Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Innovationen aus Thüringen dem Urknall auf der Spur

28.11.2007
CiS Institut für Mikrosensorik GmbH Erfurt gewinnt hohe Auszeichnung des größten Teilchen-Physik-Labors der Welt CERN in Genf.

Das CiS Institut für Mikrosensorik GmbH wurde heute in Genf mit dem ATLAS Supplier Award des europäischen Kernforschungszentrums CERN ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrt das CERN-Management das Erfurter Forschungsinstitut für die Entwicklung und Zulieferung spezieller Siliziumdetektoren, die für Messungen im Rahmen des größten Physikexperiments der Welt benötigt werden.

Die Auszeichnung, die CiS-Geschäftsführer Dr. Hans-Joachim Freitag in Genf entgegen nahm, würdigt die umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeit und die hervorragende Produktqualität der Siliziumdetekoren sowie die reibungslose Zusammenarbeit zwischen der Thüringer Forschungseinrichtung und dem CERN. Hans-Joachim Freitag: "Einen solchen Preis zu bekommen, ist für uns eine große Ehre. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Leistung durch eines der größten internationalen Forschungsprojekte. Der Award unterstreicht unser Wissen um die Werkstoffeigenschaften von Silizium und honoriert unsere Fähigkeit, es als Detektormaterial mit hoher Präzision doppelseitig strukturieren zu können."

Siliziumdetektoren sind hochempfindliche Messeinheiten, etwa so dünn wie eine Visitenkarte mit vielen tausend Messzellen. Diese Messzellen sind in der Lage, die Spur, die beim Durchflug hochenergetischer Teilchen entsteht, vermessen zu können. Deshalb sind sie für die CERN-Wissenschaftler von Bedeutung: Im größten Teilchenbeschleuniger der Welt erforschen 1.800 Physiker von über 220 Universitäten aus 35 Ländern das grundlegende Wesen der Materie und wollen damit der Entstehung der Welt auf die Spur kommen. In einer 27 Kilometer langen unterirdischen Teilchenkanone genannt "Large Hadron Collider" (LHC) wollen die Wissenschaftler den Urknall simulieren und so die Frage der Fragen beantworten: Wie ist unsere Welt entstanden?

... mehr zu:
»CERN »Materie »Urknall

Dafür werden Wasserstoffatomkerne mit noch nie gekannter Wucht in einander prallen. In sechs verschiedenen Experimenten wird untersucht, was bei der Kollision passiert. Eines der Teilexperimente trägt den Namen ATLAS. Im Rahmen von ATLAS wollen die internationalen Wissenschaftler-Teams unter anderem die entstandenen Kollisionssplitter nachweisen. Dafür wurde von Physikern und Ingenieuren eine spezielle Messstation in der Größe eines fünfstöckigen Hauses entwickelt. Hier kommen die CiS-Siliziumdetektoren ins Spiel: Sie wurden in das Innere der ATLAS-Messstation eingepasst und sollen die kleinsten Teilchenspuren, die bei der Urknall-Simulation entstehen, aufzeichnen. Derzeit befindet sich das Mega-Experiment noch im Aufbau. Im Frühjahr 2008 soll die unterirdische Teilchenkanone gezündet werden und unter anderem das ATLAS-Experiment starten.

Als anwendungsnahe Forschungseinrichtung mit einem umfassenden Know How in der Mikrosystemtechnik, Mikrosensorik und der Siliziumverarbeitung, ist das CiS Institut als einzige deutsche Forschungseinrichtung in der Lage, Siliziumdetektoren in höchster Qualität serienmäßig für hochspezialisierte Anwendungen herzustellen.

Weitere Informationen:
Dr. Peter Frey
CiS Institut für Mikrosensorik GmbH Erfurt
Konrad-Zuse-Straße 14
99099 Erfurt/Germany
Telefon.: +49 (0)361 - 66 31-00
Email: pfrey@cismst.de
Weiterführende Informationen zum CERN:
CERN ist die europäische Organisation für die Kernforschung mit Sitz in Genf. Der Name leitet sich ab vom französischen Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire. Gegründet im Jahre 1954 war das CERN eines der ersten Europäischen Gemeinschaftsunternehmen. Heute gibt es 20 Mitgliedsstaaten sowie acht Organisation und Länder mit Beobachterstatus. Am CERN sind insgesamt 3.000 fest angestellte Wissenschaftler, Ingenieure, Verwaltungsangestellte tätig. Außerdem forschen 6.500 Gastwissenschaftler von 500 Universitäten aus über 80 Nationen in den Labors der europäischen Organisation. Deshalb wird es auch als das größte Teilchenphysik-Labor der Welt bezeichnet.

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, woraus Materie besteht und durch welche Kräfte unsere Welt zusammengehalten wird. Dafür laufen derzeit die Vorbereitungen zum größten Physikexperiment aller Zeiten: Internationale Teams aus Forschern und Ingenieuren errichten am CERN den Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider). Er soll im Frühjahr 2008 starten und "uns tiefer in die Struktur der Materie vordringen lassen, als je zuvor", so die Vision der CERN-Wissenschaftler.

Für diese Hochleistungsforschung bedarf es Materialien, Dienstleister und Zulieferer, die den extra hohen Ansprüchen gerecht werden. Jedes Teilexperiment des CERN prämiert deshalb jedes Jahr ausgewählte Zulieferfirmen für ihre besonderen Leistungen mit dem Supplier-AWARD. Dieser Preis ist in Branchenkreisen eine höchst begehrte europäische Auszeichnung.

Weiterführende Informationen zum CiS Institut für Mikrosensorik GmbH:
Das CiS Institut für Mikrosensorik GmbH Erfurt arbeitet seit 1991 als wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung zur Förderung von Innovationen in der Thüringer Wirtschaft. Gleichberechtigte Geschäftsfelder sind die Zukunftstechnologien Mikrosystem- und Solartechnik. Von der Forschung bis zu Produktion vereint das Institut alle Voraussetzungen für angewandte Forschung und Entwicklung.

Das CiS Institut nimmt eine Spitzenposition unter den wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Thüringen ein und belegte bei der jüngsten Evaluierung des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit (TMWA) Platz 1. Rund 65 Wissenschaftler arbeiten im CiS an industrierelevanten Projekten. Für etwa 4 Mio. Euro forscht und produziert CiS im direkten Auftrag für die Industrie auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Dazu kommt ein gleich großer Anteil an öffentlichen Forschungsprojekten.

Andreas Albrecht | idw
Weitere Informationen:
http://www.cern.ch
http://www.cismst.de

Weitere Berichte zu: CERN Materie Urknall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Expert meeting “Health Business Connect” will connect international medical technology companies

20.04.2017 | Event News

Wenn der Computer das Gehirn austrickst

18.04.2017 | Event News

7th International Conference on Crystalline Silicon Photovoltaics in Freiburg on April 3-5, 2017

03.04.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie