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Belgien bewilligt 3 Millionen Euro für die HIV-Prävention bei Frauen

04.12.2006
Fördermittel für die Entwicklung von Mikrobioziden am Welt-Aids-Tag angekündigt

Die Forschung in der HIV-Prävention gewann heute erheblich an Schwung, als die belgische Regierung der internationalen Partnerschaft für Mikrobiozide (IPM) einen Zuschuss in Höhe von 3 Millionen Euro bewilligte. Diese erstmalige Unterstützung der Partnerschaft durch die belgische Regierung zeigt, dass die Entwicklung von Mikrobioziden für Frauen in Entwicklungsländern bemerkenswerte Unterstützung geniesst.

Das belgische Ministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit bewilligte IPM am heutigen Welt-Aids-Tag anlässlich einer Veranstaltung, bei der Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Astrid von Belgien die Gastgeberrolle übernahm, einen Zuschuss in Höhe von 3 Millionen Euro (US$3,9 Millionen), der im Verlauf der nächsten drei Jahre geleistet werden soll.

"Wir glauben, dass dies eine wichtige Zusammenarbeit von globaler Bedeutung ist, und es beweist unser Engagement für die Förderung der Forschung und Entwicklung von Mikrobioziden", sagte Armand De Decker, Belgiens Minister für Entwicklung und Zusammenarbeit. "IPM arbeitet in enger Partnerschaft mit dem in Belgien ansässigen Unternehmen Tibotec und der Universität von Gent zusammen, um die Entwicklung von Mikrobioziden zu fördern, und wir stehen voll hinter diesen Bemühungen."

Mikrobiozide sind vaginale Substanzen, die entwickelt werden, um die Übertragung von HIV während des Geschlechtsverkehrs zu reduzieren. Ein Mikrobiozid kann in Form von Gel, Creme, Film, Zäpfchen oder Schwämmen eingesetzt werden oder auf einem Vaginalring enthalten sein, der die aktiven Wirkstoffe nach und nach freigibt. Mikrobiozide könnten auch in einer neuen Zusammensetzung und mit einer bisher noch nicht erforschten neuen Anwendungsmethode eingesetzt werden.

"IPM nimmt diese grosszügige und wichtige Unterstützung von Seiten der belgischen Regierung mit Freuden an", sagte Dr. Zeda Rosenberg, Geschäftsführerin von IPM. "Mikrobiozide für die Prävention von HIV werden von Frauen in Entwicklungsländern verzweifelt gebraucht und dieses Engagement bringt uns ihrer Realisierung einen Schritt näher. Ich bin stolz darauf, diesen Tag hier in Brüssel zu begehen, wo die belgische Regierung und unsere Partner bei Tibotec, am Institut für tropische Medizin und an der Universität von Gent und weitere auf dem Gebiet der Mikrobiozide grosse Führungsqualität bewiesen haben."

"Das belgische Engagement visiert Langfristigkeit an und wird die Forschung und Entwicklung von Mikrobioziden weiter fördern, so dass Entwicklungsländer davon profitieren können", sagte Dr. Paul Stoffels, Vorsitzender der globalen Forschung und Entwicklung der Pharmazeutikgruppe von Johnson & Johnson und Mitbegründer von Tibotec. "Belgien und die belgische Bevölkerung haben durch ihre politische, finanzielle, technische und moralische Unterstützung bei dieser wichtigen Aufgabe eine einzigartige Rolle gespielt."

TMC120, auch als Dapivirin bekannt, ist ein Präparat, das derzeit als Mikrobiozid entwickelt wird. Im März 2004 unterzeichnete IPM einen nicht-exklusiven Lizenzvertrag mit dem in Belgien ansässigen Tibotec (eine Tochtergesellschaft von Johnson & Johnson) für die Entwicklung von Dapivirin als Mikrobiozid. IPM führt derzeit Verträglichkeitsstudien am Menschen durch und plant bereits die Durchführung von Wirksamkeitsstudien. IPM hat zudem die Verträglichkeit von Dapivirin in Vaginalringen getestet.

Laut eines neuen Berichts des UN-Programms für HIV/AIDS (UNAIDS), der am 21. November 2006 veröffentlicht wurde, sind heute mehr Frauen mit HIV infiziert als jemals zuvor. Die 17,7 Millionen HIV-infizierten Frauen repräsentieren einen Anstieg von über einer Million im Vergleich zu 2004.

"Man sollte der belgischen Regierung zu ihrer Anerkennung der unabdingbaren Notwendigkeit neuer Möglichkeiten für die HIV-Prävention, insbesondere für Frauen, gratulieren", sagte Rebekah Webb, europäische Koordinatorin der globalen Kampagne für Mikrobiozide. "Als Bürgerbewegung für die Mikrobiozidforschung hat die globale Kampagne harte Arbeit geleistet, um Politiker dazu zu bringen anzuerkennen, welch eine wichtige Rolle neue Mittel bei der Verhinderung von HIV-Infizierungen spielen könnten. Diese Reaktion ist sehr erfreulich."

Auch die französische Regierung hat für 2006 erstmalig einen Zuschuss in Höhe von 200.000 (US$0,26 Millionen) bewilligt, der die Arbeit von IPM im Bereich der Forschung und Entwicklung von Mikrobioziden fördern soll.

Bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung sagte der französische Aussenminister Philippe Douste-Blazy, IPM spiele eine wichtige Rolle bei der Verhinderung des Entwicklungstrends, dass AIDS in Entwicklungsländern zu einem Problem der Frauen wird. Er sagte zudem, die zuständigen wissenschaftlichen Behörden in Frankreich würden auf seine Anweisung hin mit der Regierung und der Zivilbevölkerung zusammenarbeiten, um für ein Problem, dass er für "extrem wichtig" hält, besser Ansätze zu finden.

Bereits vor diesen Ankündigungen am Welt-Aids-Tag hatte die niederländische Regierung Anfang November IPM einen Zuschuss in Höhe von 12 Millionen Euro (US$15,7 Millionen) über vier Jahre bewilligt. Die Regierungen von Irland, Norwegen und Schweden erhöhten ebenfalls ihre Unterstützung von IPM seit der 16. internationalen Aidskonferenz in Toronto im August 2006. Zu den weiteren Förderern von IPM gehören Kanada, Dänemark, Grossbritannien, die USA, die europäische Kommission, die Rockefeller Stiftung, die Bill & Melinda Gates Stiftung und die Weltbank.

Informationen zu IPM

Die internationale Partnerschaft für Mikrobiozide wurde 2002 gegründet, um die Entwicklung und Verfügbarkeit von vaginalen Mikrobioziden zu beschleunigen, so dass HIV-Infektionen bei Frauen in Entwicklungsländern verhindert werden. Durch die Selektion von Präparaten, das Design der optimalen Zusammensetzungen, den Aufbau von Produktionskapazitäten, die Entwicklung von Versuchsstandorten und die Durchführung umfassender Wirksamkeitsversuche bemüht sich die Organisation, die Effizienz der Bemühungen zu verbessern und so schnell wie möglich verträgliche und wirksame Mikrobiozide für Frauen verfügbar zu machen.

Annmarie Leadman | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ipm-microbicides.org

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