Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-geförderte Transferinitiative: Wissenschaftliche Kompetenzbüros Faserverbundwerkstoffe

15.03.2010
"Projektarchitekten" aus dem Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung der Universität wirken in Partnerunternehmen als "Keimzellen" für gemeinsame Vorhaben.

Von fünf, die insgesamt vorgesehen sind, haben drei bereits ihre Arbeit aufgenommen: bei Industriepartnern eingerichtete "Wissenschaftliche Kompetenzbüros Faserverbundwerkstoffe", in denen Wissenschaftler des Anwenderzentrums Material- und Umweltforschung (AMU) der Universität Augsburg gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf den Weg bringen. Diese neue Form der Anbahnung und Etablierung von Kooperationsprojekten zwischen Wissenschaft und Industrie wird von der EU auf drei Jahre mit 0,7 Mio. Euro gefördert. Den gleichen Betrag steuern die am Projekt mitwirkenden Unternehmen bei.

"Ja, wir hätten selbstverständlich Bedarf an universitären Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, wir würden gerne mit Ihnen kooperieren und die Vorhaben dann auch finanzieren. Unser Problem sind die zusätzlichen Ressourcen, die durch die erforderlichen Projektvorbereitungen, durch die Beantragung der notwendigen Fördergelder etc. gebunden würden." Antworten wie diese hat Dr. Wolfgang Biegel vom Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung der Universität Augsburg (AMU) immer wieder erhalten, wenn er High-Tech-Firmen aus der Region Augsburg Kooperationen mit der Universität vorgeschlagen hat.

"Die Idee unseres Kollegen Roland Grenz, des Leiters der Transferstelle der Universität Augsburg, diese kooperationshemmenden Personal- und Ressourcendefizite der Unternehmen durch die Entsendung unserer eigenen Fachleute in die Unternehmen zu beheben, war so überzeugend, dass es uns auf Anhieb gelang, EU-Mittel einzuwerben, mit denen wir diese Idee nun in Form unseres Projekts 'Wissenschaftliche Kompetenzbüros Faserverbundwerkstoffe' realisieren können", erläutert Biegel.

"Keimzellen" für die Entstehung gemeinsamer F&E-Projekte

Konkret umfasst dieses Projekt die Einrichtung von fünf solcher Kompetenzbüros in produzierenden Unternehmen des Bereichs Faserverbundwerkstoff-Leichtbautechnologie. Die Büros werden mit Wissenschaftlern der Universität Augsburg besetzt, um in den Unternehmen als "Keimzellen" für die Entstehung gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu fungieren. Primäre Zielgruppe des Kompetenzbüro-Projekts sind Unternehmen der aufstrebenden Faserverbundwerkstoffe-Branche. Über die Büros werden sie dabei unterstützt, einerseits die Lücke zwischen einer Projektidee und ihrer Realisierung zu schließen; andererseits eröffnet sich ihnen dank der Vernetzung die Möglichkeit, an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu partizipieren. Von ausschlaggebender Bedeutung ist, dass die von der Universität in die Firmen "delegierten" Wissenschaftler dort vor Ort Projektentwicklungen wesentlich effektiver vorantreiben können, als dies der Fall wäre, wenn sie von außen agieren müssten.

Von den insgesamt fünf geplanten Kompetenzbüros haben drei ihre Arbeit bereits aufgenommen: bei der SGL Group in Meitingen, beim Verein Carbon Composites e. V. in Augsburg und bei der ebenfalls in Augsburg ansässigen MT Aerospace AG. "Erste gemeinsame Projekte sind als Resultat der Arbeit dieser Büros bereits absehbar bzw. in Vorbereitung", berichtet Dr. Timo Körner, der im AMU die wissenschaftliche Koordination der Büros besorgt.

"Projektarchitekten"

"Je anspruchsvoller eine technische Neuentwicklung ist, desto aufwändiger gestaltet sich die vorbereitende Arbeit, die geleistet werden muss, bis alle Kooperationspartner im Boot sind und der Arbeitsplan samt Finanzierungskonzept steht", meint Dr. Hubert Jäger von der SGL Group in Meitingen, wo das erste Kompetenzbüro vor rund einem halben Jahr seine Arbeit aufgenommen hat. Als "Projektarchitekten apostrophiert Hans-Wolfgang Schröder vom Carbon Composites e. V. die Wissenschaftler in den Kompetenzbüros: "Ein Architekt entwirft Gebäude, erstellt ein Konzept und bereitet die Erstellung vor. Genau in diesem Stil sollen auch die Wissenschaftler große Projekte planen und umsetzen. Es würde niemand auf die Idee kommen, den Bau eines großen Gebäudes ohne Architekten zu beginnen. Bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten ist aber genau das noch gang und gäbe. Oft genug führt das zum Scheitern wichtiger Projektideen, bevor ihre konkrete Umsetzung überhaupt begonnen werden kann. Genau hier", so Schröder, "setzt die Idee mit den Kompetenzbüros an."

Wichtige Basis für weitere Intensivierung des Transfers

Die Finanzierung des auf drei Jahre angelegten Projekts "Wissenschaftliche Kompetenzbüros Faserverbundwerkstoffe" erfolgt jeweils hälftig durch die beteiligten Unternehmen, in denen die Büros angesiedelt sind, und über EU-Fördermittel. "Mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Mio Euro ist dieses Projekt für unser Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung nicht zuletzt eine wichtige Basis, um weitere Kooperationen und Projekte ins Haus zu holen und den Technologietransfer zwischen Firmen und Forschungsinstituten zu intensivieren", betont AMU-Geschäfsführer Biegel.

Ansprechpartner:
o Projektverantwortliche:
Dr. Wolfgang Biegel, biegel@amu-augsburg.de
Roland Grenz, grenz@amu-augsburg.de
Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung der Universität Augsburg
Universitätsstraße 1a, 86159 Augsburg
o Wissenschaftliche Koordination der Kompetenzbüros: Dr. Timo Körner, koerner@amu-augsburg.de
o Kompetenzbüro bei der SGL Group Meitingen: Dr. Daniel Steppich, Daniel.Steppich@sglcarbon.de
o Kompetenzbüro beim Carbon Composites e. V.: Alfons Schuster, Alfons.Schuster@carbon-composites.eu

o Kompetenzbüro bei der MT Aerospace AG: Dr. Patrick Starke, Patrick.Starke@mt-aerospace.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.amu-augsburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten