Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diabetes-Forscher des Klinikums der Universität München erhält hoch dotiertes Forschungsstipendium

13.12.2006
Dr. Andreas Lechner vom Klinikum der Universität München (LMU) wurde im Rahmen der 42. Tagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Kopenhagen mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 100.000 Euro ausgezeichnet.

Dr. Lechner von der Medizinischen Klinik II am Campus Großhadern erforscht die Zusammenhänge von Betazellen (auch Inselzellen genannt) und dem Eiweißstoff Osteoprotegerin, der möglicherweise das Wachstum der Betazellen fördert.

Diabetiker leiden oftmals an einem Mangel der Insulin-produzierenden Betazellen, daher könnten weitere Forschungen auf diesem Gebiet zu einer neuen Therapie beitragen. Gestiftet wurde das Stipendium vom Pharmaunternehmen MSD SHARP & DOHME und der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD).

Entstehung von Diabetes

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit von zunehmender Bedeutung. Auch bei optimaler Behandlung mit den heute verfügbaren Therapeutika kommt es noch häufig zu schweren Folgekrankheiten. Wie viel Zucker das Blut enthält, wird durch Insulin reguliert, ein von den Betazellen, die in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse sitzen, produziertes Hormon. Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse zunächst weiterhin Insulin her, zum Teil sogar mehr als normal. Da der Organismus bei dieser Erkrankung aber zunehmend unempfindlich gegenüber Insulin wird, zum Beispiel durch genetische Faktoren oder Übergewicht, erschöpft sich das Organ irgendwann und es wird nicht mehr ausreichend Insulin ausgeschüttet. Wie gut sich die Bauchspeicheldrüse an erhöhten Insulinbedarf anpassen kann, ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Menschen mit geringer Anpassungsfähigkeit der Bauchspeicheldrüse neigen eher dazu, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit sucht Lechner einen Weg, wie die Zahl der Insulin-produzierenden Betazellen bei Diabetikern vermehrt werden kann, um die Anpassung an erhöhten Insulinbedarf zu erleichtern.

Das ausgezeichnete Forschungsprojekt am Klinikum der Universität München

Das Projekt von Dr. Andreas Lechner befasst sich mit der Erforschung eines neu entdeckten Eiweißmoleküls (Osteoprotegerin) in den Betazellen. Osteoprotegerin wurde ursprünglich im Knochen gefunden und konnte nun erstmals in insulin-produzierenden Betazellen nachgewiesen werden. Lechner sieht einen Zusammenhang zwischen der Menge dieses Eiweißstoffes und dem Betazellwachstum. Da Diabetiker häufig unter einem Mangel an Betazellen leiden, erforscht Dr. Lechners Labor, wie das Wachstum und die Menge dieser Zellen im Organismus reguliert werden. „Wir hoffen, zur Entwicklung von Medikamenten beizutragen, durch die die Betazellzahl bei Diabetikern vermehrt werden kann – etwa so, wie bereits heute das Hormon Erythropoetin zur Vermehrung roter Blutkörperchen eingesetzt wird“, beschreibt Dr. Lechner seine Arbeiten: „Der Weg von unseren Arbeiten bis zu einem fertigen Medikament ist sehr weit und dauert sicherlich Jahre. Es ist deshalb sehr erfreulich, wenn man eine ausreichende Finanzierung für solche Projekte sicherstellen kann.“

Diabetes – alarmierende Zahlen

Die Relevanz der Diabetes-Forschung liegt auf der Hand: Diabetes mellitus, insbesondere der so genannte „Altersdiabetes“ Typ 2, ist ein weltweites Gesundheitsproblem. Allein in Deutschland leiden ca. fünf bis sechs Millionen Menschen an Diabetes, und die Zahl der an dieser Erkrankung verstorbenen Bundesbürger hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten deutlich zugenommen. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben im vergangenen Jahr mehr als 24.300 Menschen an Diabetes. Im Vergleich zu 1980 (rund 18.900 Tote) sei die Zahl der Opfer damit um 29 Prozent gestiegen. Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 230 Millionen Diabetiker – dies sind fast sechs Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Typ-2-Diabetes ist inzwischen in allen Altersgruppen vertreten und wird zunehmend auch bei jüngeren Patienten beobachtet.

Klinikum der Universität München

Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 83.000 Patienten stationär und 371.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über 2.400 Betten. Von insgesamt 9000 Beschäftigten sind rund 1800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München zählt zu den größten Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und hat im Jahr 2005 mehr als 55 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Das Klinikum der Universität München ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.

Philipp Kreßirer | Klinikum der Universität München
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

Weitere Berichte zu: Bauchspeicheldrüse Betazelle Diabetes Diabetiker Insulin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics