Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chica und Heinz Schaller Förderpreis für zwei exzellente junge Forscher

05.02.2015

Brian Luke und Jan Korbel erhalten Auszeichnung der C.H.S.-Stiftung, die Forschungsmittel in Höhe von jeweils 100.000 Euro zur Verfügung stellt

Zwei exzellente junge Forscher am Wissenschaftsstandort Heidelberg werden mit dem Chica und Heinz Schaller Förderpreis für das Jahr 2014 ausgezeichnet. Die C.H.S.-Stiftung würdigt mit dem Preis, der mit Forschungsmitteln in Höhe von jeweils 100.000 Euro dotiert ist, hervorragende Arbeiten in der biomedizinischen Forschung.

Preisträger Dr. Brian Luke, der am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) eine Nachwuchsgruppe leitet, erforscht den Zusammenhang zwischen der Nährstoffsituation von Zellen und der Erkennung von Schäden an der Erbinformation.

Die zweite Auszeichnung erhält Dr. Jan Korbel, der als Gruppenleiter am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg tätig ist. Er geht der Frage nach, wie Strukturvarianten im menschlichen Erbgut entstehen und welche Bedeutung diese für die Entwicklung bösartiger Tumoren haben. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am 10. Februar 2015 statt.

Brian Luke (Jahrgang 1976) studierte Chemie und Biologie an der Queen‘s University im kanadischen Kingston. Seine Dissertation auf dem Gebiet der Biochemie entstand an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, an der er 2005 promoviert wurde.

Nach einem Forschungsaufenthalt an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne wechselte der Wissenschaftler 2009 an das ZMBH. Seine Forschungsgruppe arbeitet im Rahmen der DKFZ-ZMBH-Allianz, der strategischen Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg.

Mit seinen Forschungsarbeiten will Dr. Luke herausfinden, wie Zellen auf die Beschädigung der Erbinformation reagieren. Insbesondere interessiert er sich für Schäden an den Telomeren, den Enden der Chromosomen, die bei der Zellalterung und verschiedenen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Wie Forschungsergebnisse von Brian Luke und seinem Team zeigen, haben Zellen, die schlecht mit Nährstoffen versorgt sind, überraschenderweise eine längere Lebensdauer als diejenigen mit einer guten Versorgung.

Bewirkt wird dies nach Angaben des Wissenschaftlers unter anderem durch eine bessere Erkennung und Reparatur von Schäden an der DNA. Seine Untersuchungen bilden die Grundlage für ein verbessertes Verständnis der „schädigenden“ Wirkung von Chemotherapeutika in der Krebsbehandlung. Sie können zukünftig dazu beitragen, die durch DNA-Schäden bedingten Nebenwirkungen der Chemotherapie zu verringern. Die C.H.S-Stiftung würdigt Dr. Lukes Arbeiten als „bahnbrechend“.

Jan Korbel (Jahrgang 1975) studierte Biotechnologie an der Technischen Universität Berlin. Seine Dissertation entstand am EMBL in Heidelberg; im Jahr 2005 wurde er an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Molekularbiologie promoviert. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der Yale University in New Haven (USA) kam Dr. Korbel 2008 als Gruppenleiter zurück an das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie. Er leitet zudem eine Forschungsgruppe innerhalb der Molecular Medicine Partnership Unit – einer Einrichtung, die von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und dem EMBL getragen wird.

Das Forschungsinteresse von Dr. Korbel gilt den Strukturvariationen in der DNA, die sich von Mensch zu Mensch deutlich unterscheiden und mit verschiedenen Erbkrankheiten oder bestimmten Krebsformen in Verbindung stehen. Der Wissenschaftler leitete die bisher umfangreichste Analyse derartiger DNA-Modifikationen beim Menschen. Dabei wurden 28.000 Variationen miteinander verglichen. Die Arbeitsgruppe von Jan Korbel versucht zu klären, warum sich einige Genomabschnitte schneller verändern als andere Bereiche des Erbguts. Mit seinem Team untersucht Dr. Korbel außerdem, was diese Veränderungen auslöst und wie sie die Entstehung von Krebs begünstigen. So konnten die Wissenschaftler zeigen, dass bei einem Gehirntumor im Kindesalter eine erbliche Mutation mit einer massiven Zerstörung der Chromosomenstruktur in Verbindung steht. Diese Daten erlauben Rückschlüsse darauf, wie Strukturvariationen krebsfördernde Gene in Hirntumoren aktivieren können. Die C.H.S.-Stiftung lobt Dr. Korbels Arbeiten als „innovativ und eigenständig“.

Die von den Wissenschaftlern Prof. Dr. Chica Schaller und Prof. Dr. Heinz Schaller gegründete C.H.S.-Stiftung fördert seit 2000 die biomedizinische Forschung in Heidelberg, indem sie eine Stiftungsprofessur finanziert hat und Stipendien vergibt. Die Stiftung engagiert sich insbesondere für die Einrichtung und Finanzierung der „Schaller Forschergruppen“, die an der Universität Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum arbeiten. Zu den wesentlichen Förderinstrumenten gehört auch der Chica und Heinz Schaller Förderpreis, der seit 2005 jährlich an herausragende junge Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben wird. Der Preis ist mit Forschungsmitteln in Höhe von 100.000 Euro dotiert.

Die Festveranstaltung zur Verleihung der Förderpreise findet am 10. Februar 2015 im Bioquant-Gebäude, Im Neuenheimer Feld 267, Ute Greenier-Saal (7. Obergeschoss) statt, und beginnt um 16.00 Uhr. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist dazu herzlich eingeladen. Die Preisträger werden ihre Vorträge in englischer Sprache halten.

Kontakt:
Privatdozentin Dr. Barbara Müller
C.H.S.-Stiftung
Tel. +49 151 18724924
info@chs-stiftung.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Weitere Informationen:

http://www.chs-stiftung.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Biologie EMBL Erbinformation Förderpreis Laboratorium Molekularbiologie Zellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops