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DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017

Themen von Bauchspeicheldrüsenkrebs bis zum Krisengefüge der Künste / Insgesamt rund 15 Millionen Euro für erste Förderperiode

Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner Herbstsitzung drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe eingerichtet. Die Verbünde werden zunächst drei Jahre lang gefördert und erhalten in diesem Zeitraum insgesamt rund 15 Millionen Euro. Damit finanziert die DFG nun 195 Forschergruppen und 17 Klinische Forschergruppen.

Mit Forschergruppen und Klinischen Forschergruppen unterstützt die DFG Arbeitsbündnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich gemeinsam einer Forschungsaufgabe widmen. Auf diese Weise sollen Ergebnisse ermöglicht werden, die sich im Rahmen einer Einzelförderung in der Regel nicht realisieren lassen. Klinische Forschergruppen sind dabei auf die krankheits- oder patientenorientierte klinische Forschung ausgerichtet.

Durch die enge Zusammenarbeit von Grundlagenforschern und Ärzten sollen hier wissenschaftliche Arbeitsgruppen dauerhaft in klinischen Einrichtungen implementiert werden. Forschergruppen stellen für eine mittelfristig angelegte, enge Kooperation die notwendige personelle und materielle Ausstattung bereit. Dabei bietet das Förderprogramm flexible Entfaltungsmöglichkeiten etwa für Nachwuchsgruppen, für die Kooperation mit außeruniversitären Partnern oder mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Ausland.

Die neuen Forschergruppen im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecherinnen und Sprecher)

Typ 2-Immunantworten im klassischen Sinne werden durch Parasiten, Würmer und durch verschiedene Gifte hervorgerufen. Neuere Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass solche Immunantworten auch in anderen pyhsiologischen und pathologischen Kontexten eine Rolle spielen. Die Forschergruppe “Tissue Type 2 Responses: Mechanisms of Induction and Regulation” beleuchtet deshalb die zugrundeliegenden zellulären und molekularen Mechanismen von Typ 2-Antworten auch in gesundem Gewebe sowie bei Entzündungsprozessen.
(Sprecher: Professor Dr. Axel Roers, Technische Universität Dresden)

Obwohl Bauchspeicheldrüsenkrebs intensiv beforscht worden ist, gibt es bis heute geringe Heilungschancen. Ein wichtiges Merkmal von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die Bildung eines Mantels aus Bindegewebe um den Tumor. Dieser Mantel trägt zur Agressivität des Tumors bei, der überdies meist schon früh metastasiert und gegenüber Chemotherapie überwiegend resistent ist. Bisher lag der Fokus in der Erforschung des Bauchspeicheldrüsenkrebses auf den Tumorzellen selbst. Die Klinische Forschergruppe “Clinical Relevance of Tumor-Microenvironment Interactions in Pancreatic Cancer” nimmt nun das tumorumgebende Gewebe mit in den Blick. Längerfristig sollen durch das bessere Verständnis der molekularen Grundlagen des Wechselspiels zwischen Tumorzellen und umgebendem Gewebe neue Behandlungsansätze entwickelt werden.
(Sprecher: Professor Dr. Thomas Mathias Gress, Philipps-Universität Marburg, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH)

Die international bewunderte Vielfalt der darstellenden Künste Deutschlands wird aktuell überlagert von Diskussionen über den gesellschaftlichen Stellenwert so genannter Hochkultur. Oft ist von einer Krise der darstellenden Künste die Rede, die sich aber auf widersprüchliche Art und Weise manifestiert und als Zusammenhang verschiedenster Faktoren unter der Kategorie Krisengefüge beschrieben werden soll. Dieses Gefüge näher zu bestimmen, steht im Zentrum der Forschergruppe „Krisengefüge der Künste: Institutionelle Transformationsdynamiken in den darstellenden Künsten der Gegenwart“. Ziel der Forscherinnen und Forscher aus der Theater-, Musik-, Arbeits- und Politikwissenschaft ist es, Transformationsdynamiken herauszuarbeiten und eine operationalisierbare institutionentheoretische Perspektive auf die darstellenden Künste zu entwickeln.
(Sprecher: Professor Dr. Christopher Balme, Ludwig-Maximilians-Universität München)

Epilepsie ist eine häufig auftretende und schwere Krankheit. Die meisten der genetischen Veränderungen, die der Epilepsie zugrunde liegen, sind unbekannt, ebenso wie die Mechanismen, die den Übergang von einem gesunden in ein krankes Gehirn verursachen. Ein gemeinsames Merkmal genetischer Epilepsien ist ihr altersabhängiges Auftreten, was wiederum weitgehend unverstanden ist. Entwicklungsfaktoren spielen daher vermutlich eine zentrale Rolle bei der Entstehung epileptischer Aktivität. Die Forschergruppe „Epileptogenese von genetischen Epilepsien“ untersucht, ob und wie genetische Mutationen epileptogene Prozesse hervorrufen. Außerdem erforscht sie, wie diese Prozesse mit den Entwicklungsprozessen im Gehirn in Wechselwirkung treten und damit wahrscheinlich zur altersabhängigen Manifestation von Krampfanfällen beitragen.
(Sprecher: Prof. Dr. Holger Lerche, Eberhard Karls Universität Tübingen)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecherinnen und Sprecher der eingerichteten Verbünde.

Zu den Forschergruppen und den Klinischen Forschergruppen der DFG:
www.dfg.de/for
www.dfg.de/kfo

Magdalena Schaeffer | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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