Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ERC-Grant geht an Prof. Hans-Joachim Werner

29.01.2013
Forschungsauszeichnung für Stuttgarter Chemiker

Der Chemiker Prof. Hans-Joachim Werner erhält von dem Europäischen Forschungsrat einen ERC-Grant in der Förderlinie „Advanced Grants“. Diese mit 2,45 Millionen Euro dotierte Förderung zählt zu den renommiertesten Forschungsauszeichnungen weltweit.

Ein entsprechender Vertrag dazu wurde am 22. Januar 2013 in Brüssel unterzeichnet. Im Jahr 2000 hat Prof. Werner bereits den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Er leitet das Institut für theoretische Chemie an der Universität Stuttgart.

„Die Bewilligung eines ERC Advanced Grant ist eine große Ehre aber auch eine enorme Herausforderung. Diese Forschungsförderung ermöglicht es, fünf Jahre lang mehrere, auch riskante und langwierige Projekte anzugehen, von denen wir noch nicht wissen, ob sie funktionieren und erfolgreich sein werden“, erklärt Prof. Hans-Joachim Werner. „Unser Ziel ist die Entwicklung von Theorien und Computerprogrammen zur Simulation von chemischen Reaktionen. Ausgehend von den grundlegenden physikalischen Gesetzen und Naturkonstanten sollen die Eigenschaften und die Reaktivität von Molekülen vorhergesagt werden, ohne empirische Informationen zu verwenden.“

Es freut uns sehr, dass die Forschungen von Prof. Hans-Joachim Werner durch den Europäischen Forschungsrat mit einem Advanced Grant gewürdigt werden“, so Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel, „dies zeigt einmal mehr das hohe Niveau der Forschung an unserer Universität.“

Werner und sein Team versuchen, die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Molekülen möglichst genau zu berechnen und zu verstehen, wie Moleküle miteinander reagieren. Allerdings sind die dafür notwendigen Theorien, die auf der Quantenmechanik beruhen, sehr kompliziert und die Berechnungen dauern entsprechend lange. Der Rechenaufwand der besten traditionellen Methoden steigt steil mit der Molekülgröße an: bei Vervierfachung um den Faktor 10.000. Die Stuttgarter Wissenschaftler haben jedoch in den letzten Jahren neue Näherungen gefunden, mit denen lineare Skalierung erreicht werden kann – im Idealfall steigt dann die Rechenzeit im gleichen Fall nur noch um den Faktor 4 an. Und wenn es auch noch gelingt, das Programm parallelisiert auf vier Prozessoren laufen zu lassen, wird die Ausführungszeit sogar unabhängig von der Molekülgröße. Die Weiterentwicklung solcher skalierbaren Methoden ist eines der Ziele des ERC Projekts.

Prof. Hans-Joachim Werner findet es faszinierend, dass man mit theoretischen Methoden heute viele makroskopisch messbare Eigenschaften von Molekülen sehr genau berechnen kann, manchmal sogar mit kleineren Fehlergrenzen als in den besten Messungen. Zum Beispiel kann man die Strukturen und Energien von Molekülen oder ihre Spektren und Farben berechnen. Auch ist es möglich vorherzusagen, wie schnell eine Reaktion verläuft und wie viel Energie dabei abgegeben oder verbraucht wird. Solche theoretischen Berechnungen werden für die Interpretation vieler moderner Experimente benötigt. Doch es geht nicht nur um das Sammeln von Daten, sondern auch um das Verständnis chemischer Reaktionen. Man möchte unter anderem verstehen, warum und wie Katalysatoren oder Enzyme chemische und biologische Prozesse beschleunigen, und daraus ableiten, wie man die Katalysatoren und chemische Prozesse verbessern kann.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hans-Joachim Werner, Universität Stuttgart, Institut für Theoretische Chemie, Tel. 0711/685-64401, E-Mail: werner [at] theochem.uni-stuttgart.de.
Dr. Hans-Herwig Geyer, Universität Stuttgart, Hochschulkommunikation,
Tel. 0711/685-82555,
E-Mail: leitung.hkom [at] hkom.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE