Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CDiff - Projekt des Norddeutschen Institutes für Mikrobielle Genomforschung bewilligt

29.07.2013
Das Projekt „Epidemiologie und Systembiologie des Pathogenen Clostridium difficile“ (CDiff), an dem sich die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald beteiligt, ist nach Begutachtung durch ein hochrangiges Gutachtergremium für drei Jahre mit einem Gesamtvolumen von rund vier Millionen Euro bewilligt worden.

Die Finanzierung des von der Technischen Universität Braunschweig koordinierten Projektes erfolgt zunächst durch die Volkswagenstiftung. Im Mittelpunkt der Forschung steht eine umfassende Charakterisierung des Bakteriums Clostridium difficile, das lebensbedrohliche Darmerkrankungen hervorruft. Ziel ist, solche Infektionen in Zukunft besser zu beherrschen.

Das Projekt CDiff ist das erste große Projekt des Norddeutschen Zentrums für Mikrobielle Genomforschung, das im Januar 2013 in Göttingen gegründet wurde. Mitinitiator und stellvertretender Sprecher des Zentrums ist der Greifswalder Mikrobiologe Professor Michael Hecker. Neben Einrichtungen aus Niedersachsen wie dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, der Technischen Universität und dem Leibniz-Institut DSMZ in Braunschweig, dem Genomlabor in Göttingen sowie der MHH Hannover ist das Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald an CDiff beteiligt. Die Greifswalder Forschergruppe um Professorin Katharina Riedel, Professorin Dörte Becher und Professor Michael Hecker bringt dabei ihre Expertise in mikrobieller Proteomik in das Projekt ein. Das strategische Ziel des Projektes besteht darin, nach einer dreijährigen Vorlaufzeit die Voraussetzungen zu schaffen, um erfolgreich einen transregionalen Sonderforschungsbereich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft einzuwerben. Somit würde die norddeutsche Forschung international sichtbarer gemacht werden.

Ausgangspunkt für das Norddeutsche Zentrum für Mikrobielle Genomforschung war die von den Ministerpräsidenten der fünf Nordländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen in Auftrag gegebene Strukturanalyse der Forschung. Ziel war, die internationale Sichtbarkeit norddeutscher Forschungen insgesamt zu stärken, um dem Nord-Süd-Gefälle entgegen zu wirken.

Hintergrund

Die in Hannover angesiedelte Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen erhielt im Jahr 2008 den Auftrag, eine solche Strukturanalyse zunächst in den Themenfeldern Biowissenschaften und Medizin auf den Weg zu bringen. Für die Biowissenschaften galt es dann zunächst, geeignete Themenfelder auszuwählen, die nicht nur ein hohes Innovationspotenzial aufweisen sollten, sondern insbesondere in Norddeutschland quantitativ wie qualitativ hervorragend vertreten sind. Zu den fünf ausgewählten Themenfeldern gehörte neben der Regenerativen Medizin, der Strukturbiologie, der Infektionsbiologie und den Neurowissenschaften auch die Mikrobielle Genomforschung, die vom Greifswalder Mikrobiologen Professor Michael Hecker als Sprecher vertreten wurde. Die Strukturanalyse forderte die Gründung eines Norddeutschen Institutes für Mikrobielle Genomforschung, um im Entwicklungstempo dieses aufsteigenden Gebietes international mithalten zu können. Die Strukturanalyse Lebenswissenschaften lag im März 2011 vor, rund ein Jahr später war das Gründungskonzept für ein solches Institut fertig und am 11. Januar 2013 gründete die damalige Wissenschaftsministerin in Niedersachsen, Professorin Johanna Wanka, in Göttingen das Zentrum.

Damit ist das in der Strukturanalyse formulierte Nahziel, die Gründung des Norddeutschen Zentrums für Mikrobielle Genomforschung, erreicht. Nun soll das Zentrum zu einem der führenden in Europa ausgebaut werden. Dazu wird das bewilligte Verbundprojekt CDiff des Norddeutschen Zentrums für Mikrobielle Genomforschung einen wichtigen Beitrag leisten und genau die Forderung erfüllen, die die Ministerpräsidenten der fünf norddeutschen Länder bewogen hatte, die Strukturanalyse in Auftrag zu geben. Es ist im kommenden Jahr vorgesehen, dass sich auch das Land Mecklenburg-Vorpommern an der Finanzierung beteiligt. Damit wäre CDiff überhaupt das erste Projekt, das als unmittelbares Ergebnis der Strukturanalyse der Lebenswissenschaften in Norddeutschland länderübergreifend norddeutsche Spitzenforschung fördern wird.

Weitere Informationen
Norddeutsches Zentrum für Mikrobielle Genomforschung
http://www.nzmg.de/
Institut für Mikrobiologie an der Universität Greifswald
http://www.mnf.uni-greifswald.de/institute/fr-biologie/institute-und-forschung/institut-fuer-mikrobiologie.html
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Michael Hecker
Institut für Mikrobiologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15
17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4200
hecker@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften