Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesministerium stärkt kleine und mittlere Unternehmen in der Photonik

27.07.2012
Neue BMBF-Förderbekanntmachung „KMU-innovativ: Photonik / Optische Technologien“ geht an den Start.
Ultrakurzpulslaser, die mehrere Millionen Pulse in nur einer Sekunde abfeuern und Materialien hochpräzise bearbeiten, fluoreszierende Marker, die Krebszellen erkennen und sich an sie heften, hauchdünne flexible Flächen, die energieeffizient und gleichmäßig leuchten oder optische Sensoren, die Verunreinigungen in Gasen und Flüssigkeiten um ein Vielfaches präziser als jede Hundenase aufspüren: Das ist Photonik.

Diese Hightech-Industrie rund ums Licht zählt heute zu den wichtigsten Schlüsseltechnologien. Für Deutschland besitzt sie mit über 130.000 Arbeitsplätzen und einem Jahresumsatz von 22 Milliarden Euro einen bedeutenden Stellenwert.

Bislang 15 Millionen Euro vom BMBF für Photonik-KMUs

Dabei ist die hiesige Photonik-Branche stark mittelständisch geprägt: Etwa 90 Prozent der mehr als 1000 Firmen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Diese hochinnovativen KMUs nehmen eine wichtige Rolle beim technologischen Fortschritt ein und sind wichtige Job- und Ideenmotoren. Zudem bilden sie eine Schnittstelle für den Transfer von Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft in die Wirtschaft.

Besonders in den letzten Jahren hat sich in der Photonik-Branche eine neue Szene innovativer Unternehmen herausgebildet. Doch gerade für KMUs sind die so wichtigen Investitionen in die Forschung und Entwicklung meist mit hohen technischen und finanziellen Risiken verbunden.

Um die KMUs in Deutschland auf dem Gebiet der Photonik zu stärken, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2008 die Bekanntmachung „KMU-innovativ: Optische Technologien“ auf den Weg gebracht. Bis heute wurden im Rahmen dieser Initiative 22 Verbünde mit etwa 15 Millionen Euro vom BMBF erfolgreich unterstützt.

Die neue KMU-Förderinitiative im Kurzüberblick

Am 26. Juli 2012 hat das BMBF im Rahmen des Förderprogramms „Photonik Forschung Deutschland“ die Folgebekanntmachung „KMU-innovativ: Photonik / Optische Technologien“ verkündet. Die BMBF-Förderung soll kleine und mittlere Unternehmen stärken und ihr Engagement in Forschung und Entwicklung unterstützen.

Ab sofort können KMUs ihre Vorschläge für innovative Projekte auf dem Gebiet der Photonik einreichen. Die Einreichungsfrist läuft bis zum 01. November 2013, Bewertungsstichtage für Projektskizzen sind jeweils der 15. April und der 15. Oktober eines Jahres.
Gefördert werden industrielle Forschungs- und vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben, die durch ein hohes wissenschaftlich-technisches Risiko gekennzeichnet sind und ohne die Förderung nicht durchgeführt werden könnten. Dabei sind sowohl Einzelprojekte als auch Projektkooperationen mit anderen Unternehmen möglich. Die Förderdauer beträgt bis zu drei Jahre.

Die KMU-Projekte können im Rahmen der Initiative beispielsweise aus folgenden Themenbereichen stammen:
• Photonik in der Produktion
• Optische Messtechnik und Sensorik
• Optische Komponenten und Systeme
• Beleuchtungstechnik
• Organische Elektronik

Eindrücke aus ein paar Projekten der letzten BMBF-Bekanntmachung für KMUs:
- Das Projekt „SYNERGIE“ erforscht ein neues Femtosekunden-Faserlasersysteme zur schmerzfreien und schnellen Laserbehandlung von Altersweitsichtigkeit (Presbyopie).

- Im Verbundprojekt „SIRKO“ wird eine spezielle Infrarot-Sonde zur schnellen Analyse von Gasgemischen (insbesondere Kohlenwasserstoffen) realisiert. Die Anwendungsgebiete finden sich hier in der Gasversorgungsinfrastruktur.

- Das Team im Projekt „IOG“ entwickelt ein miniaturisiertes Kreiselsystem für Kleinsatelliten, ein sogenanntes optisches Gyroskop, zur verbesserten Lagebestimmung.

- Ziel bei „INT2SCREEN“ ist ein automatisiertes optisches Messgerät zur schnellen, effizienten Untersuchung von Wirkstoffen für die Herstellung neuer Arzneimittel.

- „BRILAMET“ hat sich die Entwicklung von effizienten, fasergekoppelten Hochleistungsdiodenlasern mit hohen Wirkungsgraden zum Schneiden von dicken Metallblechen mit einer Stärke von bis zu 1,5 Zentimetern auf die Fahne geschrieben.

- Der Verbund „BiPoMiP“ widmet sich einem speziellen Messsystem zur Echtzeit-Abbildung der Spannungsverteilung von Glas- und Kunststoffprodukten in der Produktion.

- Im Projekt „AQUAPAK“ werden optische Sensoren zur Detektion von umweltschädigenden „polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK)“ in Öl-Wasser-Gemischen entwickelt. Die Anwendungsgebiete liegen hier bei der Überwachung von Gewässern. Beispiele: bislang messtechnisch schwer erfassbare Bilgengewässer in der Schifffahrt, Abwässer oder allgemein Meeres- und Gewässerforschung.

Ansprechpartner
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Photonik / Optische Technologien“ hat das BMBF seinen Projektträger, die VDI Technologiezentrum GmbH, Abteilung Laser- und Optikforschung, beauftragt.

Gerhard Funke
Telefon: (0211) 6214-627
E-Mail: funke@vdi.de

VDI Technologiezentrum GmbH
VDI-Platz 1
40468 Düsseldorf

Daniela Metz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/foerderungen/19682.php
http://www.photonikforschung.de/forschungsfelder/kmu-innovativ/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics