen – unter anderem Musik – noch unbefriedigend.

An einer ganz neuen Generation von Hörgeräten forscht Dr. Gentiana Wenzel am Universitätsklinikum in Homburg. Ihr Forschungsansatz verfolgt den Gedanken, die Energie zur Stimulierung des peripheren Hörorgans nicht mit einem Lautsprecher sondern mittels Licht-Impulsen zu übertragen. Licht ist eine Energieform, die sehr gezielt und streuungsarm appliziert werden kann. Hierdurch besteht die Perspektive, das Hörsystem optimal aktivieren zu können.

In ihrem aktuell von der EU geförderten Projekt will Dr. Gentiana Wenzel mit Laserlicht arbeiten, um das gesamte menschlich hörbare Klangspektrum zu aktivieren. „Eine Hörprothese muss das gesamte Spektrum des Hörvermögens abbilden können, um Sprache und weitere komplexe Klänge, beispielsweise Musik, bestmöglich hörbar zu machen“, erklärt sie. Für das Forschungsprojekt mit dem Titel „Laser Hearing Aids“ wurde die Homburger Wissenschaftlerin nun mit dem „EU Starting Grand“ ausgezeichnet, der ihre wissenschaftlichen Arbeiten fünf Jahre lang mit insgesamt 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Dr. Gentiana Wenzel ist Medizinerin und absolvierte ihre Facharzt-Ausbildung in Deutschland (Fulda, Augsburg und Hannover). Ein zweijähriger Forschungsaufenthalt in Houston (USA) stimulierte zu dem Forschungsprojekt. Seit März 2011 ist sie als HNO-Fachärztin am Universitätsklinikum in Homburg mit dem Schwerpunkt der Otologie (Diagnostik und Therapie von Ohrerkrankungen) tätig. Im Laufe ihrer wissenschaftlichen Karriere hat Dr. Gentiana Wenzel bereits eine ganze Reihe von Stipendien und Förderpreisen erhalten – allein in diesem Jahr neben dem EU Starting Grant auch den dritten Platz für das Projekt zur Verbesserung der Lehre „Vom Krankenbett zur Grundlagenforschung und zurück“ im Rahmen des Kurses „Teach The Teacher“. An der Universität des Saarlandes wurde sie in das Exzellenzprogramm für Wissenschaftlerinnen aufgenommen.

Hintergrund:
Um insbesondere junge Spitzenforscher zu fördern, stellt der Europäische Forschungsrat (ERC) in diesem Jahr insgesamt 800 Millionen Euro für Stipendien, so genannte Starting Grants, zur Verfügung. Bewerben konnten sich talentierte junge Forscher aller Nationalitäten, die sich in Europa niederlassen wollen. Die ausgewählten Wissenschaftler erhalten bis zu zwei Millionen Euro; die Förderdauer beträgt maximal fünf Jahre. 2012 wurden 78 Forscher aus Deutschland ausgewählt, ihre Projekte wurden von 25 international besetzten Gremien bewertet.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/10873_de.htm

Fotos von Dr. Gentiana Wenzel sind unter folgendem Link verfügbar:
http://www.uni-saarland.de/pressefotos
Kontakt:
Dr. med. Gentiana Wenzel
Uniklinikum Homburg, Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Tel. 06841 1622900
E-Mail: gentiana.wenzel@uks.eu

Gerhild Sieber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/
http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/10873_de.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten