Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonderpreis des f-cell-Awards an der Hochschule Esslingen in der Brennstoffzellentechnik

23.10.2007
Der Brennstoffzellentechnik gehört die Zukunft. Damit Geräte in Serie gehen können, werden alltagstaugliche Brennstoffzellen benötigt.

Die Hochschule Esslingen hat gemeinsam mit der Universität Stuttgart eine Methode entwickelt, um die elektrische Leitfähigkeit von Brennstoffzellen um ein vielfaches präziser zu messen als bisher. Für diese Entwicklung erhielt sie einen Sonderpreis des "f-cell-Awards" für studentische Projekte.

Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten an der Optimierung der Brennstoffzelle. Dafür wurde vom Umweltministerium Baden-Württemberg und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart ein Preis ausgelobt, der besonders bedeutende Innovationen honoriert. Der Sonderpreis für studentische Projekte wurde in diesem Jahr an die Fakultät Grundlagen der Hochschule Esslingen und das Institut für Physikalische Chemie der Universität Stuttgart verliehen. Die Fakultät Grundlagen ist am Institut für Brennstoffzellentechnik der Hochschule Esslingen beteiligt.

Unter Leitung von Prof. Dr. Renate Hiesgen, Hochschule Esslingen, und Prof. Dr. Emil Roduner, Universität Stuttgart, wurde eine neue Methode entwickelt, die einen Einblick in das Innenleben einer Brennstoffzelle gibt und darüber hinaus die Protonenleitfähigkeit der Membran ortsaufgelöst messen kann. Elena Aleksandrova, die in ihrer Doktorarbeit an diesem Thema arbeitet, erklärt: "Die Membran der Brennstoffzelle ist keinesfalls gleichmäßig leitfähig. Die neue Messmethode mit einer Auflösung von bis zu zehn Nanometern macht große ionisch nicht aktive Flächen sichtbar." Für diese Arbeit erhielten die beiden beteiligten Institute einen mit 1.500 Euro dotierten Sonderpreis des "f-cell-Awards".

Die wichtigste Komponente einer Brennstoffzelle ist die so genannte Membran-Elektroden-Einheit. Diese "Polymerelektrolyt-Membran" besitzt eine Leitfähigkeit für Ionen, aber nicht für Elektronen. Die Anzahl, Verteilung und Größe der Ionen leitenden Kanäle hängen sehr stark von den Umweltbedingungen z. B. vom Wassergehalt der Membran ab. Sie hat somit einen großen Einfluss auf die Verteilung des Stromes in der Membran und auch auf die Kontaktierung zwischen der Membran und den beidseitigen aufgebrachten Elektroden. Die neu entwickelte Methode liefert hier auf anderem Weg nicht zugängliche, detaillierte Informationen auf molekularer Längenskala.

In Zukunft können die Membraneigenschaften mit dem elektrochemischen Rasterkraftmikroskop gemessen und sichtbar gemacht werden.

"Diese Methode ist von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung von Brennstoffzellenmembranen. Wir sind froh, im Institut für Brennstoffzellentechnik an der Hochschule Esslingen eine Organisationseinheit zu haben, das diese Entwicklung unterstützt", sagte Prof. Dr. Renate Hiesgen. Dieses Forschungsprojekt war trotzdem nur realisierbar, weil die Arbeiten im Rahmen einer gemeinsam mit der Universität Stuttgart betreuten Doktorarbeit durchgeführt werden können.

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-esslingen.de/de/34458

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Brennstoffzellentechnik Ion Membran

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise