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EFIS-EJI Ita Askonas-Preis geht an Fiona Powrie

10.09.2009
Erstmals wird beim 2nd European Congress of Immunology ECI 2009 Berlin der mit 10.000 Euro dotierte Ita Askonas-Preis verliehen.

Der Preis würdigt die herausragende Arbeit einer jungen Wissenschaftlerin im Bereich der Immunologie an einer europäischen Forschungsinstitution und geht an die Professorin Fiona Margaret Powrie, Sir William Dunn School of Pathology, Universität Oxford.

Ausgezeichnet werden ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Aufklärung der gestörten Immunregulation bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Preisverleihung erfolgt am 13. September 2009 im Rahmen des Kongresses.

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden an schwersten und zerstörerischen Entzündungen der Darmschleimhaut, für die es bis heute keine Heilung gibt. Bei diesen Erkrankungen ist die normalerweise friedvolle Balance zwischen Immunsystem und Darmbakterien gestört. In der Folge greift das Immunsystem der Betroffenen mit einer massiven entzündlichen Abwehrreaktion die eigene Darmschleimhaut an.

In den letzten 15 Jahren hat sich Fiona Powrie mit ihrem Labor intensiv der Aufklärung der Immunprozesse in der Darmschleimhaut und ihrer Entgleisung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gewidmet. Sie konnte zeigen, dass eine fein austarierte Balance zwischen verschiedenen T-Zell-Populationen, den sogenannten Effektor-T-Zellen und den regulatorischen T-Zellen, die Gesundheit des Darmes reguliert, und identifizierte dabei zahlreiche neue Zielstrukturen für Therapieansätze.

Fiona Powrie absolvierte ihre Doktorarbeit im Labor von Prof. Don Mason an der Sir Dunn School of Pathology der Universität Oxford. In dieser Zeit gewann sie erste Erkenntnisse darüber, dass das Immunsystem neben den Effektor-T-Zellen, die für die Abwehr eines Infektes zuständig sind, weitere T-Zell-Populationen entwickelt, die für die Kontrolle der Immunantwort zuständig sind. Diese T-Zellen sind von zentraler Bedeutung, um inadäquate Immunantworten zu unterbinden und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen vorzubeugen. Zusammen mit den Arbeiten von Shimon Sakaguchi legten Powries Erkenntnisse den Grundstein für die inzwischen allgemein anerkannte Sichtweise, dass funktionell spezialisierte regulatorische T-Zellen eine Schlüsselrolle in der Verhinderung unerwünschter und schädlicher Immunreaktionen auf harmlose Umweltantigene spielen.

Während ihrer Zeit als Postdoc im Labor von Dr. Robert Coffmans am DNAX Research Institute in Kalifornien entwickelte Powrie ein T-Zell-Transfer-Modell der Colitis, das heute zu den weltweit am meisten eingesetzten Modellen der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zählt. Sie wies nach, dass regulatorische T-Zellen normalerweise die entzündlichen Stimuli, die durch Darmbakterien ausgelöst werden, unter Kontrolle halten.

1996 ermöglichte eine Wellcome Trust Senior Fellowship Powrie die Rückkehr nach Oxford, um dort ein eigenes Labor für ihre Studien zur Immunregulation in der Darmschleimhaut einzurichten. In den letzten zehn Jahren hat sie ein Zytokin aus der Interleukinfamilie, das IL-23, als wichtigsten Auslöser der Darmschleimhautentzündung identifiziert. Darüber hinaus klärte sie die zellulären und molekularen Charakteristika der regulatorischen T-Zell-Aktivität im Darm weiter auf. Insbesondere konnte sie zeigen, dass regulatorische T-Zellen nicht nur in der Lage sind, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen zu verhindern, sondern im Prinzip auch bereits etablierte Erkrankungen heilen können. Ihre Funktion in der Darmschleimhaut hängt dabei von den anti-entzündlichen Zytokinen IL-10 und TGF-beta ab. Zusammen liefern diese Befunde wichtige neue Erkenntnisse zu den zellulären und molekularen Kontrollmechanismen des Gleichgewichts zwischen Effektor-T-Zellen und regulatorischen T-Zellen im Darm, aus denen sich neue Therapieansätze ableiten lassen.

In Anerkennung für ihre Arbeiten im Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wurde Powrie jüngst in den Sidney Truelove Chair of Gastroenterology der Universität Oxford gewählt. Ein Teil ihrer Aufgabe wird darin bestehen, eine neue akademische Gastroenterologie-Einheit aufzubauen, um die in den experimentellen Modellen gewonnenen Erkenntnisse in die Therapie von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen zu übertragen.

Der Ita Askonas-Preis wurde gemeinsam von der European Federation of Immunological Societies (EFIS) und dem European Journal of Immunology (EJI) ins Leben gerufen und prämiert die Arbeit junger Wissenschaftlerinnen in einem frühen Stadium ihrer Karriere. Neben einem Preisgeld von 10.000 Euro erhält die Preisträgerin eine Reisekostenunterstützung zum ECI-Kongress, der alle drei Jahre stattfindet. Im Rahmen dieses Kongresses stellt die preisgekrönte Wissenschaftlerin ihre Arbeit vor.

"EFIS möchte den Anteil der Frauen in der immunologischen Forschung deutlich stärken und hat deshalb diesen Preis initiiert. Gleichzeitig wird damit auch die bedeutendste Immunologin Europas gewürdigt, die ganz wesentlich zur Stärke der Immunologie in Europa beigetragen hat", erklärt EFIS-Präsident Professor Stefan H.E. Kaufmann, Direktor des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin. Professor Brigitte (Ita) Askonas ist die Grande Dame der europäischen Immunologie; ihre Forschung deckt die gesamte Breite der immunologischen Phänomene ab. Sie war von 1976 bis 1989 Leiterin der Abteilung für Immunologie am National Institute of Medical Research (NIMR) in London, und von 1989 bis 1990 Vizepräsidentin der Royal Society. Auch als wissenschaftliche Mentorin hat sie große Verdienste erworben, viele exzellente Wissenschaftler lernten ihr Handwerk in ihrem Labor am NIMR.

EFIS (European Federation of Immunological Societies) ist der Dachverband der nationalen immunologischen Fachgesellschaften in Europa. Zu EFIS zählen 28 nationale Fachgesellschaften in 31 europäischen Ländern mit insgesamt 13.000 Mitgliedern. Gemeinsame Plattform ist der European Congress of Immunology, der all drei Jahre stattfindet.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Professor Fiona Margaret Powrie
Sir William Dunn School of Pathology
University of Oxford
OXFORD OX1 3RE
PHONE 285494 FAX 275591
E-Mail: Fiona.powrie@pathology.ox.ac.uk
Prof. Dr. Anna Erdei
Secretary General EFIS
Department of Immunology
University Eotvos Lorand
Pazmany s 1/C
H-1117 Budapest, Hungary
E-Mail: anna.erdei@freemail.hu
Internet: www.efis.org
Prof. Dr. med. Reinhold E. Schmidt
Klinik für Immunologie und Rheumatologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
Tel.: +49-511-532-6656
Fax: +49-511-532-9067
E-Mail: immunologie@mh-hannover.de
Internet: www.mh-hannover.de/kir.html
Dr. med. Julia Rautenstrauch
Pressereferentin ECI 2009 Berlin
MedCongress GmbH
Geschäftsführer:
Dr. Julia Rautenstrauch, Hans-Joachim Erbel
Postfach 70 01 49
70571 Stuttgart
Tel: +49 711 72 07 12 0
Fax: +49 711 72 07 12-29
Gerichtsstand: Amtsgericht Stuttgart HRB 22288
jr@medcongress.de

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.medcongress.de
http://www.eci-berlin2009.com
http://www.efis.org

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