Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prof. Joachim Herz erhält Heinrich-Wieland-Preis 2007

29.10.2007
Auszeichnung für die Entdeckung neuartiger Funktionen von Lipoproteinrezeptoren

Professor Joachim Herz, M. D., Department of Molecular Genetics, University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas (USA), wurde mit dem diesjährigen Heinrich-Wieland-Preis für seine herausragenden Forschungsleistungen zu Lipoproteinrezeptoren ausgezeichnet. An der Ludwig-Maximilians-Universität in München übergab vergangenen Freitag Professor Konrad Sandhoff, Vorsitzender des Kuratoriums für die Verleihung des Heinrich-Wieland-Preises, die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung an den Wissenschaftler.

Lipoproteinrezeptoren sind Schlüsselregulatoren für den Cholesterin- und Lipidstoffwechsel. Zu diesen zählen auch die beiden Rezeptortypen Low-Density-Lipoprotein-(LDL-)Rezeptor und die LDL-Rezeptor-verwandten Proteine (LRPs, LDL-receptor-related proteins).

Prof. Herz entdeckte LRP1, den ersten Rezeptor der LRP-Rezeptorgruppe. LRP1 spielt bei der Aufnahme von Lipiden aus der Nahrung während der Verdauung eine wichtige Rolle. LRP1 (mit der wissenschaftlichen Bezeichnung 'Chylomikronen-Remnant-Rezeptor') ist eine Molekularstruktur, die schon seit langem postuliert und jetzt von Joachim Herz identifiziert und weiter charakterisiert wurde.

Sein Labor enthüllte neuartige und essentielle Aufgaben der Lipoproteinrezeptoren, die über den reinen Transport von Lipiden und Cholesterin durch die Zellmembranen hinausgehen: Diese Lipoproteinrezeptorklasse ist am Lipidstoffwechsel, der Signaltransduktion und der Organentwicklung beteiligt. Sie kann auch die Gefäßwände vor Atherosklerose schützen. Interessanterweise traten die Gene, die diese Rezeptoren kodieren, in ihrer heutigen Form schon in frühesten, primitivsten multizellulären Lebewesen auf, selbst wenn diese noch kein Kreislaufsystem ausgebildet hatten.

"Der Tradition des Heinrich-Wieland-Preises folgend und entsprechend unserem wichtigsten Unternehmensgrundsatz, Werte durch Innovationen zu schaffen, haben wir erneut exzellente Grundlagenforschung ausgezeichnet", sagte Dr. Dr. Andreas Barner, stellvertretender Sprecher der Unternehmensleitung und Leiter des Unternehmensbereichs Pharma-Forschung, Entwicklung und Medizin bei Boehringer Ingelheim. "Prof. Herz hat erfolgreich bewiesen, wie Grundlagenforschung im Bereich der Lipoproteine den wissenschaftlichen Horizont auf einem Gebiet erweitern kann, in dem vieles bekannt zu sein scheint - aber dennoch wissenschaftlicher Fortschritt dringend erforderlich ist, um die verfügbaren Therapieoptionen für Patienten und Ärzte zu verbessern."

"Ich bin stolz darauf, der diesjährige Preisträger dieser renommierten Auszeichnung zu sein", kommentierte Prof. Joachim Herz. "Wir hoffen, dass wir mit unserer Forschungsarbeit in Zukunft noch wesentlich detailliertere Informationen erlangen werden, wie Lipoproteinrezeptoren den Lipidstoffwechsel und die Organentwicklung steuern."

Heinrich-Wieland-Preis
Der Heinrich-Wieland-Preis ist nach dem deutschen Chemiker und Nobelpreisträger Prof. Dr. Heinrich Otto Wieland (1877-1957) benannt. Heinrich Wieland war ein Cousin von Helene Boehringer, der Frau von Albert Boehringer, der Boehringer Ingelheim gründete. Von 1915 bis Ende 1920 war er Berater bei Boehringer Ingelheim und baute in dieser Zeit die erste wissenschaftliche Abteilung des Unternehmens auf. Seit 1964 wird der Heinrich-Wieland-Preis einmal jährlich für innovative wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen Biochemie, Chemie, Physiologie und klinische Medizin der Fette und Lipide vergeben. Dieser Preis gehört international zu den renommiertesten Auszeichnungen. In seiner mehr als 40-jährigen Geschichte wurde er bisher an 59 Wissenschaftler verliehen. Der Preis wird von Boehringer Ingelheim gestiftet und von einem unabhängigen Kuratorium verliehen.

Inge Homolka | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.boehringer-ingelheim.com

Weitere Berichte zu: LRP Lipidstoffwechsel Lipoproteinrezeptor Rezeptor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie