Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesforschungsministerium fördert Muskeldystrophie-Netzwerk

22.05.2009
Kooperation von Grundlagenforschung und klinischer Forschung als Schlüsselfaktor bei der Behandlung seltener Krankheiten

Zwischen 25.000 und 40.000 Menschen sind in Deutschland von Muskeldystrophien betroffen - Hauptsymptome dieser erblichen Erkrankungen des Muskels sind Muskelschwäche und -schwund. Da weniger als einer von 2.000 Menschen unter diesem Krankheitsbild leidet, zählen Muskeldystrophien per Definition zu den "seltenen Erkrankungen".

Um die Entstehung von Muskeldystrophien besser zu verstehen, die Diagnose der Krankheiten zu optimieren und effektive Therapien zu entwickeln haben Ärzte und Wissenschaftler aus ganz Deutschland seit 2003 ihre Kompetenz im Muskeldystrophie-Netzwerk (MD-NET) gebündelt.

Netzwerk profitiert von fächerübergreifender Expertise
Das Netzwerk setzt sich aus Experten in den verschiedenen Bereichen der Muskeldystrophieforschung, -therapie und Patientenversorgung zusammen und wird im Rahmen der Einrichtung von Netzwerken für seltene Erkrankungen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der mittlerweile dritten Förderperiode gefördert. Besonders hervorzuheben ist der interdisziplinäre Charakter des Netzwerks: Experten aus Neurologie, Neuropädiatrie, Neuropathologie, Humangenetik, Innerer Medizin, Physiologie, Entwicklungsbiologie, Molekularer Pathologie, Zellbiologie und Biochemie arbeiten eng zusammen.

Die Koordination des Netzwerks erfolgt zentral im Friedrich-Baur-Institut an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Klinikums der Universität München. Die Koordinatoren sind PD Dr. med. Maggie Walter aus München, Prof. Dr. med. Matthias Vorgerd aus Bochum und Dr. med. Janbernd Kirschner aus Freiburg.

Zentrale Servicestrukturen gewährleisten hohen Forschungsstandard
Einer der größten Erfolge des MD-NET ist die Einrichtung von zentralen Serviceleistungen für alle Forschungsprojekte innerhalb des Netzwerks: Die Mitglieder haben Zugang zu den modernsten Technologien aus Grundlagenforschung und klinischer Versorgung. Die Entwicklung von neuen Studienprotokollen, modernsten Diagnosemethoden und klinischen Studien wurde aktiv betrieben und effizient koordiniert. Therapiestudien zur Muskeldystrophie Duchenne und zu Gliedergürtel-Muskeldystrophien sind Beispiele für erfolgreich durchgeführte multizentrische Studien.
Translationale Forschung im Fokus
Begründet durch die äußerst erfolgreiche Arbeit des MD-NET in den ersten Förderperioden bewilligte das BMBF aktuell eine Finanzierung in Höhe von 1.674.516 € für den Zeitraum von 2009 bis 2011: "Durch die finanzielle Unterstützung können wir künftig einen Schwerpunkt auf die translationale Forschung zu setzen. In naher Zukunft stehen klinische Studien für eine ursächliche Therapie bei Muskeldystrophie an und daher gibt es einen enormen Bedarf für Translation und Transfer vom Forschungslabor hin zum Patienten. Einen wichtigen Anteil bei der Planung von klinischen Studien bei seltenen Erkrankungen haben Patientenregister, wie wir sie im Rahmen des MD-NET und des europäischen Netzwerks TREAT-NMD für Muskeldystrophie Duchenne und Spinale Muskelatrophie aufgebaut haben.", erläutert Dr. Walter.

Die wissenschaftlichen Projekte für die kommende Förderperiode werden sich von der Identifikation neuer Muskeldystrophiegene und Genotyp/Phänotyp-Korrelationen in Richtung funktioneller zellbiologischer Aspekte und Erforschung von Erkrankungsmechanismen verändern. Die neuen Erkenntnisse sollen dazu beitragen Muskeldystrophien noch besser zu verstehen um den Erkrankten eine Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau gewährleisten zu können.

Kontakt
Priv.-Doz. Dr. med. Maggie C. Walter
Neurologin
Friedrich-Baur-Institut
Ziemssenstr.1a
80336 München
Tel. 089/5160-7400
Fax 089/5160-7402
Email: maggie.walter@lrz.uni-muenchen.de
Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) sind im Jahr 2007 an den Standorten Großhadern und Innenstadt etwa 500.000 Patienten ambulant, poliklinisch, teilstationär und stationär behandelt worden. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.700 Beschäftigten sind rund 1.700 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2007 etwa 57 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.
Weitere Informationen:
http://www.md-net.org Muskeldystrophie-Netzwerk
http://www.baur-institut.de Friedrich-Baur-Institut
http://www.treat-nmd.eu Translational Research in Europe - Assessment and Treatment of Neuromuscular Diseases

Philipp Kressirer | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften