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Digitaler Kampf gegen Ekelfleisch: eGovernment-Wettbewerb zeichnet Forschungsprojekt von Universität Hohenheim und IBM aus

14.09.2007
Ein digitales Kontrollsystem, das es Behörden erlaubt, bei jedem Verdacht auf Ekelfleisch die ganze Produktionskette rückzuverfolgen, die Gammelware noch vor Verzehr zu beschlagnahmen und alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen - diese Vision verfolgt das Forschungsprojekt IT FoodTrace.

Unter Federführung des Life Science Centers der Universität Hohenheim und der Firma IBM Deutschland GmbH haben sich dazu 30 Institutionen für eine Entwicklung zusammengetan, die technische, juristische und Datenschutz-Aspekte berücksichtigt. Im eGovernment-Wettbewerb, unter Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums, belegte das interdisziplinäre Projekt jetzt den 3. Platz in der Kategorie "Prozessketten". Am eGovernment-Wettbewerb hatten sich insgesamt 56 Projekte in drei Kategorien beworben. Die Preisverleihung fand am heutigen Freitag, 14. September 2007, in Berlin statt.

Im Rahmen des e-Governments der Bundesregierung hatte das Bundesinnenministerium das IT FoodTrace-Projekt bereits im Frühjahr in den Umsetzungsplan des Programms e-Government 2.0 aufgenommen. Dieser Plan stellt den aktuellen Stand der Verwaltungsmodernisierung vor, legt künftige Ziele sowie Strategien für die Verwaltungs- und Zukunftstechnologien fest. "Das Projekt als Kooperation zwischen Forschungseinrichtung, Wirtschaft und öffentlicher Hand nutzt die Möglichkeiten neuer Medien, um Transparenz für den Verbraucher zu schaffen und entspricht damit in idealerweise Weise den Leitlinien des e-Governments der Bundesregierung", so hatte Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble die Entscheidung am 28. Februar 2007 begründet.

"Das tückische an Lebensmittelskandalen ist, dass Konsumenten oft erst dann von einem Lebensmittelskandal erfahren, wenn das verdorbene Fleisch bereits verzehrt ist", erklärt Dr. Caroline Liepert, Projektmanagerin des Forschungsprojektes IT FoodTrace sowie Geschäftsführerin des Life Science Centers der Universität Hohenheim.

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Eine Ursache seien technische Unzulänglichkeiten: Bundesweit gäbe es noch keine umfassenden technischen Möglichkeiten zur Qualitätssicherung, die auch schwarze Schafe - beispielsweise in der Fleisch-Branche - deutlich schneller entlarvt. Mit IT FoodTrace wollen die Initiatoren die Qualität von Lebensmitteln gewährleisten und eine bessere Rückverfolgung der Speisen von der Produktion bis auf den Teller des Verbrauchers garantieren.

Dazu arbeiten die Hohenheimer Wissenschaftler zusammen mit der IBM Deutschland und weiteren 30 Institutionen seit Sommer 2006 an dem Projekt. In einem ersten Schritt sollen notwendige Informationen zu Lebensmitteln tierischen Ursprungs vom Primärproduzenten bis hin zum Verbraucher ermittelt, analysiert und in einem System integriert werden. In der Praxis könnte künftig jedes Fleischprodukt eine Art digitales Etikett mit all diesen Informationen bekommen.

"Die Herausforderungen ergeben sich vor allem dabei, die verschiedenen Beteiligten aus Wirtschaft und Verwaltung zusammen zu führen", erklärt Kirsten Brockhoff von IBM. Eine weitere Herausforderung sei der technische Lösungsansatz:. "Schon heute hinterlegen die einzelnen Wirtschaftsbeteiligungen Informationen über Herkunft und Produktionskette in ihren Datenbanken. Überdiese Daten wollen die Eigentümer auch weiterhin jederzeit die Kontrolle behalten, denn eine wichtige Rolle spielt hierbei der Datenschutz." Dazu bauen die IT-Experten von IBM eine komplexe IT-Plattform auf, die sowohl die Zugriffsberechtigung steuert wie auch im Krisenfall eine Vernetzung und die Auswertung der Daten ermöglicht, ein so genannter Discovery Service. Mit diesem IT-System kann jede schon heute etablierte Software der Beteiligten in der Wertschöpfungskette kommunizieren.

Hintergrund: eGovernment und eGovernment-Wettbewerb

Das von der Bundesregierung initiierte eGovernment steht ganz im Zeichen der Verwaltungsmodernisierung. Mit eGovernment möchte der Staat die Verwaltung umbauen und auf IT-basierte Kommunikation (e-Government) erweitern. Gleichzeitig möchte der Staat durch eGovernment Zukunftstechnologien fördern und die erforderlichen Infrastrukturen der Informationstechnik sichern.

Bei dem nationalen eGovernment-Wettbewerb handelt es sich um eine Initative der Internet-Infrastrukturanbieter Cisco Systems und des Management- und Technologie-Beratungsunternehmens BearingPoint unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Inneren, die den nationalen eGovernment-Wettbewerb ausrufen. Er verfolgt das Ziel, den Einsatz von Internet-Technologien für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland zu stärken und so einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu leisten.

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.itfoodtrace.de

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