Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Parodontitis-Forschung am UKM mit 750.000 Euro

10.01.2007
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat jetzt im Rahmen des Sonderprogramms "Klinische Studien" der Poliklinik für Parodontologie am Universitätsklinikum Münster (UKM) 750.000 Euro für patientenorientierte Forschung bewilligt. Die Poliklinik für Parodontologie wurde als einzige Zahnklinik deutschlandweit unter 400 Bewerbern ausgewählt.

750.000 Euro hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderprogramms "Klinische Studien" jetzt der Poliklinik für Parodontologie am Universitätsklinik Münster (UKM) für die patientenorientierte Forschung bewilligt. "Dass wir als einzige Zahnklinik von über 400 Bewerbern aus der gesamten Medizin das Geld nach Münster holen konnten, freut uns enorm", sagt UKM-Studienleiter Privatdozent Dr. Benjamin Ehmke.

Parodontitis ist die Hauptursache für Zahnverlust beim Erwachsenen. Diese bakterielle Infektion im Mund führt zum Abbau von Zahnfleisch und Kieferknochen und unbehandelt zum Verlust der Zähne. Weil Bakterien bei Parodontitis also die Hauptrolle spielen und Antibiotika Bakterien bekämpfen, könnten Antibiotika dem erkrankten Patienten Vorteile bringen.

Gemeinsam mit Professor Dr. Dag Harmsen, der in der Poliklinik für Parodontologie die mikrobiologische Forschung leitet, wird Ehmke nun untersuchen, ob die Gabe von Antibiotika bei Parodontitis sinnvoll ist. An der Studie sind außerdem das "Koordinierungszentrum für klinische Studien" sowie die "Ambulanz für Psychosomatik in der Zahnheilkunde" am UKM beteiligt. Zusammen mit den Universitäts-Zahnkliniken in Berlin, Dresden, Gießen, Greifswald, Frankfurt, Heidelberg und Würzburg sollen in dieser weltweit größten Studie insgesamt 500 Patienten betreut werden.

"Nach Vorstudien wollen wir nun untersuchen, ob Antibiotika unter Alltagsbedingungen Zahnverluste verhindern", erklärt Ehmke. Und setzt nach: "Hierdurch wird der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika unterstützt." Daran anknüpfend will Harmsen auch geklärt wissen, ob es bei Parodontitis Sinn macht, verschiedene Antibiotika zu verwenden.

"Im Mund siedeln rund 500 Bakterienarten. Möglicherweise gibt es hier wiederkehrende Infektionsmuster, die man durch einen Bakterientest bestimmen könnte. Hierdurch könnten die Antibiotika dann genau auf den Patienten abgestimmt werden".

Im Jahr 2010 sollen diese Fragen beantwortet sein und die Ergebnisse in die Routinebehandlung einfließen, so der Studienleiter Ehmke.

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Parodontologie Poliklinik UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer
21.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie