Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorschulkinder spielen mit Sprachstrukturen

08.10.2007
Psychologin der Universität Jena mit Förderpreis zur Lese-/Rechtschreibschwäche ausgezeichnet

Dr. Evelyn Rothe, Psychologin am Universitätsklinikum Jena, ist mit dem diesjährigen Förderpreis Lese-/Rechtschreibschwäche ausgezeichnet worden. Das Lehrinstitut für Orthographie und Schreibtechnik (LOS) in Saarbrücken vergibt den Preis alle zwei Jahre an Nachwuchswissenschaftler für besonders innovative wissenschaftliche Arbeiten zur Förderung/Therapie von Menschen mit Problemen im Lesen und Schreiben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Dr. Rothe, die an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Blanz arbeitet, erhielt die Auszeichnung für ihre Studie "Effekte eines vorschulischen und schulischen Trainings der phonologischen Bewusstheit auf den Schriftspracherwerb in der Schule". Im Rahmen der Studie evaluierte die Psychologin ein Frühförderprogramm an drei Jenaer Kindertagesstätten und Schulen. Dabei handelt es sich um ein vom Thüringer Kultusministerium gefördertes Projekt zur Förderung von Kindern mit besonderen Lernschwierigkeiten im Schriftspracherwerbsprozess.

Phonologische Bewusstheit bezeichnet die Fähigkeit, die Lautstruktur der Sprache wahrzunehmen und damit operieren zu können. "Unsere Studie war die erste in Deutschland mit Kindern im letzten und vorletzten Jahr vor der Einschulung", erläutert Dr. Rothe. Ziel sei es gewesen herauszufinden, ob das Trainingsprogramm bereits bei Vier- und Fünfjährigen sinnvoll ist. Zudem wurde das Training ein Jahr lang nach der Einschulung im Deutschunterricht fortgeführt. "Beide Altersgruppen profitierten kurz- und langfristig signifikant vom Training", erläutert Evelyn Rothe die Ergebnisse ihrer Studie. Jedoch seien keine Unterschiede feststellbar zwischen den Kindern, die das Training zweimal durchliefen und jenen, die nur einmal trainiert wurden. "Das frühzeitige und wiederholte Training brachte also keine Vorteile."

... mehr zu:
»Schriftspracherwerb

Ein zweiter Aspekt waren die Auswirkungen auf den Schriftspracherwerb. Hierbei wurden zwischen Trainings- und Kontrollgruppen keine Unterschiede festgestellt. "Die förderlichen Auswirkungen des Trainings waren nicht mehr nachzuweisen", sagt Dr. Rothe. Das sei ein Beleg dafür, dass phonologische Bewusstheit zweifellos einen bedeutenden Einfluss auf das Schreiben- und Lesenlernen hat, sie jedoch nicht überbewertet werden darf und keineswegs allein dafür verantwortlich sei. Weitere Faktoren wie der Einfluss der Familie, des sozialen Umfeldes, die Art des Unterrichts und der erste Lehrer müssten in dem Zusammenhang ebenfalls berücksichtigt werden.

Kontakt:
Dr. Evelyn Rothe
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Jena
Philosophenweg 3-5, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 935936
E-Mail: Evelyn.Rothe[at]med.uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Schriftspracherwerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik